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Ein Obdachloser schläft an einer Straße
Foto: Pixabay (Symbolfoto)
Ein typischer Obdachloser schläft unter freiem Himmel, weil niemand ihm hilft. Die Realität sieht oft anders aus. Die meisten unter Brücken schlafenden Menschen tun dies freiwillig. Städte und Kommune müssen ein Obdach bieten. Dabei können die Behörden zu weitreichenden Mitteln greifen, sogar gegen den Willen von Immobilienbesitzern.
Thema der Woche

Wie Obdachlose die Behörden beschäftigen

Sonntag, 24. Mai 2020 von Franz Purucker

In Schlafsäcke gehüllt unter einer Brücke schlafen muss in Deutschland grundsätzlich niemand. Die Kommunen sind gesetzlich in der Pflicht, allen Menschen ein Obdach zu bieten. Obdachlosigkeit ist kein Problem, dass es nur in Großstädten gibt. Auch im NR-Land haben die Kommunen mit Menschen zu tun, die keine Wohnung haben – in vielen Fällen gibt es dazu eine längere Vorgeschichte.

Vladimir V. aus Salzkotten hatte seinen Job verloren, seine Ehe ging in die Brüche und die Frau zog aus. Monatelang zahlte er keine Miete und ignorierte Mahnungen. Der Vermieter tolerierte das nicht weiter und reichte Räumungsklage vorm Amtsgericht ein.

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Die Geschichte von Vladmir ist kein Einzelfall. „Alle zwei bis drei Wochen haben wir mit einer Räumungsklage zu tun“, sagt Thomas Peitzmeier, Leiter des Ordnungsamtes in der Stadt Salzkotten. Die Kommunen werden vom Amtsgericht automatisch informiert, sobald es zur Räumungsklage kommt.

„Wir nehmen dann Kontakt zu den Betroffenen auf“, so Peitzmeier. In den meisten Fällen wurde die Miete nicht bezahlt oder der Mieter ist im Haus negativ aufgefallen. In seltenen Fällen spielt auch Eigenbedarf durch den Vermieter eine Rolle.

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Die Stadt setzt in der Regel alles daran, zu helfen. Dazu gehört ein Gespräch mit dem Vermieter. Bei stockender Mietzahlung wird mit dem Jobcenter Kontakt aufgenommen und eventuell eine Direktzahlung der Miete durch die Behörde vereinbart.

In einigen Fällen stecken aber auch Suchterkrankungen oder psychiatrische Leiden dahinter. Dann versucht die Behörde einen Platz im betreuten Wohnen oder einen gesetzlichen Betreuer für den Betroffenen zu finden. Letztlich kann die Kommune, aber auch eine Duldung des Mieters anordnen.

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