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Foto: Stadt Lippstadt (Symbolfoto)
Das Radnetz OWL spricht vor allem Pendler an.
Thema der Woche

So wird das NR-Land an das Radnetz OWL angeschlossen

Samstag, 27. März 2021 von Franz Purucker


Die Fäden für das künftige Radnetz OWL laufen im Paderborner Kreisstraßenbauamt für ganz OWL zusammen. Auf dem Schreibtisch von Michael Rüngeler liegen die ersten Planungen für ein OWL-weites Fahrradnetz, was sich explizit an Fahrradpendler und weniger an Touristen richtet.

„Wir möchten noch mehr Berufspendler erreichen, für sie die Nutzung des Fahrrads attraktiver machen und eine verlässliche Infrastruktur schaffen“, erklärt Rüngeler. Während das touristische Radnetz den Fokus auf Wege durch Wälder, Naturschutzgebiete und Sehenswürdigkeiten legt, orientiert sich das Radnetz OWL an bestehenden Straßenverbindungen.

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Die höchste Priorisierung im NR-Land hat die Verbindung von Geseke über Salzkotten nach Paderborn. Teilweise gibt es an dieser Stelle schon heute einen Fahrradweg. „Wir sind gerade in einer Schwachstellenanalyse“, so Rüngeler. Was kann also verbessert werden auf dieser Verbindung? Zuständig ist die Landesbehörde Straßen NRW.

So soll das Radnetz OWL einmal aussehen. Die Verbindungen mit den höchsten Prioritäten führen von Delbrück nach Paderborn und von Geseke über Salzkotten nach Paderborn. Grafik: Franz Purucker

Das Potenzial dort ist groß: 10.000 Autos verkehren dort täglich. Aktuell liegt der Radanteil am Gesamtverkehr bei 14 Prozent. Ziel ist eine Steigerung auf 25 Prozent.

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Aufgrund des hohen Verkehrs zwischen Geseke und Salzkotten und dann weiter bis Paderborn wird ein Zweirichtungsgeh- und Radweg getrennt von der Straße empfohlen.

Auch zwei Verbindungen von Paderborn nach Delbrück werden mit hoher Priorität verfolgt.
In der Kategorie zwei liegt eine Verbindung von Paderborn über Oberntudorf am Flughafen vorbei bis nach Büren sowie Verbindungen von Oberntudorf nach Bad Wünnenberg und von Büren über Hegensdorf nach Bad Wünnenberg.

Ob der Verkehr grundsätzlich auf mit dem Kfz-Verkehr auf der Straße oder über einen separaten Rad- beziehungsweise Fuß- und Radweg geführt wird, ist vom Verkehr abhängig:

Bei bis zu 4.000 Fahrzeugen pro Tag und Höchstgeschwindigkeit von 70 Stundenkilometern wäre eine Radverkehrsführung auch auf der Straße möglich.

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In Büren selbst wird ein Schutzstreifen für Radfahrer empfohlen oder eine Freigabe des Gehweges für Fahrräder. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit in Büren soll dazu von 50 auf 30 Stundenkilometer reduziert werden.

Zwischen Büren und Bad Wünnenberg soll eine Verkehrszählung Aufschluss geben, ob ein separater Schutzstreifen für Radfahrer, ein getrennter Radweg oder die Führung im Kfz-Verkehr sinnvoll ist.
Bis 2022 dauern noch die Planarbeiten. Erst danach kann gebaut werden.

Möglichkeiten Fahrradverkehr sicher zu führen

Protected Bike-Lane

Diese Form der Radwegeführung priorisiert der Allgemeinde Deutsche Fahrradclub (ADFC). Die Folge ist jedoch, dass oft eine Fahrspur für Fahrzeuge komplett wegfällt. In mehrere Städten wurden diese bereits zeitlich befristet getestet

Protected Bike-Lane Diese Form der Radwegeführung priorisiert der Allgemeinde Deutsche Fahrradclub (ADFC). Die Folge ist jedoch, dass oft eine Fahrspur für Fahrzeuge komplett wegfällt. In mehrere Städten wurden diese bereits zeitlich befristet getestet.
Protected Bike-Lane Diese Form der Radwegeführung priorisiert der Allgemeinde Deutsche Fahrradclub (ADFC).

Foto: isualisierung Protected Bike Lanes in Berlin SenUVK / Bloomimages

Fahrradstraße

Diese spezielle Straße ist nur für Fahrräder, wird aber oft durch ein Zusatzschild „Autos frei“ auch den Kfz-Verkehr freigegeben. Aber: Der Autoverkehr muss sich dem Radverkehr unterordnen. Autos müssen an Verengungen also warten, bis das Rad durchgefahren ist.

Fahrradstraße
Fahrradstraße Diese spezielle Straße ist nur für Fahrräder, wird aber oft durch ein Zusatzschild „Autos frei“ auch den Kfz-Verkehr freigegeben. Aber: Der Autoverkehr muss sich dem Radverkehr unterordnen. Autos müssen an Verengungen also warten, bis das Rad durchgefahren ist. Foto: puru

Dürfen Fahrräder auf der Straße fahren?

Grundsätzlich dürfen Radfahrer immer auf der Straße fahren, selbst dann, wenn eine Fahrradspur auf dem Gehweg angelegt ist. Eine Pflicht besteht nur bei einem dieser drei Schilder:

Eine Frau fährt über einen Fahrradweg.
Eine Frau fährt über einen Fahrradweg. Foto: Franz Purucker
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