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Foto: Shutterstock (Symbolfoto)
Szenen, die keiner erleben will. Eine junge Frau wird nach einem Badeunfall aus dem Wasser gerettet. Mehr Nichtschwimmer begünstigen besonders bei Kindern solche Szenen.
Thema der Woche

Zahl der Nichtschwimmer auf Rekord-Hoch: Rettungsschwimmer sind in Sorge

Samstag, 19. Juni 2021 von Franz Purucker

„Wir haben die ersten schönen Tage des Jahres und schon immens viele Badetote zu beklagen“, wird der Sprecher des NRW-Landesverbands der Deutschen-Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) vom Kölner Stadtanzeiger zitiert.
Erst am Donnerstag ertranken drei Mädchen am Rhein. Eine qualvolle Vorstellung für Roland Dicke, erster Vorsitzender der DLRG-Geseke, der aktuell im Geseker Freibad immer wieder Wachdienst schiebt, um das hauptamtliche Schwimmbadpersonal zu entlasten.

Dieses Jahr hat er ein besonders mulmiges Gefühl: „Wir müssen viel mehr aufpassen als sonst“, so der Rettungsschwimmer: „Wir hatten noch nie so viele Nichtschwimmer und Kinder mit Schwimmflügeln im Becken.“
Der Anteil der Nichtschwimmer steigt seit Jahren und hat sich durch die Corona-Pandemie noch dramatisch nach oben entwickelt. Alle Schwimmkurse und der Schwimmunterricht in den Schulen fielen aus.

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Viele Grundschüler werden die Schule wechseln, ohne jemals einen Schwimmunterricht besucht zu haben, der sonst Teil des Sportunterrichts in der Unterstufe ist.

Aber selbst wenn ein Kurs absolviert wurde, besteht oft Nachholbedarf. „Einige Kinder, die das Seepferdchen absolviert haben, sind keine sicheren Schwimmer, weil sie seit Monaten nicht mehr im Wasser waren“, erklärt Dicke, der erleichtert ist, dass die Schwimmkurse nun wieder stattfinden dürfen.

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Die Politik hat das Problem erkannt und steuert geben. Den Stein ins Rollen brachte Kevin Gniosdorz, Fraktionsvorsitzender der CDU in Bad Wünnenberg, der die Idee zur Schwimm-Lernoffensive hatte. „Ich hatte von zusätzlichen Kursen in Göttingen gelesen. Dann habe ich mit einem Fraktionskollegen darüber gesprochen, der selbst drei Kinder hat“, so Gniosdorz.

Noch während Verwaltung, Schwimmbad und DLRG hinter den Kulissen an einer Umsetzungsstrategie feilten, wurden durch die Berichterstattung der Neuen Regionalen andere Städte darauf aufmerksam. Tilman Pöppel, ein Parteikollege von Gniosdorz bringt den Vorschlag in Paderborn ein, wo aktuell Wasserzeiten und Trainer gesucht werden.

In Salzkotten wurde Michael Sprink, Fraktionsvorsitzender der SPD, darauf aufmerksam: „Meiner Fraktion hat der Vorschlag der CDU sehr gut gefallen.“ Am 8. Juni stellen die Sozialdemokraten selbst einen Antrag in der Sälzerstadt.
In Büren findet der Antrag gleich bei zwei Parteien Anklang und zwar unabhängig voneinander: Der SPD Ortsverein Büren-Steinhausen wird von der dortigen Grundschule angesprochen, so deren Ortsvereinsvorsitzende Heinz Kirse.

Gleichzeitig nimmt die Bürener CDU das Thema auf und stellt für die Stadtratssitzung am 24. Juni einen Antrag.
Nur in Geseke ist das Thema nicht in der Politik angekommen. Allerdings ist das dort wohl auch nicht nötig, da hier ein Verein die Zügel in die Hand genommen hat, um das Kursangebot zur vergrößern.

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An welchen Kurs-Angeboten im NR-Landes gearbeitet wird, wie die Ortsgruppen der Rettungs- oder Schwimmvereine diese Aufgabe stemmen und vor welchen Herausforderungen die Ehrenamtlichen stehen, lesen Sie auf der nächsten Seite.

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