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Foto: Feuerwehr Geseke
Die Feuerwehren sind wichtig vor Ort. Beim Sturm Sabine hatte insbesondere die Geseker Feuerwehr viel zu tun, wie hier mit heruntergewehten Werbeschildern in der Innenstadt.
Thema der Woche

So sind die Feuerwehren in der Region aufgestellt

Samstag, 15. Februar 2020 von Franz Purucker

Alle fünf Städte im NR-Land verfügen über eine freiwillige Feuerwehr mit Besonderheiten. Denn bei Großschadenslagen arbeiten alle zusammen. Außerdem gibt es in der Region eine Werkfeuerwehr, die ähnlich wie die Freiwillige Feuerwehr funktionier.

Eine klassische Berufsfeuerwehr gibt es nur in Großstädten wie Bielefeld. Im NR-Land arbeiten alle Feuerwehrleute ehrenamtlich. Ausnahmen gibt es nur bei den Gerätewarten wie in Delbrück, die bei der Kommune angestellt sind.

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Feuerwehr Büren

Die Feuerwehr Büren ist die nach Einsatzkräften größte Feuerwehr im NR-Land: Aktuell gehören 374 Kameraden der Einsatzabteilung an. Die Bürener Wehr rückt zwischen 200 und 230 Mal pro Jahr aus.
Die Feuerwehr gliedert sich in vier Löschzüge. Der Hauptstandort befindet sich bei der Schwerpunktfeuerwehr Büren. Die größeren Ortsteile verfügen über große Löschfahrzeuge, die kleineren wie Eickhoff, Weine und Siddinghausen über Tragkraftspritzenfahrzeuge.

Die Feuerwehr Büren rückte an, um ein Fahrzeug zu befreien, dass in den Haarer Wald gefahren war. Foto: Feuerwehr Büren

Büren ist Teil der Sondereinheit zum Löschwassertransport im Kreis Paderborn. Geländefähige, allradbetriebene Tanklöschfahrzeuge sollen im Notfall den Transport von Löschwasser organisieren, insbesondere bei großen Waldbränden im hügeligen Süden des Kreises Paderborn sowie in den ausgedehnten Wald- und Heideflächen der Senne im Norden des Kreises.

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Feuerwehr Geseke

In Geseke gibt es keine Löschgruppen, sondern vier Einheiten. Der Schwerpunkt der Einsätze wird von den Einheiten Geseke (sieben Fahrzeugen, darunter die Drehleiter) und Störmede absolviert, wobei bei letzterem Sonderfahrzeuge für Gefahrguteinsätze stationiert sind. Insgesamt schrillten in Geseke im vergangenen Jahr 238 Mal die Melder.
Die Geseker Feuerwehr wirbt mit einem großen Plakat und einer Internetkampagne um neue Mitglieder. Die aktive Öffentlichkeitsarbeit trägt Früchte: Die Anzahl der Mitglieder hat sich in letzten Jahren auf 193 erhöht. Wie auch in Büren, ist Geseke eine reine freiwillige Feuerwehr.

Hier sind die Feuerwehren im NR-Land stationiert. Grafik: Franz Purucker

Feuerwehr Delbrück

Delbrück ist die nach Einsätzen aktivste Feuerwehr im NR-Land. Im vergangenen Jahr mussten die ca. 370 aktiven Kameraden 287 Mal ausrücken, darunter 249 Hilfeleistungen und 38 Brände. Die Wehr gliedert sich in fünf Löschzüge.

Die Delbrücker Feuerwehr berät bei Sturm Sabine in einem eigens dafür eingerichteten Versammlungsraum die Lage. Foto: Feuerwehr Delbrück

Besonderheit der Delbrücker Feuerwehr ist die Führung des ABC-Zug im Kreis Paderborn, der bei Chemieunfällen und ausgetretener Strahlung zum Einsatz kommt. Drei Fahrzeuge sind dafür in Delbrück stationiert.
Zum anderen ist die Delbrücker Wehr die einzige mit einer eigenen Wasserrettung, die auf die in den 60er Jahren entstandenen mehr als 30 Baggerseen in den südlichen Stadtteilen Anreppen, Boke und Bentfeld zurückgehen. Dabei kommen sogenannte Überlebensanzüge zum Einsatz, mit denen die Einsatzkräfte auch bei einer Wassertemperatur von 0 Grad Celsius innerhalb einer Stunde nur ein Grad an Körpertemperatur verlieren und damit ideal für Schnee und Eis ausgerüstet sind.

Eine dritte Besonderheit ist der Musikzug, der an den Löschzug Lippling angegliedert ist. Seit 1997 ist dieser eine eigenständige Einheit der Feuerwehr Delbrück und im Vereinsregister eingetragen. Führer und erster Vorsitzender ist Michael Steils.

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Feuerwehr Salzkotten

Die Salzkottener Feuerwehr umfasst acht Standorte mit 260 aktiven Feuerwehrleuten – alle ehrenamtlich. Zu 200 bis 300 Einsätzen werden die Kameraden jedes Jahr alarmiert.

Die Salzkottener Feuerwehr bildet zusammen mit der Lichtenauer Feuerwehr den Wasserförderzug des Kreises, der innerhalb kürzester Zeit den Aufbau einer Wasserförderung über weite Strecken ermöglichen soll.
Außerdem ist in Salzkotten eine Fernmeldeeinheit stationiert. „Bei großen Einsatzstellen mit größerem Kommunikationsbedarf besetzen wir den bei der Kreisfeuerwehrzentrale stationierten Rollcontainer“, erklärt Stadtbrandmeister Tobias Rupprecht.

FW Bad Wünnenberg

Die Feuerwehr Bad Wünnenberg besteht aus 275 Mitgliedern und rückte im vergangenen Jahr rund 200 Mal aus. Der größte Teil sind Hilfeleistungseinsätze, was wohl auch an der stark befahrenen Autobahn 44 und dem Kreuz Haaren liegen dürfte.

Gespannte Blicke auf den Lagebildschirm bei der Feuerwehr Geseke. Foto: Feuerwehr Geseke

In Bad Wünnenberg ist auch ein Teil der ABC-Gefahrenabwehr stationiert, den im Einsatzteil die Delbrücker Feuerwehr koordiniert.
Eine weitere Besonderheit an Bad Wünnenberg sind die First Responder-Einsatzgruppen. „Bei Abwesenheit des Rettungsdienstes, etwa wenn diese im Einsatz sind, werden in Fürstenberg und Leiberg unsere Notfalleinheiten alarmiert“, so Feuerwehr-Pressesprecher Christoph Hesse. Die dortigen Mannschaftstransportwagen verfügen über Notfallrucksäcke und Defibrillatoren.

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Die Feuerwehr gliedert sich in sieben Standorte, wobei die Löschgruppe Elisenhof mit 18 aktiven Kameraden die kleinste im ganzen NR-Land sein dürfte.

Weitere Einheiten

In der Kreisfeuerwehrzentrale in Büren-Ahden befindet sich neben der Leitstelle, die Notrufe bearbeitet, auch ein Fahrzeugpark, der von den Feuerwehren im Einsatzfall besetzt werden kann. Außerdem werden hier die Feuerwehrleute ausbildet, unter anderem als Truppführer oder für Atemschutzeinsätze.

Flughafenfeuerwehr am Paderborn-Lippstadt-Airport
Die Flughafenfeuerwehr des Paderborn Lippstadt Airport bei einer Einsatzübung. Foto: Paderborn Lippstadt Airport

Eine weitere Besonderheit ist die Flughafenfeuerwehr in Büren-Ahden. „Je nach Schicht gibt es hier zwei bis drei Mitarbeiter, die nur für den Feuerwehrdienst arbeiten“, so Roland Kempken–steffen, Leiter der Flughafenfeuerwehr. Alle anderen werden, wie bei anderen Werkfeuerwehren üblich, etwa bei Hella in Lippstadt, während ihrer Arbeit alarmiert, falls es zum Einsatz kommt.

15.02.2020 22:06 Uhr: In einer vorherigen Version dieses Beitrages hatten wir geschrieben, dass die Stadt Paderborn eine Berufsfeuerwehr habe. Dies ist falsch: Es handelt sich um eine freiwillige Feuerwehr mit hauptamtlichen Kräften. Außerdem haben wir beim Löschzug Lippling einen Satz ergänzt, da es sich seit 1997 um eine eigenständige Einheit der Feuerwehr Delbrück handelt. Wir bieten diese Fehler zu entschuldigen.

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