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Kann sich Hans-Jürgen Thies (CDU) halten? Gut möglich, dass Wolfgang Hellmich ihm das Direktmandat streitig macht.
NR-Land

Wackeln die CDU-Hochburgen Paderborn und Soest?

Sonntag, 26. September 2021 von Franz Purucker

Der Paderborner Bundeswahlkreis zählt seit der Gründung der Bundesrepublik zu einer sicheren CDU-Hochburg. Seit 1949 konnte die Union alle Direktmandate hier gewinnen.

Aber: Der Abstand wird kleiner. Konnte Heinrich Pohlmeier 1983 noch satte 69 Prozent der Stimmen für die CDU holen, erreichte Carsten Linnemann zur letzten Bundestagswahl 2017 nur noch 53,3 Prozent. Dieses Mal ist auch ein Ergebnis unter 50 Prozent denkbar.

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Der Paderborner profitiert auch von Stimmen anderer Lager: 2017 wählten knapp 13 Prozent mit der Erststimme Linnemann und mit der Zweitstimme eine andere Partei.

Anders als sein Vorgänger Gerhard Wächter, der bis 2009 für den Paderborner Wahlkreis im Parlament saß und kaum auffiel, ist Linnemann bundesweit durch seinen Bundesvorsitz der Mittelstands- und Wirtschaftsunion, einem einflussreichen Wirtschaftsflügel der Union, bekannt.

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Carsten Linnemann wird aber auch vorgeworfen, die Energiewende auszubremsen. Die Journalistinnen Susanne Götze und Annika Joeres bezeichneten den 44-Jährigen in ihrem Buch als Teil des „Bermudadreieck der Energiewende“, das jeden klimapolitischen Fortschritt schlucke.

Im Kreis Soest ist das Rennen ein wenig spannender: Zwar ging der Wahlkreis mit Ausnahme von 1998 auch hier immer an die CDU, aber schon 2017 war der Abstand stark geschrumpft: 42,7 Prozent wählten Hans-Jürgen Thies (CDU), 29,3 Prozent Wolfgang Hellmich (SPD). Die Umfragen sagen der SPD einen Wahlsieg voraus – gut möglich, das Hellmich von der Stimmung profitiert.

Aber selbst wenn dieser das Direktmandat nicht gewinnt, ist wieder ein Einzug in den Bundestag möglich.
Nur die Hälfte der Sitze wird über Direktmandate vergeben, die andere Hälfte über die Landeslisten der Parteien – jeweils abhängig von deren Zweitstimmenergebnis. Darüber zog der Soester zuletzt in den Bundestag ein.

Auch der Paderborner SPD-Kandidat Burkhard Blienert rutschte 2013 noch ganz knapp in den Bundestag und bekam am nächsten Morgen einen ganz überraschenden Anruf. Dieses Mal steht Burkhard Blienert auf Listenplatz 52, Wolfgang Hellmich auf Listenplatz 21.

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Sollten die Direktmandate überraschend nicht an die CDU gehen, würde der Paderborner Carsten Linnemann nicht mehr dem Bundestag angehören, da er gar nicht auf einem Listenplatz kandidiert. Hans-Jürgen Thies könnte den Einzug über Listenplatz 31 schaffen.

Auch der Soester AfD-Kandidat Berengar Elsner von Gronow wird sein Mandat mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit verlieren, weil ein Wahlkreissieg als äußerst unwahrscheinlich gilt. Seine Partei hat ihn nicht auf die Landesliste gewählt. Laut eines Artikels des Soester Anzeigers will der 44-Jährige politisch aktiv bleiben, da er als ehemaliges AfD-Bundestagsmitglied in der Privatwirtschaft als verbrannt gelte.

Weitere Kandidaten der Region mit wenig aussichtsreichen Plätzen auf Landeslisten sind Roze Özmen (FDP-Platz 37), die Salzkottenerin Dr. Elisabeth Schaper (Grüne, Platz 61) und Martina Schu (Linke, Platz 13).

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