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Ein aufgedrehter Wasserhahn
Foto: Symbolfoto Pixabay
Woher kommt eigentlich das Wasser, welches aus unserem Wasserhahn läuft. Wir haben mal nachgehakt.
Thema der Woche

Woher kommt unser Trinkwasser?

Sonntag, 4. November 2018 von Franz Purucker

Die mit Abstand wichtigste Wasserquelle für die Region ist die Aabachtalsperre bei Bad Wünnenberg, die 200.000 Menschen in den Kreisen Paderborn, Soest und Gütersloh versorgt.

Karte mit Wasserleitungen im der Region
Übersichtskarte mit Wasserleitungen, Pumpen und der Aabachtalsperre in Geseke, Büren, Salzkotten, Bad Wünnenberg und Delbrück.


Im NR-Land erhalten Bad Wünnenberg (allerdings ohne den Ortsteil Bleiwäsche, der aus Brilon versorgt wird), Büren und Geseke ihr Wasser aus dem Stausee, wobei Büren zusätzlich zwei Quellen im Empertal in der Nähe von Leiberg betreibt, die rund ein Viertel des Wasserbedarfs abdecken. Das Wasser muss jedoch wegen hoher Nitratwerte von 50 bis 55 Milligramm pro Liter (Grenzwert: 50mg/l) mit dem der Aabachtalsperre gemischt werden.

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Büren ist damit von der Hauptwasserleitung aus Bad Wünnenberg abhängig. Würde die Leitung ausfallen, käme es zum Versorgungsausfall, heißt es deshalb im Wasserkonzept der Stadt. Theoretisch gibt es eine Wasserleitung aus Salzkotten. Wasser läuft jedoch nur bergab – deshalb kann das Wasser nur von Büren nach Salzkotten fließen. Im Konzept wird deshalb der Vorschlag gemacht, eine Pumpstation zu bauen, um gegebenenfalls Wasser aus der Sälzerstadt zu beziehen.
Salzkotten ist in der komfortablen Lage, sich komplett selbstständig mit Wasser aus den eigenen vier Brunnen östlich der Stadt versorgen zu können.

Blick auf den Aabachsee
Blick auf den Aabachsee aus dem drei der fünf NR-Land Städte mit Trinkwasser versorgt werden. Foto: Hubert Berberich / Wikipedia


Dabei lobt der Leiter des Wasserwerks, Ludwig Bewermeier, die Wasserqualität des Wasserwerkes: „Wir können das Wasser quellfrisch ohne Chlorung ins Netz leiten – für die Gesundheit ist das optimal.“
Nachteil: Das Wasser ist sehr kalkhaltig – also hart. Aktuell baut Salzkotten deshalb eine sogenannte Carix-Anlage zur Entkalkung. Chemikalien werden trotzdem nicht zugesetzt. Durch den geringeren Kalkgehalt müssen die Salzkottener künftig weniger Wasserenthärter dazugeben. Allerdings steigt auch der Wasserpreis zum Jahreswechsel von aktuell günstigen 0,80 Euro auf dann 1,18 Euro (inkl MwSt.).

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Drei Städte betreiben gemeinsam Wasserwerk


Trotz der geografischen Nähe besteht keine Wasserleitung nach Geseke, was vermutlich an der historischen Gre

nze liegt. Bis heute trennt beide Städte die Kreis- und Bezirksgrenze.
Die Stadt Geseke hat ihre Brunnen wegen zu hoher Chloridwerte 1993 komplett stillgelegt und ist seitdem von der Aabachtalsperre abhängig. Durch die Leitung fließen rund zwei Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr, von denen gut eine Million an die Städte Rietberg und Rheda-Wiedenbrück geht, der Rest ist für die Versorgung von Geseke bestimmt.
Eine Besonderheit stellt die Wohnlage Ermsinghausen dar, die zu Langeneicke gehört. Die 80 Bewohner dort versorgen sich durch eigene Brunnen. Das gleiche gilt für die Gewerbegebiete östlich der Stadt. Ein Anschluss an das öffentliche Trinkwassernetz wäre dort zu teuer.

Blick in einen Wasser Sammelbehälter.
In diesem Behälter in Delbrück-Ostenland wird das Wasser gesammelt, um Bedarfsschwankungen auszugleichen. Foto: Franz Purucker


Eine Wasserverbindung gibt es jedoch von Salzkotten nach Delbrück zum Gemeinschaftswasserwerk Boker Heide, an dem zu je einem Drittel die Städte Paderborn, Salzkotten und Delbrück beteiligt sind. Die beiden zuletzt genannten beziehen etwa zehn Prozent ihres kompletten Wasserbedarfs von dort, den Rest fördern beide Städte selbst.


Im Sommer dieses Jahres kam es in Delbrück zu Problemen in der Wasserversorgung, sodass in einigen mehrstöckigen Gebäuden die Duschen nicht funktionierten. Das Problem: Weil vielerorts Gärten bewässert wurden, sank der Druck in den Abendstunden massiv ab – der Wassersammelbehälter Ostenland war fast leer. Über einige Stunden wurde deshalb kein Wasser nach Paderborn geliefert und es wurden erhöhte Mengen vom Gemeinschaftswasserwerk bezogen, um den Druck zu stabilisieren. Den größten Teil des Wassers liefert in Delbrück das städtische Wasserwerk Ostenland. Obwohl der Pro-Kopf-Bedarf an Wasser seit Jahren dank moderner Technik sinkt, steigt der Bedarf in Delbrück, vor allem aufgrund von Neuansiedlungen und wasserintensiver Lebensmittelindustrie.

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