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Foto: Kreisfeuerwehrzentrale
Zieht Bilanz: Marc Hammerstein, Leiter der Kreisfeuerwehrzentrale, in der Leitstelle in Büren-Ahden, der Herzkammer des Rettungsdienstes.
Kreis Paderborn

Rettungsdienst: Weniger Einsätze, aber unter schwierigeren Bedingungen

Samstag, 16. Januar 2021 von Heike Tebbe

Keine massiven Unwetterlagen, keine Häufung von schweren Unfällen – für das Corona-Jahr 2020 freute sich der Leiter der Kreisfeuerwehrzentrale, Marc Hammerstein, ganz besonders über die ruhige Einsatzlage. Denn, so Hammerstein: „Die Pandemie hat uns in der Leitstelle und die Einsatzkräfte bei Feuerwehr und Rettungsdienst stark beschäftigt und vor neue Herausforderungen gestellt.“

24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche wird in der Leitstelle am Flughafen in Büren-Ahden unter höchster Konzentration gearbeitet. Wenn irgendwo im Kreis Paderborn die 112 gewählt wird, müssen die insgesamt 29 Disponenten – allesamt ausgebildete Feuerwehr- und Rettungskräfte – schnelle und oft lebensrettende Entscheidungen treffen und Rettung organisieren. 

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Im vergangenen Jahr war das genau 53.369 Mal der Fall. Damit ist die Zahl der Notrufe im Vergleich zum Vorjahr (53.676) nahezu gleichgeblieben. Die Einsatzzahlen in der Notfallrettung sind dagegen um etwa vier Prozent gesunken und im Krankentransport sogar um sieben Prozent. 

Besonders in den Hochmonaten der Pandemie – im April, Mai und November – waren die Rückgänge deutlich. Warum? „Vermutlich waren weniger Menschen auf den Straßen unterwegs und haben auch ihre Freizeit-Aktivitäten eingeschränkt“, vermutet Marc Hammerstein. 

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Trotz der leicht rückgängigen Einsatzzahlen hatten die Einsatzkräfte aber keinesfalls weniger Arbeit. Denn: Unter Corona-Bedingungen dauern Einsätze länger. Besonders die aufwendigere Desinfektion der Fahrzeuge bindet Personal und Fahrzeuge.

Desinfektion bindet Personal und Fahrzeuge

Besonders in den Abendstunden fallen in der Pandemie verstärkt Krankentransporte an, da Covid-19-Patienten zum Beispiel für ihre Dialyse-Termine, die sie sonst mit dem Taxi wahrnehmen würden, nun aufgrund der Hygienevorschriften auf einen Krankenwagen angewiesen sind. Der Rettungsdienst hat darauf reagiert, indem mehr Fahrzeuge in den Abendstunden eingesetzt werden. Zusätzlich unterstützen die Hilfsorganisationen, wenn die regulären Krankentransport-Kapazitäten eng werden. 

Modernisierung geht weiter

Wichtige Fortschritte waren 2020 bei der Modernisierung der Feuerwehrzentrale zu verzeichnen. Eine neue Schlauchwaschanlage ersetzte den fast zwei Jahrzehnte alte Vorgänger. Die neue Anlage wäscht nicht nur, sondern prüft die Feuerwehrschläuche auch auf ihre Druckdichte. Alle Prüfergebnisse werden nun automatisiert digital erfasst. „Dies war ein wichtiger Baustein unserer Modernisierungsstrategie, die wir weiterhin stringent verfolgen werden“, so Landrat Christoph Rüther.

Hier gibt es Hilfe

• 112: bei lebensbedrohlichen Erkrankungen und Verletzungen (z.B. nach Autounfällen oder bei Schlaganfällen). Auch die Feuerwehr ist unter dieser Notfallnummer zu erreichen.

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• 116 117: Außerhalb der Öffnungszeiten der Arztpraxen – in den Abendstunden, nachts und am Wochenende – kann unter dieser Nummer der Ärztlichen Bereitschaftsdienst für alle nicht lebensbedrohlichen Erkrankungen erreicht werden.

• 0 29 55 – 19 222: Hier können Krankentransporte angefordert und terminiert werden. 



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