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Foto: SC Paderborn 07
Der Bürener Nachwuchssportler Justus Henke (zweiter von links) ist nun offizieller Spieler des SC Paderborn 07 - hier bei seinem ersten Spiel. Zunächst kickte er im Kindergartenalter in Büren, wechselte dann nach Delbrück und ist jetzt bei den Profis angekommen.
Thema der Woche

Wie gelingt der Schritt vom Hobby- zum Profisport

Samstag, 21. August 2021 von Franz Purucker

Wir stellen sechs Nachwuchssportler vor, für die Sport mehr als ein Teilzeit-Hobby ist. Sie trainieren mehrmals pro Woche und widmen fast ihre ganze Freizeit dem Sport.

In der Neuen Regionalen erzählen diese vom langen Weg zum Profi-Sport und ihren Erfolgen.

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Der Schnellste im Wasser: Henrik Dicke

Im Winter im Albersee trainieren? „Da kenne ich nichts“, sagt Henrik Dicke aus Geseke motiviert.

Der 18-Jährige wurde jetzt in der Junioren-Nationalmannschaft im Freigewässer-Rettungssport aufgenommen und wird bei der Europameisterschaft von 12. bis 18. September in Spanien antreten. 

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Der Rettungssport umfasst das Retten aus Gewässern, zügiges Vorankommen im Wasser mit speziellen Rettungsbrettern, Beachsprint und schnelle Koordination an Land.

Aufmerksam wurde Henrik Dicke auf den Rettungssport beim klassischen Wachdienst vor etwa zwei Jahren. Seitdem trainiert der 18-Jährige regelmäßig. Auch der Sommerurlaub mit der Familie wird zum Training genutzt, wie dieses Jahr auf Rügen. 

Um sich fit zu halten, steht regelmäßig Joggen, Radfahren und Athletentraining auf dem Programm. 

Ziel: „Bei der Europameisterschaft mindestens ins Finale kommen“, so Dicke. Dieses Wochenende steht ein Trainingswochenende in Warendorf an. Aktuell sucht Dicke noch Sponsoren, da groß

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Jeden Tag rund 100 Kilometer durch Wünnenberg unterwegs: Patrick Dören

Eigentlich war Patrick Dören Fußballer und hatte sich dabei immer wieder verletzt. 2014 probierte er das Rennrad seines Onkels aus und fand schnell Gefallen daran. 

Heute fährt der 21-Jährige beim  Team Strassacker mit erfolgreichen Fahrern aus ganz Deutschland. Trainiert wird meist allein in der Heimatstadt Bad Wünnenberg. „Ich trainiere 15 Stunden pro Woche und fahre jeden Tag um die 100 Kilometer.“ Letztes Jahr fuhr Dören 21.000 Kilometer. Das Durchschnittstempo liegt bei 32 Stundenkilometern. 

Was er trainieren musst, schickt ihm sein Trainer. Dabei kommt es weniger auf die Strecke an: Ein Sensor am Rennrad misst, wie stark Dören in die Pedale tritt. Eine bestimmte Stärke muss er über eine bestimmte Zeit halten. 

Nächstes Wochenende findet nach langer Corona-Pause endlich wieder ein Rennen statt. Das Team muss sich gut abstimmen, um Rückenwind, Windschatten und Platzierung so gut zu managen, dass ein Fahrer der eigenen Mannschaft zuerst im Ziel ist. Bis zu 100 Stundenkilometer fahren die Zweiräder auf steilen Berg-Ab-Passagen. „Das muss man sich dann trauen“, so Dören. Trotz Sponsoring investiert der 21-Jährige viel Geld in seinen Sport: Das Rad kostet 8.000-10.000 Euro – hinzu kommt der Verschleiß. 

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Beruflich ist Dören in der Qualitätssicherung tätig. Vor einigen Jahren hatte er die Chance, in den Profisport zu wechseln: „Meine Firma bot mir zu diesem Zeitpunkt aber einen unbefristeten Vertrag auf meiner Wunsch-Position. Das war mir sicherer“.

Das Tischtennis-Ass: Melinda Maiwald

Nach Corona-bedingter Pause legt die 16-Jährige Melina Maiwald aus Büren nun wieder richtig los: Ihr Ziel ist die Qualifizierung für die Deutschen Meisterschaften. 

Zuletzt wurde Maiwald 2019/2020 Bezirksmeisterin der Damen, ein Jahr zuvor Westdeutsche Vizemeisterin und belegte beim internationalen Championnats Internationaux pour Jeunes Luxembourg 2019 den zweiten Platz.

Der Weg dorthin ist hart. Fünf Mal pro Woche trainiert die Gymnasiastin zwei Mal beim Verein in Hövelhof, drei Mal abwechselnd beim Kadertraining in Dortmund und Gütersloh.

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Durch ihren Vater und die beiden älteren Brüder, die heute 22 und 25 Jahre alt sind, spielte Maiwald schon mit vier Jahren das erste Mal Tischtennis und mit sechs Jahren dann im Verein.

Die Gymnasiastin besucht die 11. Klasse in Büren  und will danach Rechtswissenschaften oder Lehramt studieren. Aber auch ein Beruf im Bereich Fitness schließt die Nachwuchssportlerin nicht aus.

Speerwerferin sitzt im Rollstuhl: Malin Rose

Durch einen Familienbesuch in Duisburg vor rund vier Jahren wurde die seit ihrer Geburt im Rollstuhl sitzende Malin Rose aus Salzkotten zur Leistungssportlerin. „Ich habe bei einem Probetraining verschiedene Sportarten ausprobiert und dabei meinen Trainer kennengelernt.“ 

Vor Corona fuhr sie einmal pro Woche zum Training nach Bad Salzuflen. Aktuell ist ihr Trainer bei  den Paralympics in Japan beschäftigt – danach geht es auch für sie wieder los.

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Malin Rose kann bereits Erfolge vorweisen: 2019 wurde die 19-Jährige Deutsche Meisterin im Kugelstoßen und ist ganz heiß darauf, endlich wieder zu starten: „Ich will an so vielen Wettbewerben wie möglich teilnehmen.“ Vielleicht sogar irgendwann bei den Paralympics. „Mal schauen, ob das klappt und Sinn macht“, lacht die 19-Jährige.

Bis zum Sommer besuchte die junge Thülerin das Ludwig-Ehrhard-Berufskolleg in Paderborn und beginnt im Oktober eine Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten bei der Bundeswehr in Augustdorf. Bis dahin will sie noch ihren Führerschein absolvieren, um dann allein zu Training und Wettkämpfen zu fahren.

Vom Ball zum Speerwurf: Romi Griese

Dass Romi Griese Talent hat, fiel zuerst bei den Bundesjugendspielen in der Grundschule auf. In allen Leichtathletikdisziplinen lag das Mädchen ganz vorne.

Die besten Ergebnisse schaffte sie im Ballweitwurf. Mit sieben Jahren wird sie Mitglied im VfB Salzkotten, trainiert zwei Mal pro Woche. Sperr- und Diskuswerfen kristallisieren sich dabei als ihre Disziplin heraus.

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2018 geht sie einen Schritt weiter, beginnt mit dem Leistungssport und wird Teil des Westfalenkaders. „Ich bin regelmäßig im Kontakt mit meinem Trainer und schicke ihm Videos, um meine Technik zu verbessern“. Alle zwei bis drei Wochen trainiert die Kader-Sperrwurf-Gruppe aus ganze Westfalen in Dortmund.

Zwei Mal die Woche absolviert sie Krafttraining im Fitnessstudio, die anderen Tage steht sie auf dem Sportplatz oder in der Halle.

Nach den Titeln als Westfalenmeister und Vize-NRW-Meister soll im nächsten Jahr ein Topergebnis zur Deutschen Meisterschaft dazukommen. 

Dazu muss sich die Salzkottener noch qualifizieren. Als erster großer Wettbewerb nach der Corona-Pause steht am 11. und 12. September die Westfalenmeisterschaft in Lage an. 

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In letzter Zeit musste sie viel improvisieren. Durch den Umbau des Hederauen-Stadions und die Pandemie war das Training schwierig: Zeitweise durfte sie im Ahorn-Sportpark Paderborn nutzen, auch der Sportplatz in Tudorf stand zur Verfügung.

2023 absolviert Griese ihr Abitur. Egal wohin es beruflich geht, „meinen Sport will ich auf jeden Fall weitermachen“.

Torwartin des U16-National-Kaders: Leah Blome

Beim Fußballspielen mit ihren Brüdern musste Leah Blome immer im Tor stehen. Das hat sie wohl nachhaltig geprägt und auch geschult.

Mit fünf Jahren spielt sie das erste Mal Fußball bei den Minikickers des FSV Bad Wünnenberg Leiberg, wechselt dann zum Delbrücker SC und schafft es rasch in die Kreisauswahl und zuletzt in die Westfalenauswahl.

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Seit Sommer vergangenen Jahres ist sie Torhüterin der deutschen Juniornationalmannschaft im U16 Frauenfußball. 

Dafür zog sie von Bad Wünnenberg ins Mädcheninternat des Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen in Kaiserau bei Kamen, wo sie auch das Gymnasium besucht. 

Nach der Schule steht täglich einstündiges Fußball und danach Athletiktraining an. In Jahren ohne Corona trifft sich die Nationalmanschaft etwa acht Mal zu Trainingslagern. Pandemiebedingt waren es wesentlich weniger und auch Spiele fielen aus. Umso mehr hofft die 15-Jährige bald bei internationalen Spielen im Tor stehen zu dürfen.

Jeden Freitag trainiert sie bei ihrem Delbrücker Heimatverein mit gleichaltrigen Jungs und steht am Wochenende bei Spielen im Tor. „Das ist alles mit viel Aufwand und Organisation verbunden, aber es macht riesigen Spaß“, so Blome. Nach dem Abitur im Jahr 2024 kann sie sich eine Karriere bei Polizei oder Bundeswehr in Verbindung mit dem Profisport vorstellen.

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