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Foto: Keuter
NR-Land

Warum die Almetalbahn so schnell wie möglich wieder fahren sollte

Dienstag, 15. März 2022 von NR Redaktion

Die Aufnahmen für die Schranken sind noch vorhanden, die Blinklichter als Ankündigungssignal für den Lokführer lediglich verhüllt und das Schalthäuschen für die Technik steht im Salzkottener Ortsteil Niederntudorf noch.

Sogar ein Bahnsteig-Neubau aus dem Jahr 2002 mit zeitgemäßer Ausstattung wie Sehbehindertenmarkierung und eine direkte Busanbindung sind vorhanden. Lediglich ein wackeliger Lattenzaun versperrt den Zugang zu den verwaisten Betonelementen, an dem bis Mitte der 2000er Jahre Waggons der Dampfsonderzüge hielten.

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Perfekte Voraussetzungen für eine Wiederinbetriebnahme der Almetalbahn zwischen Paderborn, Büren und Brilon. Genau für diese kämpft die Imitative „Zügig ans Netz“ und hat ein wenig Angst, dass das Projekt in Vergessenheit gerät.

Der zuständige Nahverkehrsverbund Westfalen-Lippe (NWL) führt aktuell eine Machbarkeitsstudie durch. Auch in die Zielnetz-Konzeption NRW 2040 ist die einst überregional bedeutsame Eisenbahnverbindung samt Fahrzeiten bereits eingearbeitet. Ende dieses Jahres werden die Ergebnisse der Studie erwartet. Von hier hängt ab, ob die Planungen weitergehen und irgendwann wieder ein Zug auf der Strecke fährt. Die Verkehrssicherungsmaßnahmen führt aktuell der Kreis Paderborn durch.

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Die gewidmete Bahntrasse ist für die Initiative Almetalbahn als Verkehrsweg in Salzkotten-Tudorf noch deutlich erkennbar. Foto: Initiative Almetalbahn

„Wenn wir es nicht schaffen, diese gewidmete Bahntrasse wieder in Verkehr zu bringen, brauchen wir uns über viele andere Klimaschutzprojekte erst gar nicht mehr unterhalten“, stellt Rainer Wester fest, der seit Jahren für die Almetalbahn kämpft.

In den Räten der Anrainerkommunen Brilon, Büren, Salzkotten und Borchen wurde bereits vor zweieinhalb Jahren eine Resolution verabschiedet, die Bahn wieder ans Netz zu bringen.

Fakt ist für die Initiative, dass Busse keine Alternative für die Almetalbahn sind: „Ein Regionalbus fährt maximal bis in den Nachbarkreis“, meint Felix Wagner von der Initiative im Hinblick auf das weit gesteckte Ziel der Bundesregierung, die Reisendenzahlen der Bahn in wenigen Jahren verdoppeln zu wollen. „Die Bahn gehört ins Almetal, um Regionen zu verbinden und diese zu stärken“.

Die Netzwirkung könnte die Eisenbahnverbindung für das Almetal voll entfalten, ist die Bürgerinitiative sicher.
Denkbar sind durchgehende Züge von Tudorf nach Marburg oder Dortmund. Je nachdem, welche heute in Brilon endende Linie nach Paderborn verlängert würde. Über die Anschlüsse an den Knotenpunkten wird eine Bahn den Bussen deutlich überlegen sein, vor allem mit zunehmender Umsetzung des Deutschlandtaktes und der geplanten S-Bahn OWL.

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Bis es soweit ist, muss die teils gleislose Bahnstrecke als Verkehrsweg erkennbar bleiben, so die 60 Mitglieder zählende Initiative.

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