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Foto: Johannes Büttner
Vorstandsmitglied Peter Sprockhoff an der Messerschmidt BF 108, Baujahr 1940, mit dem Namen der Fliegerin Elly Beinhorst.
Büren

Tante Ju bekommt eigenes Zuhause am Paderborn-Lippstadt-Airport

Dienstag, 20. Juli 2021 von Johannes Büttner

„Tante  JU“ bekommt ein eigenes Zuhause: Der Quax–Verein baut am Flughafen Paderborn-Lippstadt eine neue Halle für die historische Junker 52. 

Seit November vergangenen Jahres war der Flugzeug-Hangar des Vereins für historische Fluggeräte aufgrund der Corona-Einschränkungen  für die Öffentlichkeit geschlossen. In dieser Zeit  haben die Vereinsmitglieder ihre Aktivitäten nicht nur weitergeführt – ihnen ist mit der Übernahme einer JU 52 – im Volksmund „Tante Ju“ – sogar ein echter Coup gelungen. 

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Die 1936 in den Dessauer Junker–Werken gebaute Maschine ist noch in Teile zerlegt, doch das wird  sich bald ändern. „Wir werden in der nächsten Zeit damit beginnen, die Maschine wieder in ihren Originalzustand aufzubauen“, sagte Quax-Vorstandsmitglied Peter Sprockhoff. Zunächst werden Werkstattleiter Matt Fulleck und sein Team das Fahr- und das Leitwerk wieder anbauen. Anschließend folgen die Tragflächen und später auch die drei Motoren. 

Mit der Übernahme der JU 52, deren Eigentümerin die Deutsche Lufthansa-Berlin-Stiftung bleibt, ist den „Quaxianern“ zwar ein echter Glücksgriff gelungen. Aber sie haben jetzt auch ein Problem: Die vereinseigenen Räumlichkeiten am Airport  reichen nicht aus, um die JU würdig auszustellen. Ein neuer Hangar muss her. Geschätzte Kosten für das neue Gebäude,  das sich an das bestehenden Quax-Gebäude in nördlicher Richtung anschließen wird: rund eine Million Euro. Viel Geld für den 750 Mitglieder zählenden Verein. Umso mehr  hofft man  darauf, dass Flugzeugbegeisterte, Freunde, Förderer  und Sponsoren das Projekt unterstützen. 

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Wohin mit Tante Ju?

Die JU 52 war im vergangenen Jahr von ihrem letzten Standort Bremen mit Schwerlasttransportern nach Ahden gebracht worden. Die historische Maschine war im April 2019 außer Dienst gesetzt worden, nachdem eine baugleiche Maschine in der Schweiz abgestürzt war. 

Mit der Übernahme des historischen Flugzeugs hat der Verein auch die Aufgabe übernommen, die JU als historisches Verkehrsmittel zu erhalten. Dafür wurden vom Land NRW 100.000 Euro an Fördermitteln bereitgestellt. Der Rat der Stadt Büren hat bereits beschlossen, die JU52 in die Denkmalliste aufzunehmen. 

Immer ein imposantes Bild der Blick in den Quax -Hangar mit den Flugzeugen, die restauriert werden. Im Hintergrund die JU52. Foto: Johannes Büttner

Ein Star und  viele Sternchen

Die JU  52 ist zwar der Star im Quax-Hangar, aber auch die andern Oldtimerflugzeuge haben ihre besondere Geschichte. 12 Maschinen sind aktuell zur Besichtigung ausgestellt und geben einen Einblick in die Geschichte der Luftfahrt. 

Zu den Hinguckern gehört auch eine glänzende Messerschmidt BF108 aus dem Jahre 1940. Der am Bug aufgetragene Namenszug „Elly Beinhorn“ erinnert an eine Frau, die in ihrer Zeit zu den populärsten deutschen Messerschmidt-Pilotinnen gehörte. Die 1907 in Hannover geborene Fliegerin machte besonders mit ihren Langstreckenflügen auf sich aufmerksam. 

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Aber auch der Bücker Student B180 ist eine Besonderheit. Das Sport- und Anfängerschulflugzeug  aus dem Jahr 1939 ist das Letzte seiner Bauart, das noch fliegt. 

Alles hat seinen Platz: In Vorbereitung auf die neue Saison mussten die Maschinen anders platziert werden. Das ging alles mit geballter Manneskraft. Foto: Johannes Büttner

Überhaupt, so Peter Sprockhoff, sei es nicht das Ziel des Vereins, die alten Flugzeuge am Boden verstauben zu lassen, sondern sie wieder am Himmel zu sehen. Seit nunmehr 15 Jahren verfolgt der Verein dieses Ziel. Dazu gehört auch, dass man die Flugzeuge nicht nur zeigt, sie werden in Ahden auch restauriert, repariert und man sorgt dafür, dass sie ihre  Flugfähigkeit behalten. 

Hochqualifizierte Mitarbeiter benötigt

Das geht natürlich nur mit hochqualifizierten Mitarbeitern. Derzeit sind vier Flugzeuggerätemechaniker und zwei Auszubildende bei der Quax-Technik GmbH angestellt. Diese gemeinnützige Gesellschaft hat ihren Sitz in Bienenfarm/Brandenburg, wo der Quax-Verein noch einen weiteren Standort hat. Ab August 2021 wird das Werkstattteam um zwei weitere Auszubildende erweitert. (bü)

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