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Foto: Stockfoto
Viele Geocaches enthalten kleine Tauschgegenstände, manche legen als Trackables weite Strecken zurück.
NR-Land

Umsonst und draußen: Mit dem Handy auf Schatzsuche

Sonntag, 17. Juli 2022 von Marco Schreiber

Hier muss er irgendwo sein. Ein kleiner Behälter mit einem Logbuch, in das sich der Finder eintragen kann. Hier, wo ein schmaler Feldweg in die Straße zwischen Salzkotten und Oberntudorf mündet. Wo eine Leitplanke nach einigen Metern im Boden verschwindet und zwei grün lackierte Brückengeländer einen Wasserdurchlass sichern. 

Ansonsten gibt es hier nur dichtes Gestrüpp auf der einen und kaum weniger dichten Mais auf der anderen Seite. Etwas weiter wartet in einer Kurve eine Bank auf müde Spaziergänger.

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Was es nicht gibt, ist der Behälter, und wir suchen immerhin zu zweit. Der Behälter ist genau genommen ein Cache, die Koordinaten hat der Owner – englisch für Besitzer – im Internet veröffentlicht. 

Wir haben uns am Nachmittag die Geocaching-App auf das Smartphone geladen, uns mit Benutzernamen und Passwort registriert, und können auf diese Weise am Geocaching teilnehmen, einem „Spiel, bei dem im freien Gelände versteckte Behälter mithilfe von GPS gesucht und anschließend am selben Ort wieder versteckt werden“, so der Duden. 

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Es ist also nichts anderes als eine Schnitzeljagd, eine satellitengestützte Schatzsuche, bei der der Weg zum Ziel selbst gefunden werden muss. Dazu braucht man entweder ein GPS-Gerät, in das die Koordinaten des Caches eingetragen werden. Oder ein Smartphone mit App, die jedes Versteck auf einer Landkarte anzeigen kann. Dazu Hinweise über die Größe – unser Behälter mit dem Namen „Cachekotten 3.3“ ist als Micro eingestuft, also höchstens so groß wie eine Filmdose, – und Tipps zur Findbarkeit. „Bück dich“, heißt es bei unserem Cache, doch obwohl wir fast kniend durchs Gelände robben, finden wir – nichts. 

Das passiert selbst langjährigen Geocachern wie Peter Fuest. Wir sind einige Tage später auf Geotour in Büren und suchen in der Innenstadt vergeblich nach der ersten Dose. Der 67-jährige Wewelsburger mit dem Geocaching-Spitznamen Radfuchs bleibt gelassen. „Das passiert“, sagt er und rechnet noch einmal nach. 

Die Anleitung hat Fuest am Morgen aus dem Internet geladen und ausgedruckt. So haben wir mit dem Mauritiusgymnasisum den ersten Punkt der Geotour Büren erreicht. Hier finden wir eine Zahl, die nach einiger Rechnerei die Koordinaten des ersten Caches ergeben soll. Ob hier der Fehler liegt? 

Wir suchen alle Verstecke ab, in denen die Dose liegen könnte, laufen an der Jesuitenkirche vorbei hinunter in die Almeauen, suchen dort und laufen wieder zurück. „Nichts zu machen“, sagt Fuest und erklärt die Suche für beendet. „Wir gehen weiter zum nächsten.“ Möglicherweise ist die Dose verschwunden, auch das kommt immer mal wieder vor. 

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In diesem Fall kann der Owner über die Geocaching-App benachrichtigt werden, erklärt Fuest. „Wir schreiben `nicht gefunden´ und der Besitzer wird darüber informiert.”

Stadtauswärts folgen wir dem Sintfeld-Höhenweg. Ein Auge hat Fuest immer am Smartphone. Die App zeigt uns den Standort des nächsten Cache, versteckt in einem U-Profil. 

Angefangen hat Fuest „vor 13, 14 Jahren” mit einem GPS-Gerät, einem Geschenk seiner Frau. Als Wanderführer im Deutschen Alpenverein kann er das Ortungsgerät gut gebrauchen. Auf die Schnitzeljagd nach Dosen und Schachteln habe ihn dann ein Arbeitskollege gebracht, erinnert sich Fuest. „Mit so einem  Gerät kannst du doch auch Geocaching betreiben.“

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