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Foto: Pxhere (Symbolfoto)
Kreis Paderborn

Viele Ruhestörungen bei lauen Sommernächten: Das sollten Nachtaktive beachten

Dienstag, 18. August 2020 von NR Redaktion

Vermutlich bedingt durch die lauen Sommernächte hielten sich in letzten Tagen, oder wohl besser Nächten, viele Menschen im Freien auf, was von Freitag bis Sonntag mehrfach zu Lärmbelästigungen und Ruhestörungen, oft verbunden mit steigendem Alkoholkonsum führte. Sogar zu körperlichen Auseinandersetzungen musste die Polizei ausrücken.

So beschwerten sich insbesondere in der Nacht zu Sonntag viele Anwohner über überlaute Musik und Partys im Außenbereich, auf Terrassen oder Balkonen. Beschwerden gingen aber auch über das Fahrverhalten von einzelnen Autofahrern ein, die insbesondere an der Detmolder Straße wiederholt durch lärmbelästigende Fahrmanöver wie extreme und lautstarke Beschleunigungen, grundloses Hupen und „Burnouts“ auffielen.

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Gemeldet wurden der Polizei im Kreis Paderborn dermaßen vielen Ruhestörungen, dass die Beamten nur die dringendsten und schwerwiegendsten Fälle anfahren konnten, da parallel dazu andere, wichtige polizeiliche Einsätze durch die Beamten bewältigt werden mussten.

In den meisten Fällen zeigte die polizeiliche Ermahnung zur Ruhe Wirkung: Die Musik wurde leiser gestellt, Anwohner freuten sich über die wiederhergestellt Nachtruhe.

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Vielen Ruhestörern war es durchaus bewusst, dass sie sich schlicht und ergreifend unfair und rücksichtslos gegenüber ihren Mitmenschen verhalten hatten – es war ihnen aber egal. Ihre Feier, ihre Party war ihnen wichtiger als die Nachtruhe ihrer Nachbarn.

Viele dieser Feiernden kommen bei diesen Partys zudem meist ungeschützt und distanzlos zusammen und feiern – sei es im Rahmen von größeren privaten Feiern oder im Rahmen von informellen Treffen in der Öffentlichkeit. Corona scheint ein Relikt der letzten Monate zu sein, Hygieneregeln und Abstände werden nicht mehr eingehalten.

Besonders deutlich wird das bei einem Einsatz in Sennelager: Mehrere Anwohner hatten hier die Polizei um Hilfe gerufen, weil von einer Eisdiele an der Bielefelder Straße erheblicher Lärm ausging. Laute Musik schallte aus dem Lokal, Gästen tanzten auf der Straße, andere aus einer angrenzenden Pizzeria nahmen an der Party teil.

Im Rahmen eines ersten Polizeieinsatzes ermahnten die Beamten die Gäste zur Ruhe und drohten im Falle der Nichtbeachtung Folgemaßnahmen an. Um 00.11 Uhr am Sonntagmorgen war es dann soweit: Die Polizeibeamten mussten erneut zu dieser Örtlichkeit ausrücken, da es mittlerweile infolge des reichlichen Konsums von Alkohol zu Rangeleien auf der Straße vor den Lokalen gekommen war.

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Eine Anwohnerin hatte daraufhin versucht, die Partymachenden zu Ruhe zu bewegen. Daraufhin wurde sie beleidigt und bespuckt. Als einer der Feiernden der Frau schließlich nach Hause folgte und versuchte, in ihre Wohnung einzudringen, rief sie die Polizei zur Hilfe. Strafanzeigen wegen Körperverletzungen und Sachbeschädigungen gegen einen 29-jährigen Mann aus Paderborn wurden diesbezüglich gefertigt.

Die Polizei schreibt, sie habe durchaus Verständnis, wenn Bürger das schöne Sommerwetter genießen und wieder mit anderen zusammen feiern wollen. Das Verständnis ende jedoch da, wo aggressives und rücksichtsloses Verhalten im Vordergrund steht und Ordnungswidrigkeiten oder sogar Straftaten begangen werden.

Die Nachtruhe in NRW gilt zwischen 22 und 6 Uhr. Private Gesellschaften sind dann nur in Zimmerlautstärke gestattet. Der Sonntag unterliegt komplett dem Schutz der Sonn- und Feiertagsruhe. Hier ist also auch tagsüber keine Party, kein Maschinenlärm und keine Feierlichkeit erlaubt.

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