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Ein Rettungswagen im Einsatz
Foto: Shutterstock (Symbolfoto)
Die Rettungsdienste könnten durch das System entlastet werden.
Kreis Paderborn

Wenn der Notarzt per Chat zugeschaltet wird

Mittwoch, 12. Februar 2020 von Franz Purucker

Per Liveschaltung könnten bald Notärzte im Kreis Paderborn zum Unfallort dazugeschaltet werden. Die Region könnte als eine der ersten davon profitieren. Mit dem System sollen jedoch keine Notärzte eingespart werden, versichert der Ärztliche Leiter Rettungsdienst des Kreises Paderborn.

Ziel eines Telenotarztsystems – so heißt der Notarzt per Chatsystem – ist es, dass das Rettungsdienstpersonal vor Ort unabhängig vom Einsatzort, jederzeit in Echtzeit mit dem Telenotarzt kommunizieren und ihn in die Versorgung einbinden kann.

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Medizinische Daten (Blutdruck, EKG) können in Echtzeit übertragen werden. Der Telenotarzt stellt die Diagnose, überwacht alle lebenswichtigen Funktionen, unterstützt das Rettungsdienstpersonal vor Ort und versorgt die aufnehmenden Krankenhäuser mit Informationen, die dann nahtlos weiter behandeln können. Umgekehrt kann er durch seine fachliche Einschätzung  auch unnötige Einsätze vermeiden.

Der Kreis Paderborn plant seit Oktober vergangenen Jahres federführend fürdie drei Kreise die Einführung eines telemedizinischen Notfallsystems. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hatte angekündigt, dass bis spätestens Ende des Jahres 2022 in jedem Regierungsbezirk mindestens ein Telenotarzt-Standort den Regelbetrieb auf nehmen solle.

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Das System sei eines der herausragenden Projekte in der Digitalisierungsstrategie im Gesundheitswesen des Landes. Die Kosten seien über die Gebührensatzungen der Träger der Rettungsdienste refinanzierbar. Träger des Rettungsdienstes sind die Kreise. Allerdings könne nicht jeder Träger einen solchen Standort vorhalten. Hier seien Vereinbarungenzwischen den Trägern notwendig.

Eine Telenotarztsystem sei gerade im ländlichen Raum, wo die Notärzte knapp und die Wege länger sind, eine große Chance. Zumal Krankenhäuser über vollgestopfte Notfallambulanzen mit zuweilen nicht lebensbedrohlich Erkrankten und überlasteten Ärzten klagen.

Gleichzeitig wird die Zahl der Rettungsdiensteinsätze weiter steigen, weil die Menschen älter und anspruchsvoller werden. „Das geplante Telenotarztsystem unterstützt die bestehenden rettungsdienstlichen Strukturen“, betont der Ärztliche Leiter Rettungsdienst des Kreises Paderborn, Ingo Christiansen. „Es werden nicht weniger Rettungswagen und Notärzte unterwegs sein“, bekräftigt Christiansen.

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