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Foto: Projekt IRiS
Am Institut der Feuerwehr NRW wurde die IRiS-Software mehreren Praxistests in realitätsnahen Umgebungen unterzogen.
Umland (Raum Paderborn)

Uni forscht: Wie kann die Feuerwehr das Smarthome-System in Haushalten im Einsatz nutzen?

Montag, 23. November 2020 von NR Redaktion

„Google, macht die Heizung an“ oder „Alexa, spiel im Wohnzimmer ein Lied bei Spotify“. Sprachassistenzen gekoppelt mit Smart Home Lösungen haben in vielen Häusern Einzug gehalten und arbeiten entweder auf Sprachanweisungen oder auch voll automatisch etwa bei der Heizungssteuerung. Künftig sollen diese Systeme auch Feuerwehren helfen.

Denn: Im Brandfall zählt jede Minute. Um vor Ort möglichst schnell und gezielt handeln zu können, planen Rettungskräfte ihren Einsatz bereits auf der Anfahrt. Künftig kann Smart Home Technik dabei helfen.

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Die Idee dahinter: Vernetzte Geräte und entsprechende Haustechnik sowie deren Sensorik sollen den Einsatzkräften frühzeitig ein detailliertes Lagebild vermitteln. Wissenschaftler der Universität Paderborn haben in Kooperation mitdem safety innovation center e.V. das Potential dieser Technologie drei Jahrelang gemeinsam mit den Unternehmen Symcon GmbH (Lübeck) und VOMATEC InnovationsGmbH (Bad Kreuznach) untersucht.

Das gemeinsame Projekt „Intelligente Rettungim SmartHome“ (IRiS), das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung(BMBF) mit 812.000 Euro gefördert wurde, hat nun einen erfolgreichen Abschlussgefunden. Es zeigt, wie neue Technologien in die Prozesse der Feuerwehreinbezogen werden können.

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Zwei Feuerwehren aus dem Kreis Paderborn testen das System

„Im Rahmen des Projektes haben wir uns vor allem mit zwei Fragestellungen beschäftigt: Welche Daten und Funktionen eines Smart Homes können für die Feuerwehr relevant sein? Und: Wie können diese Daten bei Feuerwehreinsätzenunterstützen?“, erklärt der Paderborner Wissenschaftler Torben Sauerland vonder Fachgruppe „Computeranwendung und Integration in Konstruktion und Planung“.

So könnte ein SmartHome der Feuerwehr etwa einen digitalen Grundrissübermitteln, der Informationen zum Aufenthalt der Personen, zu Rauchmeldern und zu steuerbaren Türen, Fenstern oder Lichtern enthält. Das Projektteam hat dafür Konzepte erarbeitet und eine entsprechende Software-Technologie entwickelt und erprobt, die das SmartHome mit der Feuerwehr verbindet.

Dazu Sauerland: „Die Feuerwehr kann mithilfe dieser Technologie schon in der Leitstelle oder unterwegs und vor Ort per Tablet-App auf Informationen zugreifen, das Smart Home steuern und ihren Einsatz noch effizienter koordinieren.“

Die IRiS-Software kann auch eigenständig arbeiten und bestimmte Aufgabenautomatisiert bewältigen. Dazu gehört beispielsweise die automatische Alarmierung der Bewohner, das Einschalten des Lichts oder die Entriegelung von Türen beim Eintreffen der Feuerwehr. Auch komplexere Aufgaben, wie das Lenken des Rauchs oder die genaue Lokalisation anwesender Personen, wurden im Projektuntersucht.

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Torben Sauerland von der Fakultät für Maschinenbau an der Universität Paderborn. Foto: Universität Paderborn

Gemeinsam mit Partnern aus der zivilen Gefahrenabwehr, wie den Feuerwehren aus Borchen und Paderborn oder dem Institut der Feuerwehr NRW (IdFNRW), wurde die Technologie mehreren Praxistests in realitätsnahen Umgebungen unterzogen. „Durch die IRiS-Software haben wir als Feuerwehr bessere Anlaufstellen. Wir können Daten exakter auswerten und sind genauer über die Einsatzstelle informiert. So können wir schneller zur Menschenrettung vorgehen“, fasste ein Übungsteilnehmer seine Erkenntnisse zusammen.

Den Abschluss des Projekts bildete ein Online-Seminar als Fortbildungsveranstaltung des IdF NRW. Dabei diskutierte das Projektteam mit mehr als 50 externen Teilnehmern aus der SmartHome-Branche sowie von Feuerwehren über die Forschungsergebnisse. Anhand des ausgearbeiteten Gesamtkonzeptes zeigten die Projektpartner u. a. auf, welche Vorbereitungen im SmartHome getroffen werden müssten, um im Einsatzfall zu unterstützen.

„Im Projekt IRiS haben wir gezeigt, welche Potentiale die Vernetzung von SmartHome und Feuerwehr bietet. Nun müssen Standards geschaffen werden, damit diese Technologie Teil des Alltags der Feuerwehren werden kann“, kommentiert Projektleiter Michael Steiner (Symcom GmbH) die Forschungsergebnisse.

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