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KInd hält einen Corona Antigen-Schnelltest in der Hand
Foto: Shutterstock (Symbolfoto)
Stolz zeigt ein Mädchen ihren negativen Corona-Schnelltest (ein Strich) in die Kamera. Viele Eltern haben Sorge, dass ihr Kind bei einem positiven Befund (wären zwei Striche) ausgeschlossen wird. Doch das ist oft nicht der einzige Grund, der Eltern besorgt.
Thema der Woche

So läuft der Wechelunterricht an Schulen ab und darum lehnen Eltern die Testpflicht ab

Samstag, 24. April 2021 von Franz Purucker

„Wenn ich wieder in Quarantäne muss oder die Kita schließt, fliege ich raus. Mein Chef hat schon Andeutungen gemacht.“ Solche und ähnliche Befürchtungen hat Tagesmutter Jennifer Drüppe von den Eltern schon öfter gehört. Die 31-Jährige betreut vier Kinder in ihrem Haus in Salzkotten – nur bei einem Kind nutzen die Eltern die vom Land bezahlten Schnelltests, die jedes Elternteil von ihr ausgehändigt bekommt.

Die Angst vor positiven Ergebnissen und den Folgen ist groß.

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Selbst machen darf sie den Test bei den Kindern nicht, sondern nur die Eltern dazu motivieren. Für sie als selbstständige Tagespflegerin, die sich zwei Mal pro Woche testen lassen muss, eine Gratwanderung.

Schulen: Freiwillige Tests wurden gut angenommen

An den Schulen lief es besser: „Nach den Osterferien haben bereits 80 bis 90 Prozent der Schüler freiwillig einen Test gemacht“, schätzt Ulrich Ledwinka, Schulleiter vom Geseker Gymnasium Antonianum. Seit Anfang der vergangenen Woche sind diese Tests Pflicht, mit der neuen Notbremse sogar bundesweit. Wer keinen Test macht, darf die Schule nicht besuchen und erhält Aufgaben für Zuhause.

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Ist der Test positiv wird das Kind vom Rest der Klasse getrennt. Der Salzkottener Hendrik Schlune sieht das kritisch: „Im Falle eines positiven Corona-Befundes werden die Schüler isoliert, bis die Eltern eintreffen. Das ist eine massive psychische Belastung für Kinder und eine Stigmatisierung durch Mitschüler ließe sich nur schwer vermeiden.“
Dominik Nolte, ebenfalls Vater, wird noch deutlicher: „Das ist, als ob ich als Erwachsener im Testzentrum einen positiven Befund habe und dies durch Lautsprecher durchgesagt wird.“ Der 48-Jährige plädiert für Tests zu Hause im vertrauten Umfeld der Kinder.

Die befürchteten Szenarien der Eltern wollen die Schulen vermeiden, wie Wolfgang Marienfeld, Schulleiter der Gesamtschule Salzkotten erklärt: „Wir versuchen beruhigend einzuwirken. Nach einem Jahr Corona muss heute keiner mehr stigmatisiert werden.“ Grundschulen vergleichen das Vorgehen oft mit dem Auftreten eines Falls von Kopfläusen. Bislang gab es an der Salzkottener Schule keinen positiven Schnelltestbefund. Sollte der Testapparat doch einmal zwei Striche zeigen, würde Marienfeld den Test wiederholen, um ein falsch positives Ergebnis zu vermeiden.

Die Testpflicht und ein Jahr zwischen Home-Schooling und Unterricht in Kleingruppen stellt aber auch die Lehrer vor große Herausforderungen.

Wie der Unterricht im NR-Land unter Corona abläuft, warum Eltern die Testpflicht ablehnen und wie es trotz Bundes-Notbremse weitergeht, ab wann geschlossene Schulen und Kitas drohen, lesen Sie auf der nächsten Seite.

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