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Eingang des Geseker Krankenhauses
Foto: Franz Purucker
Das Hospital zum Hl. Geist in Geseke ist das kleinste Krankenhaus im NR-Land.
Thema der Woche

Wie sieht die Zukunft des Gesundheitssystems auf dem Land aus?

Sonntag, 19. September 2021 von Franz Purucker

Wie wichtig eine flächendeckende Gesundheitsversorgung ist, hat die Corona-Pandemie eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Die neue Bundesregierung wird bei der Gesundheitsversorgung vor großen Herausforderungen stehen: Die Bevölkerung wird immer älter und die Nachwuchs- und Personalsorgen im Gesundheitssystem immer größer. Das macht sich auch bei den Einrichtungen in der Region bemerkbar. Die Ärzte, Klinikchefs und Krankenhausgeschäftsführer haben in der NR ihre Wünsche formuliert.

Wird es die Geburtsstation im Salzkottener Krankenhaus in fünf Jahren noch geben oder sogar die komplette Einrichtung wie vor elf Jahren in Büren geschlossen?

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Dr. Josef Düllings, Hauptgeschäftsführer des Salzkottener Krankenhaus, beruhigt: Im Einzugsbereich des Salzkottener Krankenhauses wohnen rund 100.000 Bewohner – eine gute Ausgangslage für die Zukunft. Das Salzkottener Krankenhaus wurde bis 2002 von der Kongregation der Franziskanerinnen Salzkotten betrieben und dann teilweise beziehungsweise 2013 komplett an die St. Vinzenz GmbH übergeben.
Krankenhäuser und Kliniken sehen sich gut aufgestellt

Zu dem Unternehmen zählen neben dem Salzkottener Haus zwei Krankenhäuser in Paderborn, die gegenseitig von Personal und Know-how profitieren.

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Auch das Hospital zum Hl. Geist Geseke, welches deutlich kleiner als das Salzkottener ist, hat sich mit dem Marien-Hospital Erwitte und dem Dreifaltigkeits-Hospital Lippstadt einem größeren Verbund angeschlossen.
Salzkotten sieht sich noch in anderer Hinsicht gut gewappnet: „Wir haben uns mit der Geriatrie sehr zukunftssicher aufgestellt“, so der Geschäftsführer.

Denn: Die deutsche Bevölkerung wird immer älter und die Nachfrage nach geriatrischen Behandlungen wird weiter wachsen und damit auch das Krankenhaus. „Bis 2030 wollen wir die Kapazitäten im kreis Paderborn auf 150 Betten ausbauen.“

Auch Dr. Markus-Michael Küthmann, Geschäftsführer der Aatalklinik in Bad Wünnenberg, schaut optimistisch in die Zukunft: „Mit der alternden Bevölkerung steigt das Risiko von Schlaganfällen.“
Aber: Alle Akteure stehen vor dem gleichen Problem. Wie gelingt es, Fachkräfte in die Region zu holen?

Der Bad Wünnenberger Hausarzt Dr. Thomas Bandorski hat schon vor Jahren erkannt, dass frisch ausgebildete Ärzte, die neu ins Berufsleben starten, vor allem ihrer Berufung Arzt nachgehen wollen und scheuen Bürokratie und Selbstständigkeit. „Wir bieten den Ärzten auch Anstellungsverhältnisse bei uns in der Praxis an. So konnten wir zahlreiche Fachärzte nach Haaren holen“, so der Hausarzt.

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Außerdem steigt die Zahl der Ärztinnen, die aufgrund ihrer Familienplanung gerne Teilzeit arbeiten und angestellt sein möchten.

Auch an den Krankenhäusern sorgt der Fachkräftemangel für Probleme. Prominentes Beispiel ist die Schließung der Geburtsstation am St. Johannisstift in Paderborn wegen Hebammenmangel. „Berufe im Gesundheitsbereich müssen attraktiver werden. Viele ausgebildete Pflegekräfte arbeiten nicht in dem Beruf, weil der Job stressig, schlecht mit der Kinderbetreuung vereinbar und auch unterbezahlt ist. Insoweit müssen fast alle Kliniken, auch wir, immer mal wieder teure Honorarkräfte einsetzen“, so Düllings.

Dr. Markus-Michael Küthmann von der Aatalklinik könnte sich vorstellen, dass Reha-Kliniken wie in Bad Wünnenberg in Zukunft auch Ergo- und Physiotherapeuten ausbilden, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Aktuell dürfen dies nur die Krankenhäuser.

Welche Ansätze es gibt, diese Personalprobleme zu lösen, wie sich die medizinische Versorgung auf dem Land sicherstellen lässt und was die Parteien in ihren Wahlprogrammen dazu versprechen, lesen Sie auf der zweiten Seite.

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