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Foto: Franz Purucker
Ein Fahrzeug des Internetgigantens Google biegt in den Kreisel bei Büren-Steinhausen ein.Foto: Franz Purucker
Büren

Warum fährt ein Google-Auto durch Büren?

Sonntag, 7. November 2021 von Franz Purucker

In einem Opel mit Kamera auf dem Dach ist die Firma Google in der vergangenen Woche in Büren und seinen Ortsteilen unterwegs gewesen. Eine Aufschrift am Heck zeigt, es geht scheinbar um Fotos für Googles Kartendienst Maps und den Dienst Streetview, der es ermöglicht, virtuell vom PC aus durch die Stadt zu laufen.
Wer nun hofft, bald virtuell durch Büren spazieren zu können, wird enttäuscht.

Während in großen Teilen Europas jedes Dorf und jeder Feldweg über Street View erfasst und virtuell begehbar ist, sind in Deutschland nur 20 Städte verfügbar, darunter Bielefeld. Diese Aufnahmen sind inzwischen mehr als zehn Jahre alt und wurden seitdem nicht mehr aktualisiert.

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Der Grund: In Deutschland erhielt Google heftigen Gegenwind von Datenschützern für seine Fotos. Diese kritisierten, dass Private ohne Schutzmöglichkeit in die Öffentlichkeit gezerrt werden würden Letztlich verfügte die Hamburger Datenschutzbehörde, die wegen des Sitzes von Google in der Hansestadt zuständig war, dass jeder das Recht haben muss, die Verpixelung seines Wohngebäudes bei Google durchsetzen zu lassen. 244.000 Haushalte – drei Prozent aller fotografierten Objekte – machten davon gebrauch. Google musste dafür extra 200 Mitarbeiter einstellen, um den enormen Aufwand abzuarbeiten.

Danach stoppte Google die Veröffentlichung weiterer Street-View-Aufnahmen, sodass Deutschland bis heute ein weißer Fleck auf Googles Streetview-Karte ist.

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Zuletzt berichtete die Welt am Sonntag im Oktober 2019, dass Google mit der Hamburger Datenschutzbehörde im Gespräch sei, um wieder Streetview-Aufnahmen durchzuführen. Der Europasitz von Google ist inzwischen aber in Irland.

Sind die Aufnahmen also der Wiedereinstieg ins Streetview? Die Neue Regionale fragte bei Google Deutschland nach. Die Antwort: Die Fahrten des Wagens stehen nicht in Verbindung mit Street View, sondern dienen der Verbesserung des Kartenmaterials auf Google Maps. „Wir wissen, dass das Interesse an unseren Kamera-Autos groß ist. Es sind dieselben Autos, die wir in der Vergangenheit genutzt haben, um Bilder für Street View aufzunehmen. Bei den Fahrten nutzen wir das Bildmaterial aber nur, um Google Maps zu verbessern und haben keine Pläne, dieses zu veröffentlichen“, so Lena Heuermann, Pressesprecherin bei Google Deutschland.

Was Google nicht bestätigt, aber ebenfalls Grund für die Aufnahmen sein könnte, sind hochpräzise Aufnahmen zur Erstellung von maschinenlesbaren Karten, etwa für autonomes Fahren. Kartenanbieter wie TomTom und Here führen diese aktuell vermehrt deshalb durch.

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