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Pressefoto von Keolis/Eurobahn
Foto: Eurobahn
NR-Land

Zugverkehr steht still: Deutliche Streikauswirkung im NR-Land

Donnerstag, 2. Januar 2020 von Franz Purucker

Die Streiks der Eurobahn haben wohl vorerst einen ihrer Höhepunkte erreicht. Auf der durch Lippstadt, Geseke, Salzkotten und Paderborn verkehrenden Zuglinie – der Ems-Börde-Bahn – kommt es noch bis 17 Uhr zu Ausfällen. Betroffen sind beide Richtungen. Bis 19.40 Uhr warnt die Eurobahn vor Kapazitätsabweichungen – also weniger Wagen.

Unterdessen verhärten sich die Fronten weiter: Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG hat ein neues Tarifangebot der Eurobahn-Mutter Keolis entschieden zurück gewiesen. „Es ist schon reichlich unverfroren, in einer Pressemeldung zu behaupten, man habe ein deutlich verbessertes Angebot vorgelegt, obwohl dieses `neue‘ Angebot materiell schlechter ist, als das bisherige“, stellte der EVG-Vorsitzende Torsten Westphal fest.

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Weitere Streikausweitung wahrscheinlich

„Je länger dieser Konflikt noch andauert, umso drastischer werden die Auswirkungen sein“, warnte Torsten Westphal. Erste Linien müssten bereits vom Netz genommen werden. Diese Entwicklung wird sich in den nächsten Wochen noch weiter verschärfen, dabei wird es zu drastischen Einschränkungen des Verkehrs kommen. Die Verantwortung hierfür trage allein die Geschäftsführung von Keolis/eurobahn, die täusche und trickse, statt ernsthaft zu verhandeln.

Infos zur Lage in der Region gibt es beim Klick auf die Abfahrts- und Ankunftstafeln der Region:

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Auch im Streik gelten die Fahrgastrechte im Eisenbahnverkehr. Betroffene erhalten bei Verspätungen – auch durch Streik – anteilig ihr Geld zurück. Entscheidend ist, wie hoch die Verspätung am Zielbahnhof ist. Bei mehr als 60 Minuten verspäteter Ankunft gibt es 25 Prozent des Reisepreises zurück, bei mehr als 120 Minuten 50 Prozent.

Beispiel: Wer den Zug um 14.54 Uhr von Geseke nach Salzkotten nehmen wollte, wäre eigentlich um 14.58 Uhr am Ziel gewesen. Da dieser Zug ausfällt und auch die Verbindung um 15.24 Uhr vom Streik betroffen ist, können Reisende nur die Verbindung um 16.24 Uhr nehmen. Die Ankunft ist dann 16.28 Uhr – also mehr als 60 Minuten später (also: 25 Prozent Reisepreiserstattung).

Inhaber von Monatskarten erhalten eine pauschale Entschädigung von 1,50 Euro (2. Klasse) bzw. 2,25 Euro (1. Klasse). Für Zeitkarten im Fernverkehr gibt es pauschal 5 Euro (2. Klasse) bzw. 7,50 Euro (1. Klasse). Inhaber der Bahncard 100 erhalten 10 Euro (2. Klasse) bzw. 15 Euro (1. Klasse).

Hier geht es zum Fahrgastrechteformular der Bahn, dass auch für Fahrten der Eurobahn verwendet werden kann.

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