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Foto: Franz Purucker
Schornsteinfegermeister Klaus Bewer bei der Reinigung eines Schornsteins mit Hilfe einer Glasfaserstange. Früher mussten die Kaminkehrer noch fünf Meter lange Stangen schleppen.
Thema der Woche

Schornsteinfeger als Glücksbringer: Woher kommt dieser Brauch?

Samstag, 28. Dezember 2019 von Franz Purucker

Es ist ein alter Brauch, den bis heute viele begehen. Wer kurz nach dem Jahreswechsel einem Schornsteinfeger begegnet oder einen seiner Knöpfe berührt, soll im neuen Jahr Glück haben.

Seinen Ursprung hat dieser Aberglaube im Mittelalter. Damals fingen Häuser viel schneller und häufiger Feuer als heute. Der Kaminkehrer, traditionell im schwarzen Outfit und mit Zylinder, konnte durch seine Arbeit Brände verhindern und brachte somit Glück.

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Das Verhindern von Feuer ist bis heute die wichtigste Arbeit des Berufsstandes, erklärt der Delbrücker Schornsteinfeger Klaus Bewer.
Doch die Arbeit hat sich verändert: „Der Verwaltungsaufwand ist enorm gestiegen“, berichtet der 59-Jährige. Nach einer Feuerstättenschau hat das Dokument oft sechs bis neun Seiten, die dann an den Kunden verschickt werden.

Höhere gesetzliche Anforderungen an die Dokumentationspflicht sorgen auch für zusätzliche Kosten.
Außerdem ist heute die Pflicht des Kunden viel größer: So sind die Betreiber von Feuerstätten selbst dafür verantwortlich, dass regelmäßig ein Schornsteinfeger ins Haus kommt – in der Regel zwei Mal in sieben Jahren. Außerdem hat sich die Ausstattung des Schornsteinfegers verändert: „Als ich 1975 angefangen habe, hatte jeder einen Block in seinem Anzug Heute geht keiner mehr ohne Notebook aus dem Haus“, so Bewer.

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Als der 59-Jährige vor 41 Jahren in den Beruf startete, wurde der Schornstein noch mit einer fünf Meter langen schwere Eisenstange gereinigt. Dies gehört heute zum Glück der Vergangenheit an: Inzwischen kommt eine deutlich leichtere, dafür aber bis zu 15 Metern lange Glasfaserstange zum Einsatz.

Die wichtigste Veränderung in dem Gewerbe ist inzwischen neun Jahre her. Seitdem müssen die Kunden bei einigen Schornsteinfegerleistungen nicht mehr den verantwortlichen Bezirksschornsteinmeister beauftragen. Außerdem ist der Beruf heute vielseitiger. Mehr dazu auf der nächsten Seite.

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