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Foto: Franz Purucker
Thema der Woche

Wie funktioniert eigentlich das Post-Netz in der Region?

Sonntag, 1. Dezember 2019 von Franz Purucker

Bei der Brief- und Paketzustellung ist die Deutsche Post / DHL in Deutschland Marktführer, auch wenn Mitbewerber wie Hermes, DPD und GLS versuchen, dem Unternehmen mit günstigen Preisen Konkurrenz zu machen. Wie funktioniert eigentlich die Post-Logistik. Wir haben nachgefragt.

Der ehemalige Staatskonzern und Ex-Monopolist betreibt in Deutschland 36 Paketzentren und 82 Briefzentren. Pakete werden in der Regel in ein bis zwei Tagen zugestellt, verspricht die Werbung. Bis das Paket aber beim Empfänger ankommt, unternimmt es eine lange Reise.

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Wir wollten es genau wissen und haben ein Paket von Büren aus an unseren freien Mitarbeiter Axel Langer nach Delbrück geschickt und dabei jeden Schritt begleitet.

Seit 2012 betreibt die Deutsche Post außer in ihrer Zentrale in Bonn keine eigenen Postfilialen mehr. In Salzkotten beispielsweise ziert die Post-Werbung noch ein Gebäude in der Innenstadt. Die Post ist darin aber schon lange nicht mehr vertreten.

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Um zu erfahren, auf welchem Weg das Paket ans Ziel kommt, haben wir selbst ein Paket aufgegeben. Carolin Tewes nimmt das Paket in Delbrück von einem Wagen.

Briefe und Pakete werden seitdem von Kooperationspartnern angenommen, in der Regel Tankstellen, Supermärkte oder Einzelhändler, vielerorts auch die Postbank, die aber seit 2012 zur Deutschen Bank gehört.
Vorteil für die Kunden: Die Geschäfte haben oftmals lange Öffnungszeiten. Die Post zahlt an die Partnern einen Grundbetrag und eine Provision, abhängig von der Brief- und Paketmenge.

Während in großen Städten wie Paderborn oder Lippstadt Briefe und Pakete getrennt ausgefahren werden, übernehmen die Postboten in Städten wie Delbrück beiden. Hier sortiert die Zustellerin Carolin Tewes die Briefe für ihren Verteilbezirk. Foto: Franz Purucker

Eigentlich versucht die Post, in allen Städten mit Anlaufstellen zur Verfügung zu stehen. In Büren gelingt dies aktuell nur bedingt: Im Oktober hatte der Tapetenshop Heinrichs der Post gekündigt. Da es nicht gelang einen neuen Partner zu finden, hat die Post über eine Partnerfirma eine Übergangsfiliale in der Fürstenberger Straße eröffnet, die jedoch nur drei Stunden täglich geöffnet ist.

Die Zustellerin Carolin Tewes bei der Verbundzustellung in Delbrück. Foto: Franz Purucker

Weiterhin gibt es in Deutschland 110.000 Briefkästen, deren Leerung die Post übernimmt. Die Post-Universalverordnung schreibt vor, dass die Kunden in bebauten Wohngebieten nicht länger als 1.000 Meter zurücklegen sollen, um zu einem Briefkasten zu gelangen. Für die Post verliert das Briefgeschäft zunehmend an Bedeutung, während die Paketzahlen steigen.

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