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Foto: Pixabay (Symbolfoto)
NR-Land

Ski-Paradies Winterberg fordert langfristige Corona-Strategie und Finanzhilfen

Sonntag, 29. November 2020 von NR Redaktion

Mit wenig Hoffnung, dafür aber mit zunehmend großer Sorge haben die  Unternehmer fast aller Branchen in Winterberg auf die Konferenz der Bundeskanzlerin mit den Länderchefs geschaut. Den Ort trifft es mit seinem großen Skigebiet besonders, denn die Lift werden erst einmal still bleiben.

Winterbergs Bürgermeister Michael Beckmann sowie Wirtschaftsförderer Winfried Borgmann wollen nun ein eindringliches Schreibenan die Landes- als auch an die Bundesregierung auf den Weg gebracht. Gefordert wird ein  klares Corona-Konzept für die kommenden Wintermonate sowie langfristige Strategien beim Thema Wintersport, Gastronomie, Handel und Hotellerie für eine maximal mögliche Planungssicherheit.

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Das ewige Hin und Her sei nicht mehr zu tolerieren, beunruhige sowohl Unternehmer als auch Arbeitnehmer und wirke sich auf die Investitionsfreudigkeit aus. Zudem, so der Tenor, müsse nun zügig und unbürokratisch die Novemberhilfe, die seit Mittwoch beantragt werden kann, sowie die angekündigte Dezemberhilfe an die Betriebe fließen, um Existenzen in Winterberg zu sichern. Ein weiteres wichtiges Thema war die Frage, ob und wann die für Winterberg so wichtige Wintersport-Saison starten kann.

In der Hotellerie und bei den Übernachtungsbetrieben herrscht neben der Abhängigkeit vom Winter-Tourismus nach wie vor Unklarheit darüber, welche Übernachtungen insbesondere über die Weihnachtsferien möglich sein könnten oder nicht.

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Trotz der Möglichkeit zu öffnen ist auch der Winterberger Handel von harten Umsatz-Einbußen betroffen. Dies machte der Sprecher der Einzelhändler, Marcel Pauly, deutlich: „Vor dem zweiten Lockdown waren Stimmung und Motivation gut, jetzt im November haben wir 80 Prozent Umsatz-Einbußen!“

„Die am Mittwoch getroffenen Entscheidungen sind für unsere touristisch geprägte Stadt sowie für die davon betroffenen Betriebe und Branchen ein schwerer Schlag“, betonten Winterbergs Bürgermeister Michael Beckmann und Wirtschaftsförderer Winfried Borgmann.

Am Ende sei auch die Stadt Winterberg massiv betroffen, „brechen doch Gewerbesteuereinnahmen oder Einkommens- und Umsatzsteueranteile, die der Stadt Winterberg zufließen, weg. Dies hat dann wieder Auswirkungen auf mögliche kommunale Investitionen“, so Beckmann weiter. Kaum eine Kleinstadt in NRW sei von den Regelungen so existenziell betroffen wie Winterberg.

Christoph Klante vom Skiliftkarussell Winterberg unterstrich, dass detaillierte Konzepte für jeden Bereich der Wintersport-Branche vorliegen, eine sechsstellige Summe dafür investiert worden sei ohne drüber nachzudenken, ob es sicheren Wintersport geben könne. „Fällt die Wintersport-Saison aus, wird Winterbergs Infrastruktur insgesamt darunter leiden.“ Winterbergs Skigebiete seien grundsätzlich anders aufgestellt als zum Beispiel die in Ischgl und daher absolut nicht vergleichbar. 

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Auch Winterbergs Wirtschaftsförderer Winfried Borgmann redete Klartext. So sei es nicht zu akzeptieren, dass die zugesagten November-Hilfen noch immer nicht geflossen seien. „Diese finanzielle Unterstützung ist für viele Betriebe besonders bei uns in einer stark touristisch geprägten Unternehmens-Landschaft von existenzieller Bedeutung. Dies gilt auch für die geforderten Dezember-Hilfen. „Nur so können wir Insolvenzen verhindern und Arbeitsplätze sichern. Nur so können die Unternehmen Konzepte entwickeln und sich zukunftsfähig in einer wirtschaftlichen Krise aufstellen.“

Nach diesem lokalen Gipfel liegt der Ball nun aber erstmal auf Seiten der Politik in Düsseldorf und Berlin – heißt es in einer Pressemitteilung.

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