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Eine Verkäuferin hinter Plexiglas
Foto: Paul Penner
Geschützt hinter einer Plexiglas-Scheibe: Die Kassierin Alla Herdt in der Edeka bei Paul Filiale in Geseke.
Büren/Geseke

Wann die Supermärkte am leersten und warum Hamsterkäufe unnötig sind

Mittwoch, 25. März 2020 von Franz Purucker

„Es ist genug für alle da“, unterstreicht Paul Penner, Inhaber von Edeka bei Paul in Geseke. Auch in seinem Supermarkt sind zeitweise Mehl, Toilettenpapier und Nudeln ausverkauft. Hintergrund: „Die Logistik kommt nicht hinterher, fährt schon Sonderschichten“, erklärt der Edeka-Kaufmann: Aktuell wird das dreifache des normalen Volumens bewegt.

Grund zur Sorge gäbe es jedoch nicht. „Kaufen Sie ganz normal in handelsüblichen Mengen ein“, so Paul Penner weiter: „In ein paar Wochen sind auch die anderen Produkte wieder komplett verfügbar.“ Die Lücken bei H-Milch, Bockwürstchen und Konserven füllen sich bereits langsam wieder.

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Ähnliche Erfahrung machte Olaf Rüthing vom gleichnamigen Rewe-Markt in Büren-Steinhausen: „Es war schlimmer als vor Weihnachten. Wir wurden regelrecht leergekauft.“ Vier Lieferungen kommen pro Woche in seiner Filiale an. „Sobald der Lkw da ist, stehen die Leute im Markt und fragen nach Toilettenpapier“, so Rüthing, der inzwischen mit Durchsagen im Markt dazu aufruft, in handelsüblichen Mengen einzukaufen.

Besonders überrascht den Rewe-Kaufmann, dass Produkte wie Mehl und Trockenhefe sich so gut verkaufen, die sonst nur in geringen Mengen gekauft werden. „In einer Woche oder 14 Tagen hat sich das wieder beruhigt“, prognostiziert der Marktleiter.

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Wer soziale Kontakte meiden möchte, dem empfiehlt Olaf Rüthing in den Abendstunden einzukaufen. Bislang treffe man dort nur die Mitarbeiter der Lebensmittelproduktion, die nach zahlreichen Überstunden dann hastig ihre Einkäufe erledigen und die langen Öffnungszeiten bis 22 Uhr nutzen.

Auch Paul Penner rät auf die Abendstunden auszuweichen: „Die klassischen Stoßzeiten sind 10 bis 13 Uhr und 16 bis 19 Uhr“, so der selbstständige Edeka-Kaufmann: „Älteren empfehle ich 19 oder 20 Uhr einzukaufen, da gibt es weniger Menschenkontakte.“ Edeka bei Paul in Geseke schließt 21 Uhr.

Beide Marktbetreiber haben in die Sicherheit ihrer eigenen Mitarbeiter investiert. Die Kassierer sitzen hinter Plexiglasscheiben, um sich nicht anstecken zu können. Der Edeka bei Paul in Geseke setzt zudem auf sogenannte i-Cash-Kassen, bei denen das Geld in Automaten gesteckt wird. Das Wechselgeld kann direkt entnommen werden und muss nicht von Kassierern berührt werden. Als nächstes sollen für die Kunden Desinfektionsspender im Kassenbereich aufgestellt werden.

Pflicht sind seit vergangener Woche auch Einlasskontrollen: Im Rewe in Büren-Steinhausen ist der Zutritt nur mit Einkaufswagen erlaubt. Maximal 40 Stück stehen auf dem Parkplatz zur Verfügung, danach müssen die Kunden warten. Im Edeka bei Paul reguliert der Verein Geseker Nachbarschaftshilfe den Zutritt. Maximal 70 Personen dürfen gleichzeitig im Markt sein.

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Mehr Kunden bedeuten für die Märkte auch mehr Personaleinsatz – insbesondere zum Einräumen der Regale. Edeka bei Paul hat dafür vier neue Mitarbeiter eingestellt. Rewe Rüthing setzt auf Schüler, die durch die Schließung der Schulen nun mehr Zeit zum Arbeiten haben.

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