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Foto: Wirtschaftsjunioren Paderborn Höxter
Kevin Taron hat als Vorsitzender der Wirtschaftsjunioren Paderborn+Höxter die Sorgen der Wirtschaft in den Kreisen Paderborn und Höxter im Blick.
NR-Land

Vier von fünf Firmen sind teilweise oder stark von Corona-Krise betroffen

Mittwoch, 1. April 2020 von NR Redaktion

Die Wirtschaftsjunioren Paderborn+Höxter haben ihre Mitglieder zu den Folgen der Coronakrise befragt. Mit einem positiven Jahresergebnis rechnet kaum noch ein Unternehmen.

„Wie nicht anders zu erwarten war, sind auch bei den heimischen Betrieben die Sorgen groß“, fasst Kevin Taron, Vorsitzender der Wirtschaftsjunioren Paderborn+Höxter (WJ) zusammen.

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Rund 80 Prozent der WJ-Mitglieder, dazu gehören kleine und mittelständische Unternehmen mit einstelliger Mitarbeiterzahl, aber auch Firmen mit mehreren hundert Beschäftigten, gaben an, stark oder teilweise in einzelnen Firmenbereichen betroffen zu sein. Nur 20 Prozent sehen den Schaden durch Corona geringfügig an.

Als Gründe für die starke bis mittlere Betroffenheit werden häufig wegbrechende Aufträge oder Veranstaltungen genannt, die fest in das Jahresbudget eingeplant waren. Dazu gebe es derzeit kaum Möglichkeiten, neue Kunden zu gewinnen. Zudem sorgen Materialengpässe für die Unterbrechung von Produktionsketten. Dem Dienstleistungsgewerbe fehlt durch die Kontaktsperren der wichtige direkte Draht zu den Kunden.

Stellenabbau wird vereinzelt nicht ausgeschlossen

Digitale Möglichkeiten seien zwar hilfreich, aber auch nicht in jedem Fall eine Lösung. Sorgen bereitet vielen Unternehmern aber auch die Gesundheit der Mitarbeiter, denn die permanente Trennung am Arbeitsplatz ist zum Beispiel in handwerklichen Berufsfeldern oftmals nur schwer umsetzbar.

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Der Ausblick in die Zukunft fällt dementsprechend dürftig aus.„Mit einem positiven Abschluss rechnet im Jahr 2020 kaum noch ein Mitgliedsunternehmen der Wirtschaftsjunioren Paderborn+Höxter. Es ist einfach noch nicht abzusehen,wie lange die Krise andauert“, so Taron. Vereinzelt schließen heimische Unternehmen auch einen Abbau von Mitarbeiterstellen nicht aus.

Demgegenüber sehen Mitglieder aus dem Dienstleistungsgewerbe allerdings auch Chancen, auf eine erneuerte Arbeitswelt nach der Coronakrise, in der die Digitalisierung und die flexible Arbeit eine größere Rolle spielt.

Soforthilfen werden überwiegend positiv aufgenommen

Von Seiten der Politik wünschen sich die heimischen Unternehmen klare und verantwortungsvolle Entscheidungen sowie Hilfen ohne einen zu großen Bürokratieaufwand dahinter. Für die jüngsten Maßnahmen zur Ankurbelung (mehr Infos zum Sofortpaket in unserem Beitrag dazu) bewerten 68 Prozent der WJ-Mitglieder mit mindestens sieben von zehn Punkten.

„Die Situation ist und bleibt schwierig und für unsere Mitglieder auch in den nächsten Wochen noch eine bis an die Existenz gehende Belastung. Wir setzen als Netzwerk alle Hebel in Bewegung, um uns gegenseitig zu unterstützen. Gleichzeitig hoffen wir, dass die aktuelle Situation nicht mehr allzu lange andauert“, sagt Taron.

Die Wirtschaftsjunioren Paderborn+Höxter sind ein selbständiges, regionales Unternehmer-Netzwerk mit derzeit rund 100 Mitgliedern. Es deckt die gesamte Bandbreite der Wirtschaft in den Kreisen Paderborn und Höxter ab.



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