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Foto: Shutterstock (Symbolfoto)
Viele besuchen sich auch dieses Jahr an Weihnachten.
NR-Land

So feiert das NR-Land Weihnachten

Freitag, 24. Dezember 2021 von NR Redaktion

Die Corona-Pandemie wirbelt auch in diesem Jahr das Weihnachtsfest und die Vorweihnachtszeit kräftig durcheinander. So musste der Nikolausverein Bad Wünnenberg auch in diesem Jahr auf die eigentlichen Nikolaus-Besuche in den Familien verzichten. Stattdessen drehte der Mann mit dem rotem Mantel auf der Kutsche eine Runde durch Bad Wünnenberg und die Kinder winkten vom Straßenrand.

Auch die Tagespflege von Homecare Geseke setzte ganz auf den Nikolaus als Überbringer der Weihnachtsgrüße. „Jeder Senior in unserer Einrichtung erhielt ein kleines Präsent“, erklärt Geschäftsführer Dieter Ritz. Die Tagespflege ist auch am Heiligabend bis 16 Uhr geöffnet, allerdings ohne spezielles Programm.

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In der Senioren-WG am Teich wiederum wird es ein Weihnachtfest mit Kaffeetrinken und vorgelesenen Weihnachtsgeschichten am Heiligabend geben. In einer Aktion, die zusammen mit den Maltesern und der Sparkasse durchgeführt wurde, haben die Senioren zudem ihre persönlichen Weihnachtswünsche aufgeschrieben, die von den Geseker Bürgern erfüllt werden konnten.

Für die Bewohner gilt auch während des Weihnachtsfestes keine Maskenpflicht, während das Personal FFP2-Masken tragen muss. „Das macht es gerade im Umgang mit Demenz-Erkrankten manchmal schwierig, weil sie nicht wahrnehmen können, wer gerade spricht oder weil sie die Person nicht erkennen“.

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In der Unterbringungseinrichtung für Ausreisepflichtige (UfA) in Büren werden 48 abgeschobene Asylbewerber das Weihnachtsfest verbringen und an Heiligabend einen Weihnachtsgruß überreicht bekommen. „Die Resonanz auf das Angebot ist eher mau“, so Andreas Moseke, Pressesprecher der zuständigen Bezirksregierung Detmold.
Hintergrund: Der überwiegende Teil der Menschen dort sind Muslime, wobei die Religionszugehörigkeit nicht erfasst wird. Insgesamt ist in der UfA aber aktuell wenig los: „Da die Ausländerbehörden gerade in der Weihnachtsruhe sind, haben wir kaum belegt“, so Moseke,. Erst nach den Feiertagen ab Januar wird sich die Zahl der Untergebrachten dort wieder erhöhen.

In vielen Gefängnissen gibt es eine Weihnachtsamnestie, Straftäter kommen also einige Wochen oder Monate vor ihrer Entlassung in die Freiheit und können Weihnachten zu Hause verbringen. Dies gibt es in der UfA nicht, weil die Menschen dort nicht wegen Straftaten hinter Gittern sitzen, sondern weil die Gefahr besteht, dass sie sich ihrer Abschiebung entziehen könnten.

Für die Schwestern im Mutterhaus der Franziskanerinnen in Salzkotten ist Weihnachten immer ein besonderes Fest. Bereits am Vormittag des Heiligabends wird die Bescherung mit den Schwestern, Bewohnerinnen und Bewohnern des Altenheimes St. Clara gefeiert, das direkt an das Mutterhaus anschließt.

Am Spätnachmittag feiern alle gemeinsam die Christmette, die vor Corona öffentlich war und jedes Jahr viele Besucher anzog, die dies oft mit einem Besuch der Krippe verbunden haben. „Jede von uns wünscht sich, wieder mit vielen Menschen den Gottesdienst zu feiern, aber die aktuelle Situation lässt das leider nicht zu“, bedauert Schwester Birgit M. Henning.

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Am Abend ist für die Schwestern des Mutterhauses die Zeit der Bescherung. „In froher und festlicher Atmosphäre wird bei uns viel gesungen und erzählt“, so die Schwester. Die Weihnachtsfeiertage verbringen die Schwestern zu Hause, das heißt in ihrer Gemeinschaft im Mutterhaus, wo sie die besinnliche Zeit im Jahr genießen.

Beliebt bei den Besuchern des Mutterhauses: Die Krippe. Foto: Franziskanerinnen Salzkotten

Die Franziskanerinnen hoffen, dass die Zeit sich bald wieder normalisiert und sie im nächsten Jahr erneut die Krippenführungen für alle Interessierte anbieten können, wobei sie viele Arten von Krippen in ihrem Haus zeigen und die Bedeutung der Darstellungen erklären. „Doch kann in diesem Jahr wieder unsere Außenkrippe im Mutterhausgarten besucht werden“, so Schwester M. Birgit, wobei die Corona-Regeln zu beachten sind.

Übrigens: Das Krippenspiel, die Idee, das Weihnachtsgeschehen durch eine spielerische Inszenierung sinnlich vor Augen zu führen, geht auf den Heiligen Franz von Assisi zurück.

Weihnachten wird auch in Syrien gefeiert


Ganz anders ist die Lage bei den muslimischen Mitbürgern: „Für uns ist Weihnachten ein ganz normaler Tag wie jeder andere“, erklärt Ali Aljumaa, der vor vier Jahren mit seiner Familie als Flüchtling nach Büren kam. Trotzdem ist Weihnachten für die Familie nichts Neues. „In unserer Heimatstadt leben viele Christen, die natürlich auch Weihnachten feiern. Wir gehen zu dieser Zeit immer wieder gerne in die bunt geschmückten Straßen“, ergänzt seine Schwester Malak Aljumaa.

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Naschen gemeinsam Weihnachtsplätzchen: Ourabi Alljumaa, Flüchtlingshelfer Karl-Heinz Befeld, Malak Alljumaa und Ali Alljumaa.Foto: Franz Purucker

Auch die Tradition des Weihnachtsbaumes gibt es in Syrien: „Ich verbinde diesen immer eher mit Silvester“, so die 20-Jährige weiter. Flüchtlingshelfer Karl-Heinz Befeld schlug mit der syrischen Familie vor vier Jahren sogar einen Weihnachtsbaum am Jugendwaldheim Ringelstein in Büren. Die beiden Jungs Ali und Ourabi waren tatkräftig dabei und stellten den Baum auch in ihr Wohnzimmer. „Der nadelt ja auch irgendwann“, lacht Malak Alljuma. So richtig konnte die Familie damit nichts anfangen.

Auch in ihrer syrischen Heimat wird vonseiten der Stadt ein Weihnachtsbaum aufgestellt, der ganz nach dem amerikanischen Vorbild, reichlich geschmückt und beleuchtet wird.

Auch der Weihnachtsmann kommt nach Syrien und heißt dort Papa Noël. „Der fährt durch die Straßen und verteilt Süßigkeiten“, erinnert sich die Abiturientin. Die Bezeichnung ist wahrscheinlich ein Überbleibsel der französischen Kolonialzeit der Syrischen Republik bis 1946.

Das am ehesten mit Weihnachten vergleichbare Fest der Muslime, wo es Geschenke gibt, ist das Zuckerfest, dass jeweils am Ende der Fastenzeit liegt und dieses Jahr Mitte Mai stattfand.

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