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Am Brockhof (K28) bei Paderborn-Sande überschlug sich ein VW und blieb im Graben liegen.
Foto: Polizei Paderborn
Am Brockhof (K28) bei Paderborn-Sande überschlug sich ein VW und blieb im Graben liegen.
NR-Land

Schneechaos : Straßen gesperrt, viele Unfälle und Feuerwehr muss Rettungsdienst helfen

Montag, 8. Februar 2021 von Franz Purucker

Der Wintereinbruch durch Tief Tristan hat das NR-Land fest im Greiff. Durch Schneeverwehungen sind viele Straßen unpassierbar. Autos und Lastwagen fahren sich fest. Die Polizei rät: Wer sein Auto nicht unbedingt nutzen muss, sollte es stehen lassen. Für einige Fahrzeuge besteht Fahrverbot.

Bereits am Wochenende wurden Feuerwehr und Polizei stark gefordert: Insgesamt rückten die Einsatzkräfte allein im Kreis Paderborn zu 16 Verkehrsunfällen aus. Autos rutschten in den Graben oder blieben in Schneeverwehungen hängen.

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Betroffen waren die B68 bei Paderborn, die L776 bei Büren, Nebenstraßen bei Delbrück und Salzkotten sowie am Morgen die L818 und L756 bei Borchen. Es entstanden Sachschäden in Höhe von mehreren tausend Euro.

In Salzkotten kam es am frühen Sonntagmorgen gegen 03.20 Uhr zu einem Wasserrohrbruch. Eine zehn Meter hohe Fontäne ergoss sich über die Marktstraße.

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In Delbrück drohten die die Kunststoffdeckungen der Biogasanlagen in Boke, Steinhorst und Westenholz einzureißen. Nur aus dem Korb der Drehleiter ließen sich die Kuppeln vor Schnee befreien.

Im Rettungsdienst wurde aufgrund der anhaltend winterlichen Lage ein weiterer allradgetriebener Rettungswagen in Betrieb genommen. Das Personal der Leitstelle wurde aufgrund der allgemeinen Lage aufgestockt

VW überschlägt sich

Auf der der K28 bei Paderborn-Sande überschlug sich mittags ein VW. Die beiden Insassen sowie die Beteiligten der anderen Unfälle blieben unverletzt. Gegen 17.20 Uhr verunglückte ein Imbiss-Lieferant auf der Elser Hude bei Paderborn-Elsen.

Sein Wagen kam ins Rutschen und prallte gegen einen Baum. Der Fahrer zog sich Verletzungen zu und wurde mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht.

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Feuerwehr muss Rettungsdienst helfen

Die Feuerwehr Bad Wünnenberg rückte am Sonntagabend zu einem medizinischen Notfall aus, weil der Rettungsdienst nicht mehr durchkam. Aber selbst die Feuerwehrfahrzeuge mit Schneeketten kamen nicht mehr überallhin. Letztlich bahnten sich die Einsatzkräfte zu Fuß den Weg durch den Schnee.

Die Feuerwehr Bad Wünnenberg rückt in Haaren zu einem Rettungsdienst aus, der sich im Schnee fest gefahren hat. Foto: Feuerwehr Bad Wünnenberg

Am Sonntagvormittag war die Feuerwehr bereits den Kollegen vom Rettungsdienst zu Hilfe geeilt. Auf der Landstraße 636 in Richtung Haaren hatte sich ein Rettungswagen der Wache Fürstenberg im Schnee festgefahren.

Auch in Geseke rückte die Feuerwehr in der Nacht zu Montag aus, um den Rettungsdienst zu unterstützen.

Nächtlicher Schneeeinsatz der Geseker Feuerwehr, um den Rettungsdienst zu unterstützen. Foto: Feuerwehr Geseke

Die Feuerwehren waren vielerorts gut vorbereitet auf das Schneechaos und hatten sogenannte örtliche Einsatzleitungen gebildet. Das heißt, dass ein Großteil der Einsätze nicht mehr über die zentralen Leitstellen in Paderborn und Lippstadt, sondern vor Ort in den hauseigenen Leitstellen der Feuerwehr koordiniert wurden.

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Das Chaos ist noch nicht vorüber: Wegen umstürzender Bäume sind die Strecken zwischen Lichtenau (K26) sowie Lichtenau-Kleinberg (L763) und Willebadessen gesperrt. Die Strecke Stöckerbusch und Kuhtrift zwischen Büren-Hegensdorf und der L754 (Haarener Wald) ist wegen meterhoher Schneewehen gesperrt.

Die Feuerwehr warnt vor Schneeverwehungen auf der L 744 zwischen Fürstenberg und Lichtenau-Dalheim sowie auf der L 636 zwischen Fürstenberg und Marsberg-Meerhof.

Der Zugverkehr ist weitgehend zum Erliegen gekommen. Bis mindestens 10.30 Uhr fallen sämtliche Züge ab Geseke und Paderborn aus. Fahrgäste erhalten den Ticketpreis erstattet. Für Monatskarten gibt es Pauschalen erstattet.

Tief Tristan wütet weiter

Weiterhin bestehen erhöhte Unfallgefahren durch Glatteis, Schneefall und vor allem tückische Schneeverwehungen. Die Wetterlage dürfte auch am Montagmorgen zu starken Behinderungen im Berufsverkehr führen. Die Polizei rät, auf jeden Fall deutlich mehr Zeit für die Fahrt zur Arbeit einzuplanen.

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Die Bezirksregierung Detmold hat zudem für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen ein Fahrverbot erlassen. Die amtliche Wetterwarnung vor Schneeverwehungen gilt noch bis 12 Uhr, die wegen starkem Schneefall sogar bis Montagabend 18 Uhr.

Mit Hilfe der Drehleiter aus Hövelhof gelingt es den Einsatzkräften des Löschzugs Lippling, die Kunststofffolien der Biogasanlage in Steinhorst vom Schnee zu befreien. Gleichartige Einsätze liefen zeitgleich in Boke und Westenholz. Foto: Feuerwehr Delbrück

Wegen umgestürzter Bäume sind zurzeit die Strecken über die Egge zwischen Lichtenau (Kreisstraße 26/Torfbruchstraße) sowie Lichtenau-Kleinenberg (Landstraße 763) und Willebadessen gesperrt. In Bad Wünnenberg sind die Landstraßen 636 und 751 nach Haaren unpassierbar.

Im Raum Fürstenberg beseitigte die Feuerwehr in der Nacht zu Sonntag einen umgestürzten Baum.  Im Bereich Stöckerbusch in Büren ist die Kuhtrift in der Zufahrt von Hegensdorf zur Unterbringungseinrichtung für Ausreisepflichtige wegen meterhoher Schneewehen und umgestürzter Bäume gesperrt.

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