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Playmobil-Familie vor einem Wohnhaus
Foto: Franz Purucker
Für junge Familien ist günstiges Bauland wichtig. Doch das ist knapp - im ganzen NR-Land.
Thema der Woche

So teuer ist Bauland in den Kommunen der Region

Samstag, 6. Juni 2020 von Franz Purucker

Kaum bietet eine Kommune im NR-Land Bauplätze an, sind diese auch schon vergeben. Alle Städte haben besondere Ranking-Verfahren entwickelt, um nach einem nachvollziehbaren Verfahren zu bestimmen, wer wo bauen darf. Bei privat verkauften Grundstücksflächen zählt dagegen oft der Preis. Da Bauland so interessant ist, sind diese Grundstücke auch besondere Preistreiber.

Die Preise steigen seit Jahren. Die Gutachterausschüsse der Kreise ermitteln jedes Jahr, wie sich der Preis entwickelt hat und geben einen sogenannten Bodenrichtwert an.

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Dieser Wert ist wichtig, um beispielsweise die Erbschaftssteuer zu berechnen – zeigt aber auch, wie sich das Preisniveau verändert und wo Bauland günstig und wo es teuer ist.

Wichtig ist aber: Sämtliche Werte stammen von Verkaufsvorgängen zwischen Januar und Dezember 2019. Die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen sind darin also noch nicht erfasst.
Am beliebtesten sind Immobilien weiterhin in den großen Städten wie Paderborn und Lippstadt. 16 Prozent mehr Kauffälle wurden beispielsweise für Paderborn registriert.

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Aber: Auch das Paderborner Umland bleibt beliebt. Insgesamt nahm die Zahl der Käufe hier um 12 Prozent zu. Die Städte Paderborn und Lippstadt scheinen dabei auch entscheidend für die Preisentwicklung im Kreisgebiet zu sein. Denn: Desto näher eine Kommune an diesen Städten liegt, desto stärker scheinen die Preise zu steigen.

Wobei dabei wohl die gefühlte Nähe wichtiger ist als die tatsächliche geografische Entfernung: So sind Baugrundstücke in Büren, Bad Wünnenberg und Altenbeken „preisstabil“, während in Delbrück, Borchen und Salzkotten Preissteigerungen von 30 Euro pro Quadratmeter Land zu verzeichnen sind.

Umsatz

266 Millionen Euro wurden im vergangenen Jahr aus dem Grundstücksmarkt im Kreis Paderborn umgesetzt, was etwa dem Wert des Vorjahres entspricht. Knapp zwei Drittel (62 Prozent) davon entfallen auf bebaute Grundstücke, jeder fünfte Euro (19,5 Prozent) fließt in Wohneigentum und 15,2 Prozent in unbebaute Grundstücke.
Von den Flächen her betrachtet, dominieren klar die landwirtschaftlichen Flächen mit 53,8 Prozent – oder 1.870 Hektar.

Ähnlich ist die Lage im Kreis Soest: Von den Flächen her betrachtet, entfallen dort sogar 72 Prozent aller Grundstücksverkäufe auf landwirtschaftliche Flächen. Auch im Kreis Soest entfallen rund zwei Drittel des Gesamtumsatzes von 431,9 Millionen Euro auf bebaute Grundstücke.
Wohnbaugrund

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Insgesamt wurden im Kreis Paderborn im Vorjahr 266 Bauplätze verkauft – das sind 26 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Knapp die Hälfte aller Verkäufe (49 Prozent) entfallen auf die Städte und Gemeinden. Dabei ist die Lage in den Kommunen teilweise völlig unterschiedlich: Während in Bad Wünnenberg 16 der 22 Baugrundstücke durch die Stadt verkauft wurden, trifft dies in Büren nur für jedes fünfte (5 von 24) Grundstück zu. In Salzkotten entfallen 8 von 21 auf die Stadt. Etwa die Waage hält es sich in Delbrück, wo die Stadt 36 der 73 Grundstücke verkauft hat.

Im Kreis Soest wurden 280 mal Wohnbauflächen verkauft, davon 12 in Geseke. Wie viele davon auf die Stadt entfallen, sagt der Grundstücksmarktbericht des Kreises aber nicht aus. Auffällig ist in Geseke, dass der Durchschnittspreis in der Kernstadt weiter steigt. 2016 lag dieser bei 96 Euro pro Quadratmeter, im Jahr 2019 bereits bei 174 Euro je Quadratmeter.
In den Ortsteilen steigt dieser weniger stark von 72 Euro je Quadratmeter in den Jahren 2016 und 2017 auf 90 Euro im Jahr 2018. Im Vorjahr ging der Preis dort sogar auf 88 Euro leicht zurück.

Privates Bauland

Bei den Verkäufen von privatem Bauland zeigt sich, dass die Preise in Büren und Bad Wünnenberg konstant bleiben, mit einer Ausnahme: Der Bad Wünnenberger Ortsteil Haaren sowie Salzkotten verzeichnen steigende Grundstückspreise.
Beim kommunalen Bauland im Kreis Paderborn gehen die Preise kreisweit eher zurück: Im Jahr 2018 kostete Bauland zwischen 35 und 240 Euro je Quadratmeter – der höchste Wert seit 2015. Im Jahr 2019 liegen die Verkaufspreise zwischen 25 und 183 Euro pro Quadratmeter.

Gewerbl. Bauflächen

Die meisten gewerblichen Bauflächen in der Region verkauften im vergangenen Jahr die Städte Büren und Bad Wünnenberg (jeweils 6), gefolgt von Salzkotten (4). Im Vergleich zum restlichen Kreisgebiet sind das sehr viele. In Delbrück, Hövelhof und Bad Lippspringe wurde nur eine Fläche verkauft.

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Landwirtschaft

Auch bei den Landwirtschaftlichen Flächen dominieren im kreisweiten Vergleich Büren (21), Bad Wünnenberg (17) und Lichtenau (17). Salzkotten liegt mit 15 eher im Mittelfeld. Delbrück (10) und Hövelhof (5) verkauften eher wenige Acker- oder Grünlandflächen.
Die Preise für landwirtschaftliche Flächen sind rund 10 Prozent gestiegen. (puru)



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