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Foto: Günter Fiedler
Statt den hochmodernen RRX-Zügen rollen alte Schnellzugwagen durchs NR-Land.
NR-Land

Warum historische Zugwagen durchs NR-Land rollen

Montag, 7. Februar 2022 von Franz Purucker

Statt in den voll klimatisierten RRX-Zügen mit WLAN und Barrierefreiheit müssen Bahnpendler aktuell in einem bunt gewürfelten Wagenpark verschiedener Eisenbahnunternehmen Platz nehmen – darunter so mancher eigentlich ausrangierter Zug. Betroffen sind die Züge des RE11 nach Düsseldorf und Kassel.

Der Grund ist das Aus des Bahnunternehmens Abellio, dass sich am 31. Januar aus dem Markt verabschiedet hat.

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Während die Mitarbeiter vom neuen Linienbetreiber NationalExpress umgeschult werden, haben lokbespannte Züge der Centralbahn und von Tri Train Rental den Verkehr übernommen. Beide Anbieter haben sich auf nostalgische Züge und Gebrauchtwagen spezialisiert.

Train Rental beschreibt es etwas positiver: „Die TRI-Züge bestehen überwiegend aus bisherigen DB-Schnellzugwagen „Bomz 236“ mit gemütlichen Abteilen und Mehrzweckwagen BDcm 874.1 mit extrabreitem Einstieg. Die Reisezugwagen vermitteln auf der traditionellen Verbindung Ruhrgebiet – Kassel Fernverkehrsflair vergangener Zeiten.“

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Die Züge fahren in den veröffentlichten Regelfahrzeiten mit denselben Zwischenhalten. Lediglich die Verbindung zwischen Düsseldorf und Essen wird gestrichen. Die Wagen sind nicht vollständig barrierefrei.

Nach dem Abellio-Aus werden auch kritische Stimmen lauter, die fordern, den Bahnverkehr nicht nur unter Kostengesichtspunkten auszuschreiben. Aktuell werden die Verkehrsverträge an den Anbieter vergeben, der unter Sicherstellung eines gewissen Qualitätsstandards die Leistung am günstigen erbringt.  Die europaweite Ausschreibung ist jedoch nach EU-Recht vorgeschrieben. Würden sich die Verkehrsverbünde für einen teureren Anbieter entscheiden, könnte der unterlegene Bieter klagen.

Der neue Anbieter NationalExpress übernimmt zum 1. März den Verkehr in den gewohnten RRX-Fahrzeugen auf der RE11. Auf anderen Strecken in NRW übernehmen DB Regio und Vias. Wechselnden Abellio-Mitarbeitern werden bis zu zwei zusätzliche Monatsgehälter als Treue- und Wechselprämie versprochen.

Der Wechsel wird für den Steuerzahler teuer: Das Land stellt den Anbietern, die ehemalige Abellio-Strecken übernehmen, für die nächsten zwei Jahre insgesamt 380 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung.

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