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Weihnachtseinkauf unter besonderen Bedingungen: Die Nahversorger appellieren an ihre Kunden, möglichst alleine einzukaufen - besonders in den kurzen Wochen vor den Feiertagen.
NR-Land

Sicherheitsdienst, App, Einkaufswagen: So setzt der Handel die Einlassregeln um?

Samstag, 12. Dezember 2020 von Heike Tebbe

Die Nahversorger wappnen sich für den Ansturm: Die kurzen Wochen vor Weihnachten und vor dem Jahreswechsel stehen bevor und damit der traditionelle Run auf die Supermärkte. Die Händler reagieren mit unterschiedlichen Maßnahmen und viel Flexibilität auf die unsichere Lage. Drei Beispiele aus dem NR-Land.

Schon seit Anfang Dezember schränkt eine neue Corona-Schutzverordnung in NRW die zulässige Kundenzahl in den Geschäften ein. Gültig ist sie zunächst bis zum 20. Dezember. Ob die Zügel noch einmal angezogen werden, steht noch nicht fest. 

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Matthias Ebnet, Marktleiter bei Marktkauf Richard Hesse in Büren, setzt auf Profis, die sich mit Einlassbeschränkungen auskennen. „Wir haben in der Woche vor Weihnachten und vor Silvester einen Sicherheitsdienst mit dem Einlassmanagement beauftragt“, sagt er. 

Sicherheitsdienst zählt Kunden am Einlass

Was auf manche Kunden befremdlich wirken mag, ist für ihn die effektivste Lösung. Die Sicherheitsleute zählen direkt am Eingang durch und sagen den Käufern, wenn sie warten müssen.  Das ist der Fall, wenn 150 Kunden im Geschäft sind – 40 weniger, als die aktuelle Corona-Schutzverordnung für den 3.000-Quadratmeter-Laden als Höchstgrenze vorschreibt.

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„Wir dürften eigentlich 190 Leute gleichzeitig einlassen, beschränken uns aber zum Schutz unserer Kunden und Mitarbeiter freiwillig auf 150“, so Matthias Ebnet.

Diese Zahl ist schnell erreicht, vor allem, wenn mit der ganzen Familie eingekauft wird. „Das passiert leider oft und wirkt sich natürlich auf die Gesamtkundenzahl aus“, sagt Ebnet.

Und wie reagieren die Kunden, wenn sie draußen warten müssen? „Wir versuchen, die Menschen bei Laune zu halten,“ sagt Matthias Ebnet. Mit Schokolade und besonderer Freundlichkeit sei das bislang kein Problem gewesen.

Automatische Kundenerfassung

Auch Kaufmann Paul Penner bittet um Verständnis und Disziplin. Der Inhaber des Nahversorgers Edeka bei Paul in Geseke appelliert an die Unterstützung seiner Kunden: Wenn möglich, bitte nur einzeln einkaufen – „dann steht einem entspannten Einkauf bei uns nichts im Wege“, sagt er.

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Paul Penner setzt bei der Steuerung des Einlasses auf Technik. Er hat in ein Kundenerfassungssystem investiert. Dabei wird jeder Kunde am Eingang automatisch gezählt. Alle Führungskräfte des Marktes werden über eine App oder per Computer benachrichtigt, wenn die Auslastung bei 90 Prozent liegt. 

Steigt diese Zahl auf die Höchstgrenze von 110 Personen an, müssen alle weiteren Kunden zunächst warten. Paul Penner: „Das ist auch ein Signal an unsere Kunden: Wir tun was für eure Sicherheit, und wir tun was für einen relaxten Einkauf.“

Ein weiterer Hebel, die erwarteten Anstürme zu steuern, sind erweiterte Öffnungszeiten. Vom 18. bis zum 31. Dezember hat der Edeka-Markt täglich zwei Stunden länger geöffnet, und zwar von 6 bis 22 Uhr. „Unsere Mitarbeiter haben gut mitgezogen,“ sagt Paul Penner, „jetzt hoffen wir, dass unsere Kunden es auch tun und diesen besonderen Service in Anspruch nehmen.“

Lange Öffnungszeiten und Einkaufswagen

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Sein Kollege Olaf Rüthing, Inhaber des REWE-Marktes in Steinhausen, hat ebenfalls lange geöffnet. Von 7 bis 22 Uhr kann man dort einkaufen, „da zieht sich der Kundenstrom schön auseinander“. Werden die ganz frühen und die späten Öffnungszeiten auch genutzt? „Nach meiner Erfahrung schon, besonders am Wochenende,“ sagt Rüthing. 

Neben den Geschäftszeiten steuert er die Zahl der Kunden im Laden auch über Einkaufswagen: Jeder Käufer muss einen Wagen nehmen, 88 Kunden sind zur Zeit erlaubt. Wenn alle 88 Wagen im Laden unterwegs sind, muss man warten, bis jemand herauskommt. „Das klappt gut“, sagt Rüthing, aber er befürchtet auch, dass die beiden kurzen Festtagswochen „richtig heftig“ werden. „Alle sind zuhause, keine Gastronomie – das wird eine Herausforderung für uns. Wir stocken jetzt unsere Warenbestände auf, damit es keine Engpässe gibt.“ 

Sein Appell: Wer Zeit hat, sollte jetzt schon einkaufen – und zwar möglichst allein.


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