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Foto: Franz Purucker
Fotograf Rainer Pollmeier - genannt Herr Sommer - macht ein Passbild für eine Kundin.
Thema der Woche

Warum müssen immer mehr Fotogeschäfte schließen

Samstag, 9. Oktober 2021 von Franz Purucker

Am 31. Oktober ist endgültig Schluss bei Foto Sommer, dem letzten Fotogeschäft von Geseke. Mit Rainer Pollmeier, den alle nur Herr Sommer nennen, verlässt ein ehemaliges Schwergewicht die Branche. Denn: Foto Sommer war einmal ganz groß im Geschäft.

Die 70er Jahre waren die Hochzeit der Fotobranche. Photo Porst eröffnete hunderte Filialen in ganz Deutschland und Pollmeier lernte hier das Verkaufen. Ab 1980 macht sich der bei der Luftwaffe als Fotograf ausgebildete junge Mann unter der Marke Ninas Bildermarkt selbstständig. Das Babygesicht im Firmennamen war die Tochter des Firmenchefs.

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1993 kommen die Geschäfte von Foto Sommer dazu – eine Zeit, wo die Fotogeschäfte bereits auf die Krise zusteuern. Pollmeier setzt auf ein neues Konzept: Raus mit den beratungsintensiven Kameras, stattdessen Fotofilme, Bilderrahmen und Batterien für Kameras. Das Unternehmen übernimmt wenig später auch die 90 Filialen von Allkauf Foto und wird zum größten Konkurrenten von Photo Porst in NRW.

Als in den 90er Jahren die Digitalkameras aufkommen, bricht auch das profitable Filme-Geschäft zusammen.

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Im Jahr 2000 ist dann aber auch für Foto Sommer Schluss – die Kette geht ebenso wie Photo Porst Konkurs. Pollmeier kauft die profitablen Geschäfte heraus und führt unter anderem die Geschäfte in Geseke, Salzkotten und Lippstadt weiter – immer noch unter dem Namen „Foto Sommer“ – den er damals hat schützen lassen.

Nach und nach hat Pollmeier aber seine Filialen verkauft: Das Salzkottener Geschäft hat als eine der letzten Filialen zum Jahreswechsel die frühere Mitarbeiterin Saskia Rohde übernommen. Rein vom Fotogeschäft könnte auch sie kaum leben: Die Filiale ist Annahmestelle für drei Paketdienste und bietet Lottoscheine an. Eine Entwicklung, die schon Pollmeier angestoßen hatte, der nun 76 Jahre alt ist und an den Geburtsort seiner Frau nach Werdau in Sachsen umziehen wird. 

Dass er das Fotogeschäft in Geseke nun aufgibt, hängt auch mit der Stadt zusammen und einer Entwicklung, die es den verbliebenen Fotogeschäften zusätzlich schwer machen könnte. Das bestätigt auch eine Fotografin aus Büren. (puru)

Welches Geschäft für Fotogeschäfte weiter existenziell ist, warum die Zahl der Fotografen trotzdem gestiegen ist und wie Smartphones und Digitalkameras das Geschäft bestimmen, lesen Sie auf der nächsten Seite.

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