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Ein aufgedrehter Wasserhahn
Foto: Pixabay (Symbolfoto)
Das Trinkwasser wird aus tiefen Regionen gefördert. Im Grundwasser ist Nitrat jedoch längst nachweisbar - auch in unserer Region.
NR-Land

So stark ist unsere Region mit Nitrat belastet

Samstag, 7. Dezember 2019 von Franz Purucker

Große Teile der Kreise Paderborn und Soest zählen als nitratbelastete Bereiche (in der Karte rechts rot unterlegt), weil der Nitratanteil über dem EU-Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat pro Liter liegt. Betroffen sind vor allem Gebiete mit einem hohen Anteil an Schweinezuchtbetrieben.

Die Karte zeigt die Nitratbelastung in der Region sowie die Messstellen und deren Ergebnis.

Die Europäische Kommission wirft Deutschland deshalb vor, nicht ausreichend dagegen vorzugehen. 2017 wurde das Düngerecht bereits verschärft: In normalen Gebieten muss seitdem 20 Prozent weniger gedüngt werden, in nitratbelasteten Bereich 40 Prozent weniger.

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Der Markt verlangt billiges Fleisch

Hubertus Beringmeier vom Landwirtschaftlichen Bezirksverband Paderborn sieht die Landwirte als „Prügelknaben der Nation“. Wasserschutz betreiben die Landwirte schon heute, so Beringmeier. In der Regel schließen die Landwirte Verträge mit der Bezirksregierung – auf vollkommen freiwilliger Basis. Denn: „Wir sind nicht gegen Grundwasserschutz, aber es muss am Ende auch händelbar sein“.

Die Landwirte Wilhelm Brüggemeier (v.l.), Hubertus Beringmeier und Antonius Tillmann vom Bauernverband zeigen symbolisch, dass die heimische Landwirtschaft auszusterben droht. Foto: Franz Purucker

20 Prozent unter dem Bedarf der Pflanze zu düngen – wie es die geplante neue Verordnung vorsieht – sei „vom Grundprinzip her Blödsinn“, schimpft Beringmeier. Aber: Dänemark hat bereits vor einigen Jahren ähnliche Quoten festgeschrieben, was den Nitratanteil stark gesenkt hat. Erst seit 2016/17 dürfen Landwirte wieder pflanzenbedarfsgerecht düngen.
Es liege letztlich am Verbraucher, wie die Landwirtschaft vor Ort aussehe. Aktuell verlangt der Markt vor allem billiges Fleisch und damit Massentierhaltung.

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Gleichzeitig bringt die Landwirte das Mercosur-Abkommen mit Südamerika auf die Palme. Dies sieht unter anderem den Export von Industriegütern und den Import von Rindfleisch in die EU vor. Die Kritik der Landwirte: Die Bauern in Südamerika sind weit von den Standards in Europa entfernt. Was in Deutschland verboten und gefordert wird, soll in Südamerika toleriert werden.

Beringmeier vermutet, dass durch die neue Verordnung noch mehr Landwirte ihren Betrieb aufgeben und es irgendwann keine regionalen Produkte mehr gibt.

Mit welchen Problemen sich die Landwirte durch die neue Verordnung herumschlagen müssen, hat eine Schweinemast- und Biogasanlagenbetreiber aus Delbrück berichtet (hier klicken).

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