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Geseke

So wird sich die Wirtschaft durch die Corona-Krise verändern

Samstag, 4. April 2020 von Franz Purucker

Das Geseker Wirtschaftsnetzwerk hat mit Geseke-Liefert.de eine Website ins Leben gerufen, um auf Lieferdienste und Onlineshops aufmerksam zu machen. Gleichzeitig dient das Netzwerk den Mitgliedern als erster Ansprechpartner bei Problemen.

Ferdinand Lenniger, Koordinator beim GWN berichtet im Interview, wo Unternehmern der Schuh drückt und was ihm Sorgen bereitet.

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Glühen beim Geseker Wirtschaftsnetzwerk (GWN) denn jetzt die Leitungen?
Es ist erstaunlich ruhig. Viele informieren sich im Bekanntenkreis oder im Internet. Wir bieten unseren Mitgliedern Beratung an und haben eine Facebook-Gruppe gegründet.

Was sind die drängendsten Themen dort?
Es ging viel um die Soforthilfe, die nun erstaunlich unbürokratisch ausgezahlt wird. Innerhalb von 24 Stunden sind die meisten Anträge bearbeitet worden. Aber es gab auch erstaunlich viel Solidarität.

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Nennen Sie ein Beispiel.
Einige Unternehmen, denen es finanziell noch gut geht, haben angeboten, anderen Unternehmern mit Krediten oder gar Zuschüssen ohne Rückzahlung zu helfen, um Mieten zu bezahlen.

Gibt es denn Fälle, in denen Firmen keine Miete zahlen können?
Es gibt einige Firmen, die mit ihren Vermietern Stundungen vereinbart haben. In Geseke gab es da viel Bereitschaft von den Vermietern. Wichtig: Nicht einfach Zahlungen aussetzen, sondern auf den Vermieter zugehen.

Helfen denn Kredite?
Bedingt, denn was Sie heute verlieren, können viele später nicht wieder erwirtschaften. Ein Tisch in der Gastronomie kann nur einmal belegt werden. Das ist bei Produktionsbetrieben bedingt anders, die nach der Krise Sonderschichten fahren können, um die Verluste teilweise aufzuarbeiten.

In welchen Branchen sehen Sie besonders viele Probleme?
Bei vielen Heilmittelerbringern wie Logopäden, Ergo- und Physiotherapeuten oder Podologen sowie alle Bereichen von Gastronomie und Unterhaltung, wo es schon in der Vergangenheit kaum zum Leben gereicht hat. Gut möglich, dass viele von denen nun Schluss machen mit ihrem Beruf.

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Was raten Sie Unternehmern jetzt in der Krise?
Nutzen Sie die Zeit, um über neue Geschäftsmodelle für die Zeit nach der Krise nachzudenken. Viele Firmen bringt diese Krise auch ein stückweit voran.

Wie meinen Sie das?
Beispielsweise beim Thema Home Office, dem viele Chefs bislang skeptisch gegenüberstanden. Dies bringt Unternehmen viele Vorteile: Die Mitarbeiter sparen den Pendelweg und sind motivierter und melden sich weniger krank. Auch die Bereitschaft zu Überstunden steigt. Langfristig kann der Arbeitgeber dadurch sogar Bürofläche sparen.

Was glauben Sie, wann die Krise zu Ende ist?
Diese Frage stellen zur Zeit viele. Ich weiß es nicht. Aber ich glaube, zwei Wochen nach Ostern fährt die Wirtschaft wieder hoch.

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