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Foto: Franz Purucker
Schornsteinfegermeister Klaus Bewer bei der Reinigung eines Schornsteins mit Hilfe einer Glasfaserstange. Früher mussten die Kaminkehrer noch fünf Meter lange Stangen schleppen.
Thema der Woche

Schornsteinfeger als Glücksbringer: Woher kommt dieser Brauch?

Samstag, 28. Dezember 2019 von Franz Purucker

Wenn Klaus Bewer beim Kunden vorfährt, hat er immer auch seinen Akku-Staubsauger dabei. In seinen Anfangsjahren war das keinesfalls selbstverständlich. Seit 2010 können sich die Kunden für Routineaufgaben wie Kehren und Messen einen Schornsteinfeger am freien markt suchen. Anbieten darf diese Tätigkeiten jeder entsprechend qualifizierte Schornsteinfegerbetrieb. Die Preise dafür sind nicht vorgeschrieben.
Das heißt: Ein Schornsteinfeger, der seine Arbeit gut macht und den Ort sauber hinterlässt, wird eher wieder gebucht.

Kehrbezirke werden alle sieben Jahre neu vergeben

Die hoheitlichen Aufgaben, also Feuerstättenschau, Ausstellung beziehungsweise die Änderung des Feuerstättenbescheides, Führen des Kehrbuches und die Bauabnahmen müssen weiterhin vom bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger erledigt werden. Die Gebühren sind bundesweit einheitlich und in der Kehr- und Überprüfungsordnung festgelegt.

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Auch in diesem Bereich sind Weiterbildungen wichtig, so Bewer: „Als Schornsteinfeger soll ich die Arbeit von Fachfirmen überprüfen.“ Dies geht nur, wenn man selbst über den aktuellen Stand der Technik bescheid weiß.
Alle sieben Jahre werden die Kehrbezirke neu ausgeschrieben und anhand eines Punktesystems vergeben. Ausschlaggebend sind neben der Berufserfahrung und dem Abschlusszeugnis auch Weiterbildungen. Klaus Bewer konnte sich zuletzt 2015 für seinen Kehrbezirk in Delbrück durchsetzen.

Schornsteinfeger Klaus Bewer holt seinen Akku-Staubsauger aus dem Auto, der heute selbstverständlich dazu gehört. Seit viele Aufgaben nicht mehr unter die hoheitlichen Aufgaben zählen, bemühen sich Schornsteinfeger mehr um Kundenservice.
Foto: Franz Purucker

Viele Schornsteinfeger haben sich zusätzliche Arbeitsfelder gesucht. So führt Bewer als Zusatzleistung sogenannte Luftdichtigkeitsprüfungen durch, um Schwachstellen in der Hausdämmung zu identifizieren. Dazu hat sich der 59-jährige zum Energieberater weiterbilden lassen.
In den städtischen Bereichen bieten Schornsteinfeger oft die Wartung von Rauchmeldern an.

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Ganz verloren gegangen ist aber auch die Tätigkeit als Glücksbringer nicht: So engagieren sich die Schornsteinfeger im Kreis Paderborn jedes Jahr auf ihrer Glückstour für krebskranke Kinder und sammeln Spenden für Forschungsnetzwerke, Elterninitiative und im Einzelfällen die Kosten, welche die Krankenkassen nicht übernehmen beispielsweise wenn die Elternwohnung nicht in Laufweite zur Klinik liegt oder eine Beerdigung nicht bezahlt werden kann.

Die Schornsteinfeger im Kreis Soest nehmen regelmäßig am Silvesterlauf Teil, um Glück zu bringen und Spenden zu sammeln.

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