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Foto: Franz Purucker
Thema der Woche

Wer steckt hinter den Facebook-Profilen der Bürgermeister?

Sonntag, 26. Januar 2020 von Franz Purucker

Beliebtester Bürgermeister im Internet – zumindest wenn die Facebook-Likes als Grundlage dienen – ist mit 4.435 „Gefällt-Mir“ der Verwaltungschef von Delbrück – Werner Peitz. Aber auch die Bürgermeister Ulrich Berger (Salzkotten), Dr. Remco van der Velden (Geseke) und Christoph Rüther (Bad Wünnenberg) sind bei Facebook mit eigenen Profilen vertreten. Warum sind die Bürgermeister bei Facebook, welche Vorteile hat der Bürger davon und welche Fragen werden dort gestellt?

Insbesondere Jüngere nutzen die digitalen Medien, um untereinander im Kontakt zu bleiben. Aber auch Bürgermeister zählen in der digitalen Welt heute ganz selbstverständlich zum Freundeskreis. „Meistens abends, wenn ich zu Hause bin, beantworte ich die eingegangenen Nachrichten“, so Werner Peitz, Bürgermeister von Delbrück. Der 59-Jährige ist damit überaus erfolgreich: „Es ist eine gute Möglichkeit, den Bürger zu erreichen.“
Oft liest der Verwaltungschef aber einfach nur mit: „Ich bekomme dadurch viel aus der Stadt mit. Aber auch Anregungen nehmen wir auf, etwa wenn irgendwo das Wasser nicht geht.“

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Auch für Dr. Remco van der Velden, Bürgermeister in Geseke, ist Facebook eine aktive Kommunikationsplattform: „Pro Woche gehen zwischen fünf und 32 Anfragen per Privatnachricht ein, hinzu kommen die Verlinkungen meines Namens in Posts, auf die ich meistens auch antworte“, so van der Velden. Seinen Privataccount betreut nur er selbst, beim Account der Stadt sind mehrere aktiv.

Die Bürgermeister und die Zahl der Gefällt-Mir bei Facebook.

Bürgermeister Ulrich Berger ist neben Facebook auch beim Bilderdienst Instagram und dem Karrierenetzwerk LinkedIn aktiv. Wie seine Kollegen, betreut er den Account selbst. Die Anfragen sind unterschiedlich und reichen vom Breitbandausbau über Hinweise zu Müllablagerungen und defekten Straßenlampen bis hin zu Fragen zum Haushalt. „Meinen Facebook-Account habe ich als Privatperson, um mich über aktuelle Dinge – gerade auch in verschiedenen Gruppen – zu informieren und andersherum auch zu informieren oder Dinge klarzustellen, über die vielleicht etwas verzerrt im Netz berichtet wird,“ so Berger.

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Zwei Politiker ohne Social Media Account

Auch hinter dem Facebook-Account von Christoph Rüther aus Bad Wünnenberg steckt der Bürgermeister selbst. Um jedoch auf unangemessene Kommentare zu reagieren und eingreifen zu können, hat eine Mitarbeiterin Zugriff auf den Account.

Es gibt in der Region auch eine Politikerin ohne eigenen Social Media Account: die Landrätin des Kreises Soest, Eva Irrgang. Ihr „eng getaktetes Zeitprogramm mache es sehr schwer, die sozialen Netzwerke persönlich zu bespielen“. Allerdings habe sie veranlasst, dass Kreisverwaltung und Kreispolizeibehörde Facebook, Twitter und Instagram nutzen.
Irrgangs Amtskollege aus dem Kreis Paderborn, Landrat Manfred Müller, ist hingegen sehr aktiv bei Facebook und setzt mehrere Posts täglich ab. Damit lässt sich auch die Zahl von 4.150 Abonnenten erklären.
Der Bürener Bürgermeister Burkhard Schwuchow unterhält, wie die Soester Landrätin, keinen eigenen Account in den sozialen Netzwerken. Eine Anfrage der Neuen Regionale dazu ließ er bis Redaktionsschluss unbeantwortet.

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