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Sternsinger, die an einer Haustür klingeln
Foto: Benne Ochs / Kindermissionswerk
Sind die Sternsinger echt?
NR-Land

Waren falsche Sternsinger im NR-Land unterwegs?

Samstag, 11. Januar 2020 von Franz Purucker

Die als Heilige Drei Könige verkleideten Kinder kamen ohne Spendenbüchse und Ausweis, trotzdem gab eine Facebook-Userin aus Salzkotten ihnen Geld. Im Nachgang kam ihr die Sache komisch vor, wie sie bei Facebook schreibt. Sie gab das Geld einem der Kinder direkt in die Hand – was untypisch ist. Die Spenden sollen eigentlich direkt in eine Spendenbüchse gehen.

Ihr Verdacht: Betrüger nutzten die Sternsinger-Tradition aus, um selbst Geld einzustreichen. Ein ähnlicher Fall wurde vor einigen Tagen aus Hövelhof berichtet. Waren tatsächlich unechte Sternsinger unterwegs?

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Pfarrer hat simple Vermutung

„Uns liegt keine Anzeige dazu vor, weder aus Hövelhof noch aus Salzkotten“, erklärt Michael Biermann, Pressesprecher der Paderborner Polizei, auf Anfrage der Neuen Regionalen. Aber: Gut möglich, dass der Fall nicht zur Anzeige gebracht wurde.

Insgesamt macht es der Gesetzgeber dubiosen Spendensammlern recht einfach: Verboten ist es nicht, von Haus zu Haus zu ziehen und Geld einzusammeln. Erst wer sich für eine Hilfsorganisation ausgibt, für die er gar nicht sammelt, macht sich wegen Betrugs strafbar.

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Am Dreikönigssingen in Salzkotten-Thüle beteiligten sich in diesem Jahr insgesamt 47 Kinder, die in 15 Gruppen von Haus zu Haus zogen.Foto: Kirchengemeinde St. Laurentius Thüle

Juristisch schwierig sind Fälle von dubiosen Hilfsorganisationen, die das Geld letztlich anderweitig verwenden als behauptet. Ein Beispiel ist das Deutsche Tierhilfswerk (DTHW). 100 Millionen Euro wurden mit Bildern gequälter Tiere an Haustüren als Spenden locker gemacht, davon gingen 50 Millionen in ein Feriendorf und mindestens 35 Millionen aufs Privatkonto des Vorsitzenden.

Zurück zu den Sternsingern: Pfarrer Martin Beisler, der gleichzeitig Leiter des Pastoralverbundes Salzkotten ist, schließt nicht aus, dass es sich bei dem dubiosen Fall in Salzkotten um echte Sternsinger gehandelt hat: „Vielleicht haben sie einfach die Spendendose im Auto vergessen. Mir wurde der Fall bereits am Sonntag nach dem Gottesdienst berichtet.“
Grundsätzlich weist der Geistliche darauf hin, dass sich die Sternsinger offiziell ausweisen können. „Auf dem Ausweis befindet sich unser Stempel und meine Unterschrift.“ Das Geld soll in eine verplombte Spendendose geworfen werden, um Missbrauch auszuschließen. Vielleicht waren die Kinder aber aufgeregt und haben das Geld fälschlicherweise direkt entgegengenommen und dann in die Spendendose geworfen.

Sammler waren trotzdem erfolgreich

Jedenfalls waren die Heiligen Drei Könige auch dieses Jahr sehr erfolgreich: Die Sternsinger der Kirchengemeinde St. Nikolaus Büren sammelten 13.000 Euro für die Straßen-Kinder in Brasilien (Projekt Avicres). Die 57 Kinder der St. Johannes Gemeinde Salzkotten konnten 8.600 Euro zusammentragen, die an Organisationen gehen, die sich für Frieden im Libanon einsetzen. In Thüle zogen 47 Kinder mit.

Die Sternsinger der Kirchengemeinde St. Nikolaus Büren waren am Samstag, 4. Januar, im Stadtgebiet von Büren unterwegs und haben den Segen in jedes Haus gebracht. Foto: Kirchengemeinde

In den zum Pastoralverbund Büren gehörenden Gemeinden St. Antonius Einsiedler Steinhausen und St. Aloysius Eickhoff waren mehr als 60 Kinder und Jugendliche in 20 Gruppen unterwegs. Spendensummen wurden noch nicht mitgeteilt.

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