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Foto: Pixabay (Symbolfoto)
Nicht immer reicht ein Mundschutz gegen Corona-Viren aus. Oft müssen potenziell Infizierte zu Hause bleiben.
NR-Land

Wer zahlt, wenn Arbeitnehmer unter Quarantäne stehen?

Mittwoch, 4. März 2020 von Franz Purucker

Im Kreis Paderborn stehen aktuell acht Personen wegen Corona-Verdacht unter Quarantäne, darunter Arbeitnehmer und auch Kinder. Wer zahlt eigentlich deren Verdienstausfall und welche Ansprüche haben die Chefs?

Michael Lobscheid, Pressesprecher der IKK Classic und Rechtsexperte Prof. Dr. Simon A. Fischer von der SRH Fernhochschule bringen Klarheit in diese Fragen.

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Wer zahlt wenn der Arbeitnehmer unter Quarantäne steht?

Eine von staatlichen Behörden angeordnete Quarantäne zählt wie eine Krankschreibung. „Sechs Wochen lang zahlt der Arbeitgeber ganz normal weiter. Erst dann kommen wir als Krankenkasse über das Krankengeld ins Spiel“, erklärt Michael Lobscheid, Pressesprecher der IKK Classic.

Rechtsexperte Prof. Dr. Simon A. Fischer von der SRH Fernhochschule. Foto: SRH Fernhochschule

Was ist wenn Kinder während der Quarantäne betreut werden müssen?

Wenn Kinder unter Quarantäne gestellt werden, zählt dies als Kindkrank. Der Arbeitgeber kürzt das Gehalt, die Krankenkasse zahlt Krankengeld. Anspruch besteht jährlich für zehn Tage je Kind (maximal 25 Tage pro Jahr), bei Alleinerziehenden sind es 20 Tage je Kind (maximal 50 Tage pro Jahr).

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Erhalten betroffene Firmen Entschädigungen?

Handelt es sich im eine angeordnete Quarantäne nach dem Infektionsschutzgesetz kann sich der Arbeitgeber die Beträge vom Staat erstatten lassen. „Hier ist es für den Arbeitgeber wichtig, dass er die dreimonatige Antragsfrist nicht versäumt“. erklärt Prof. Dr. Simon Fischer von der SRH Fernhochschule. Die Entschädigung gibt es auch für Selbstständige.

Kann der Arbeitgeber Zwangsurlaub anordnen?

Dies ist grundsätzlich möglich, trotzdem muss weiter Gehalt bezahlt werden. Persönlicher Urlaub muss dafür nicht geopfert werden.

Wer zahlt wenn Schule oder Kita geschlossen sind?

„Da das Kind nicht krank ist, greift die Kindkrankschreibung nicht. Vielleicht können Großeltern oder andere Familienmitglieder einspringen“, erklärt der Jurist: „Einen Anspruch auf bezahlte Freistellung gibt es in diesen Fall leider nicht.“(puru)

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