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Schulden der Städte
Foto: Pixabay
Einige Städte haben hohe Verbindlichkeiten angehäuft. Viele dieser Schulen sind aber schon älter.
Thema der Woche

Bis zu 1.400 Euro Schuldenlast trägt jeder Bürger

Dienstag, 1. Oktober 2019 von Franz Purucker

Die Konjunktur boomt und damit sprudeln auch die Steuereinnahmen in den Städten des NR-Landes. Vom großen Schuldenabbau sind die meisten Städte aber weit entfernt.

Stattdessen wurde in den vergangenen Jahren vielerorts investiert und entsprechend neue Schulden angehäuft. Die mit Abstand meisten Schulden hat mit 30,7 Millionen Euro die Stadt Geseke. Auch Bad Wünnenberg hat für seine Größe eine gewaltige Schuldenlast von 10,3 Millionen Euro zu tragen, hat es jedoch in den letzten Jahren geschafft, einiges davon zurückzuzahlen.

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„Wir wollen die Schulden weiter abbauen“, sagt Ulrich Herber, Kämmerer von Geseke, der Stadt mit den höchsten Verbindlichkeiten im NR-Land. Rund sechs der 30 Millionen Euro sind Altlasten aus der Vergangenheit, zeitweise sind diese mehr als 15 Jahre alt.


Aber: Würde die Stadt weiter wirtschaften wie bisher, „wären wir 2042 bei Null“, so Herber weiter. Dazu beigetragen haben gute Gewerbesteuererträge und Energiesparmaßnahmen in städtischen Gebäuden.

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Doch es stehen viele Großprojekte an: Die Stadt muss eine neue Feuerwache bauen und die Stadtverwaltung sanieren. Angesichts eines niedrigen Zinssatzes von teilweise nur ein Prozent, macht es gerade jetzt Sinn, Schulden für Investitionen aufzunehmen.


So sieht das auch Ingrid Hartmann, Kämmerin von Delbrück. Die Stadt wird Kredite für das Gymnasium und ein neues Rathaus aufnehmen. „Wenn wir es nicht jetzt machen, wann dann“, so Hartmann. Trotzdem müssen Kommunen natürlich darauf achten, dass Sie nur so viel ausgeben, wie sie selbst einnehmen, so die Kämmerin.


Die Stadt war von 2006 bis 2008 sogar komplett schuldenfrei. Jetzt schiebt sie Verbindlichkeiten von knapp neun Millionen Euro vor sich her. Investiert hat die Stadt unter anderem in die Sanierung des Hallenbades (vier Millionen Euro). Rund 1,35 Millionen Schulden entfallen auf städtische Betriebe.

Schulden beinhalten städtische Betriebe


Auch in den 8,3 Millionen Euro, die Büren an Schulden gemacht hat, entfällt ein großer Teil auf einen Eigenbetrieb – nämlich das Abwasserwerk. „Die Schulden werden steigen, da kommunale Infrastrukturprojekte wie Schulen, finanziert werden müssen“, so Pressesprecherin Kerstin Salerno. So müssen beispielsweise im Rahmen der Umwandlung der Sekundarschule in eine Gesamtschule Räumlichkeiten für die Oberstufe geschaffen werden, was rund 5,3 Millionen Euro kosten wird, wobei ein Teil durch Fördermittel bezahlt wird.

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Auch Bad Wünnenberg konnte in den vergangenen Jahren Schulden abbauen und zwar rund 2,2 Millionen Euro. Kredite waren unter anderem für den Bau einer Flüchtlingsunterkunft nötig. In den 10,3 Millionen Euro verbergen sich auch gut zwei Millionen, die die Bad Wünnenberger Kurverwaltung, ein städtisches Unternehmen, aufgenommen hat. Eine Neuverschuldung plant die Stadt aktuell nicht, teilt Pressesprecherin Leah Laven mit.


Die Stadt Salzkotten ist im NR-Vergleich die Kommune mit den geringsten Schulden. Nur 2,9 Millionen Euro stehen zu Buche. Auf Fragen der NR dazu, reagierte die Stadtverwaltung leider nicht.

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