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Blutspende mit Maske
Foto: DRK Blutspendedienst
Blutspenden ist systemrelevant: Die Maskenpflicht und das Buffet-Verbot gilt aber trotzdem.
Thema der Woche

Wie sich die Blutspende durch die Pandemie verändert hat

Samstag, 12. Juni 2021 von Franz Purucker

Ein kleiner Pieks und danach bei einer heißen Tasse Kaffee und einem liebevoll angerichteten Buffet aus Brötchen, Gemüse und Kuchen ein Plausch mit Bekannten – für viele Blutspender macht das den Charme des Blutspendens aus, weiß Petra Schmidt-Broccucci, zuständig für die Blutspenden beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) im Ortsverband Salzkotten.

Zwar sind Blutspenden als systemrelevant eingestuft und dürfen stattfinden, allerdings mit deutlichen Einschränkungen, die den alten Charme zumindest beeinträchtigen.

Statt eines Buffets gibt es fertig abgepackte Lunchpakete, die aber erst zu Hause geöffnet werden dürfen. Spendetermine müssen vorab gebucht werden und die Einlasskontrolle ist strenger geworden. Auch wer nur kleine Anzeichen einer-Erkältung aufweist, wird abgewiesen.

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Im Ortsverein Büren, der auch Blutspendetermine in Bad Wünnenberg durchführt, fiel ausgerechnet der Termin mit den meisten Spendern aus – nämlich der in der Kernstadt von Büren. Dadurch brach die Zahl der Blutspenden auf 2.095 ein – mehr als ein Fünftel weniger als in „normalen“ Jahren. Dieses Jahr dürfen die Termine dort wieder stattfinden, wenn auch mit weniger Kapazität.

Im DRK-Ortsverein Salzkotten fielen von den 21 Terminen im Vorjahr nur vier aus. Erfreulich: Auch 2020 ist die Zahl der Spenden mit 1.800 in Salzkotten weitgehend konstant geblieben. Ähnlich beim DRK Geseke, wo insgesamt 1.205 Blutspenden verzeichnet wurden, wobei jeweils nach erschienenen Blutspendern gezählt wird, auch wenn aus gesundheitlichen Gründen letztlich kein Blut abgenommen wird.

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Petra Schmidt-Broccucci vom DRK-Ortsverein Salzkotten. Foto: Franz Purucker

Die Zahlen sind auch aus einem anderen Grund trügerisch: Viele Ältere sind der Blutspende fern geblieben, was durch viele Erstspender ausgeglichen wurde. In Geseke zum Beispiel wurde 148 Mal zum ersten Mal Blut gespendet. Dies entspricht jeder neunten Blutspende in dem Ortsverein.

Helfer über 60 Jahren nicht im Einsatz

„Von den Erstspendern kommt oft nur jeder zweite wieder“, ist die Erfahrung von Josef Meyer, Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Geseke: „Ältere Spender sind sehr treu. Dieses Klientel bricht uns gerade weg.“ Meyer rechnet vor, dass für jeden verlorenen Stammspender etwa drei Jungspender nötig sind.

Ein ähnliches Problem gibt es bei den ehrenamtlichen Helfern: „Wir mussten unsere Helfer, die über 60 Jahre alt sind, nach Hause schicken. Das hat vielen Helfern echt weh getan“, erklärt Petra Schmidt-Broccucci aus Salzkotten. Einige der Ehrenamtlichen packen seit vielen Jahren mit an und sind selbst über 80.

Ähnlich in Büren: „Wir haben in jedem Ort vier bis fünf Frauen, die das Buffet vorbereiten. Ich fürchte, dass wir einige von denen verlieren werden“, so Hildegard Goersmeier vom DRK-Ortsverein Büren.

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Josef Meyer vom DRK Ortsverein Geseke. Foto: Franz Purucker

Welche wichtige Änderung es seit Juni beim Blutspenden in der Region gibt, was mit dem Blut nach der Spende passiert und warum die Blutspenden für die DRK-Ortsvereine in Büren, Salzkotten und Geseke wichtig sind, lesen Sie auf der nächsten Seite

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