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Rund um die Corona-Tests hat sich einiges geändert.
NR-Land

Tests, Kontaktverfolgung, Quarantäne: Was ist jetzt eigentlich Stand der Dinge?

Freitag, 28. Januar 2022 von Heike Tebbe

Täglich steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen – und fast im gleichen Tempo ändern sich die Regeln und Anordnungen. Neuester Coup der Politiker: Die PCR-Tests sollen künftig vor allem den Risikogruppen und dem Pflege- und Betreuungspersonal in Pflegeheimen und Krankenhäusern vorbehalten sein, da die Labore mit den Auswertungen nicht mehr hinterherkommen. Und: Die Vorgaben im Quarantänefall müssen eigenverantwortlich und selbstständig beachtet werden – also ohne ausdrückliche Anordnung durch das Gesundheitsamt. Was sich geändert hat und welche Regeln gerade gelten, hat die NR-Redaktion zusammengetragen. Doch Achtung: Alle Angaben ohne Gewähr – kurzfristige Änderungen vorbehalten.

Das Testergebnis ist positiv. Was ist zu tun?

Ist der Schnelltest zuhause oder im Testzentrum positiv, muss der Betroffene sich selbstständig zehn Tage isolieren, gerechnet ab dem Tag nach der ersten positiven Testung. Nach zehn Tagen endet die Isolierung automatisch.

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Ein Freitesten ist nach sieben Tagen möglich, wenn man mindestens 48 Stunden symptomfrei ist. Dazu reicht ab sofort  ein negativer Schnelltest aus einem zertifizierten Testzentrum. Das Testergebnis muss mindestens einen Monat aufbewahrt werden. 

Bei Kita-Kindern und Schülern kann die Quarantänezeit sogar auf fünf Tage verkürzt werden. Treten während der Quarantäne jedoch Symptome auf, muss sofort ein PCR-Test durchgeführt werden.

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Eine Sonderregelung gilt für Beschäftige in Krankenhäusern und Pflegeheimen: Hier ist ein PCR-Test Pflicht.

Wer informiert Kontaktpersonen?

Neu ist: Die Gesundheitsämter übernehmen keine Kontaktnachverfolgung mehr. Das bedeutet: Bei einem positiven Schnelltest informiert der Infizierte selbst alle Kontaktpersonen der vergangenen zwei Tage. Als Kontaktpersonen gelten alle, mit denen die Betroffenen länger als zehn Minuten mit einem Abstand von weniger als 1,5 Metern zusammenwaren und wenn die Beteiligten keine Maske getragen haben. 

Für Kontaktpersonen gilt: Kontakte vermeiden, Maske tragen und sich beim Auftreten von Symptomen umgehend testen lassen und in Isolation begeben. 

Was gilt für Menschen, die mit einem Infizierten im selben Haushalt leben?

Wenn sie nicht geboostert sind, gilt für Haushaltsangehörige automatisch ebenfalls eine zehntägige Quarantäne. Ein Freitesten ist bei Symptomfreiheit nach sieben Tagen durch einen offiziellen Schnelltest möglich. Der Testnachweis ist für einen Monat aufzubewahren. 

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Achtung: Man kann sich nicht selbst freitesten durch einen Schnelltest zuhause, sondern nur durch einen negativen Schnelltest im Testzentrum. 

Wer muss nicht in Quarantäne?

Alle, die eine Auffrischungsimpfung erhalten haben –  also geboostert sind,  geimpfte Genesene,  Personen mit zwei Impfungen, deren Zweitimpfung mindestens 14 Tage und weniger als 90 Tage zurückliegt sowie Genesene, bei denen der positive Test mindestens 28 Tage und weniger als 90 Tage zurückliegt.

Was ändert sich an den Grundschulen?

Hier werden nach wie vor die Pooltests durchgeführt. Sollte hierbei ein positiver Fall nachgewiesen werden, werden aber keine PCR-Einzeltests mehr durchgeführt. Vielmehr sollen die Kinder in diesem Fall vor Unterrichtsbeginn in den Schulen mit Antigenschnelltests einzeln getestet werden. Oder die Eltern müssen vor Schulbeginn mit ihren Kindern zu einer Bürger-Teststelle. 

Diese Regelung führt aktuell zu großer Verunsicherung und Ärger. Familien und Schulen fühlen sich überrannt und allein gelassen. Außerdem steigt das Ansteckungsrisiko: Bei einem positiven Pool-Test ist das infizierte Kind nicht identifiziert. Das bedeutet, dass dieses Kind andere anstecken kann, wenn morgens in der Schule einzeln nachgetestet wird. 

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Kostenlose PCR-Tests gibt es nur noch in Ausnahmefällen. Aber manche Länder fordern zur Einreise einen negativen PCR-Test. Wo bekommen Reisende den her?

Das Angebot an kommerziellen Tests ist von der geplanten Neuregelung unberührt. „Die Testverordnung des Bundes umfasst keine Vorschriften für privat bezahlte PCR-Tests. Die Frage, welche Preise Anbieter für Tests, die für die Einreise in andere Staaten benötigt werden, verlangen, ist nicht gesetzlich geregelt“, so ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministeriums. Das heißt: Wer zahlt, bekommt auch weiter seinen Test für den Urlaub.

Die Corona-App ist rot. Was ist zu tun?

Bisher sollten sich Menschen mit roter Warnmeldung an das Gesundheitsamt wenden und bekamen meist einen kostenlosen PCR-Test angeboten. Doch die PCR-Tests sind bei hoher Corona-Inzidenz vor allem für die kritischen Bereiche wie Krankenhaus, Polizei und Feuerwehr reserviert. Deshalb: Am besten einen Antigen-Schnelltest in einem Schnelltest-Zentrum machen lassen.

Ein aktuelles Problem: Aufgrund der hohen Corona-Zahlen während der Omikron-Welle spuckt die App mittlerweile oft eine rote Warnung aus. Das RKI rät inzwischen sogar dazu, die Anwendung an hoch frequentierten Orten einfach abzuschalten.

(Quellen: RKI, Land NRW, Kreis Paderborn, Kreis Soest)

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