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Foto: Pixabay (Symbolfoto)
Tablets können der Kommunikation nach außen dienen, aber auch zur Unterhaltung von Senioren beitragen.
Kreis Paderborn

Stiftung fördert Tablets für Senioren, um Kontakt zu Verwandten halten zu können

Mittwoch, 17. März 2021 von NR Redaktion

Die Enkel ziehen zum Studium weg, weiter entfernt wohnende Verwandten können nicht mehr besucht werden, Freunde und Bekannte versterben – schon vor Corona war Einsamkeit ein häufiges Problem bei Seniorinnen und Senioren in Alten- und Pflegeheimen. Eine Stiftung geht nun dagegen an.

Die Heinrich und Anny Nolte Stiftung fördert nun mit rund 30.000 Euro den Kauf von Tablets für Senioreneinrichtungen im Paderborner Kreisgebiet sowie die Schulung der Betreuungskräfte.

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„Die Stiftung hat den Kreis kontaktiert und angeboten, ein Projekt im Bereich der Altenhilfe im Heimatkreis der Stifterin zu fördern“, berichtet Landrat Christoph Rüther. Kurze Zeit später stand ein Konzept und alle vollstationären Alten- und Pflegeeinrichtungen im Kreisgebiet wurden angefragt.

Ergebnis: Von 39 Einrichtungen hatten 35 Interesse, an dem Projekt teilzunehmen. Nur vier Einrichtungen waren bereits mit Tablets für die Bewohner versorgt.

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„Die Technisierung und Digitalisierung hat in die Pflegeeinrichtungen längst Einzug gehalten, zum Beispiel bei der Pflegedokumentation. Aber in der sozialen Betreuung der Bewohnerinnen und Bewohner sind digitale Geräte noch selten im Einsatz“, berichtet Christiane Wolf, Leiterin der Pflegestation „St. Antonius“ der Aatalklinik Bad Wünnenberg. Sie sieht für Tablets vielfältige Einsatzmöglichkeiten.

Tablets verbindet ältere Menschen mit der Welt außerhalb des Heimes: Margot Becker (v.l.) vom Sozialamt Kreis Paderborn, Birgit Heckers (Vertretung der Arbeitsgemeinschaft der Pflegeeinrichtungen der gemeinnützigen Träger im Kreis Paderborn) und Landrat Christoph Rüther. Foto: Kreis Paderborn

Die digitalen Helfer sorgen für Beschäftigung und Unterhaltung, indem sie den regelmäßigen Austausch mit Kindern, Enkelkindern und Freunden ermöglichen – in der jetzigen Corona-Krise, aber auch darüber hinaus.

Einzeln oder in der Gruppe können sie auch für Spiele, Rätseln, Lesen oder Gedächtnisübungen eingesetzt werden. „Eine gemeinsame Nutzung sorgt für viel Freude und Austausch untereinander. Auch in der Biographie-Arbeit mit unseren an Demenz erkrankten Bewohnern können sie eingesetzt werden, um zum Beispiel digitale Fotoalben zu erstellen“, so die Einrichtungsleiterin.

Wenn die Corona-Schutzverordnung es zulässt, wird der Kreis eine Schulung über den richtigen Einsatz der Tabletts für Betreuungskräfte von vollstationären Alten- und Pflegeeinrichtungen anbieten.

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Maximal fünf Tablets pro Einrichtung fördert die Stiftung. Laut Konzept des Kreissozialamtes sollten die Geräte über einen Bildschirm von mindestens 10 Zoll, Software für Videotelefonie sowie Seh- und Hörhilfen verfügen.

„Natürlich kann Technik die persönliche Begegnung nicht ersetzen. Aber sie ist ein Hilfsmittel, um Kontakte und gemeinsame Aktivitäten zu ermöglichen“, freut sich Christoph Rüther. Der Landrat, Birgit Heckers und Christiane Wolf – als Sprecherinnen der Arbeitsgemeinschaft der freigemeinnützigen und privaten stationären Pflegeeinrichtungen im Kreis – bedanken sich bei der Stiftung für die Förderung des Projekts.

Die „Heinrich und Anny Nolte Stiftung“ wurde 2005 von der Delbrücker Unternehmerin gegründet. Sie fördert seitdem vielfältige Projekte in Kunst und Kultur sowie in der Jugend- und Altenhilfe.

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