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Foto: Foto: Meyer / VdF Kreis Paderborn
Feuerwehrleute beim Abmarsch ins Hochwassergebiet: Verbandsführer Elmar Keuter alarmierte die Einsatzkräfte zur Feuerwehrzentrale in Büren-Ahden. Von hier aus fuhren die Fahrzeuge unter anderem nach Altena.
Büren

Retter aus dem Kreis Paderborn helfen bei Hochwassereinsatz in NRW

Donnerstag, 15. Juli 2021 von NR Redaktion

800 Feuerwehrleute und zahlreiche weitere Einsatzkräfte von Rettungs- und Hilfsorganisationen aus OWL sind aktuell in den von Starkregen betroffenen Gebieten Nordrhein-Westfalens im Einsatz. Innerhalb weniger Stunden wurden vier Bezirksbereitschaften alarmiert und auf den Weg gebracht. Darunter sind auch 370 Feuerwehrleute mit etwa 70 Fahrzeugen aus der Bezirksbereitschaften Herford/Minden-Lübbecke und Höxter/Paderborn helfen an verschiedenen Orten im gesamten Märkischen Kreis und in der Stadt Altena.

Gegen 18.15 Uhr erreichte den Paderborner Kreisbrandmeister Elmar Keuter der Einsatzbefehl der Bezirksregierung Detmold. Um 18.47 Uhr wurden die Einheiten im Kreis Paderborn alarmiert. Gegen 20.15 Uhr trafen 23 Fahrzeuge mit 105 Einsatzkräften aus dem Kreis Paderborn an der Kreisfeuerwehrzentrale in Büren-Ahden ein. Um 20.55 Uhr setzte sich dort der Hilfskonvoi in Bewegung.

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Mit Lösch- und Spezialfahrzeugen für flächige Hochwasserlagen und Technische Hilfeleistungen rückten die Züge 33 und 34 aus. Mit im Einsatz war auch der Logistikzug 35 mit zahlreichen Helfern und Fahrzeugen des Deutschen Roten Kreuzes. Der Logistikzug stellte die Versorgung der Einheiten aus den Kreisen Höxter und Paderborn sicher.

In den Nachtstunden versuchte der Verband aus dem Kreis Paderborn, unterstützt durch hochwatfähige Bundeswehrfahrzeuge und Bagger, sich in die überflutete Innenstadt vorzukämpfen. „Bei einem Wasserstand von 1,80 Metern mussten wir jedoch kapitulieren“, berichtete Elmar Keuter, der die Verbandsführung innehat, am Donnerstagmorgen.

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Seit den Vormittagsstunden arbeiten die Züge 33 und 34 des Paderborner Verbandes als erste auswärtige Feuerwehr in der Innenstadt von Altena. „Überall werden wir mit hochgerecktem Daumen begrüßt“, freut sich Keuter. Die Einsatzkräfte befreien die Straßen von Schlamm und Geröll und haben bereits 30 Keller ausgepumpt.

Am frühen Nachmittag wurden die Kräfte aus dem Kreis Paderborn von 80 frischen Feuerwehrleuten aus dem Kreis Paderborn abgelöst. Sie waren in Mannschaftstransportern über Iserlohn nach Altena gefahren und übernahmen dort an den Einsatzstellen die Fahrzeuge.

Hilfe im großen Stil: NRW organisiert Einsatzeinheiten vor dem Schadensfall

Um im Schadensfall schnell und effektiv helfen zu können, hat Nordrhein-Westfalen als eines der wenigen Bundesländer die Aktivierung von Einsatzkräften bereits vorab organisiert und dafür eine feste Struktur gemeinsam mit den Feuerwehren und Hilfsorganisationen verankert. Diese so genannten Landeskonzepte für die „vorgeplante überörtliche Hilfe“ sehen vor, dass bei außergewöhnlichen Schadensereignissen sehr viele Helferinnen und Helfer samt Materials innerhalb kürzester Zeit gezielt und bedarfsgerecht in anderen Regierungsbezirken oder auch Bundesländern eingesetzt werden können – ein wesentlicher Vorteil im Vergleich zu Einsätzen, die ohne Informationen zur Gesamtlage sowie ohne übergreifende Organisationsstrukturen erfolgen und somit vor Ort oft nicht die erhoffte Wirkung erzielen.

Die Landeskonzepte umfassen Einsatzeinheiten mit unterschiedlichen Spezialisierungen, beispielsweise die Wasserrettung, Logistik, Patiententransport, Technische Hilfeleistung oder Brandbekämpfung. Daneben gibt es auch Einheiten mit einem allgemeinen Einsatzzweck.

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Die Einheiten setzen sich aus den überwiegend ehrenamtlichen Feuerwehrleuten und Mitgliedern von Hilfsorganisationen zusammen. Besteht Bedarf, werden entsprechende Einheiten durch die Bezirksregierung alarmiert. Die Mitglieder aus den Kommunen der jeweiligen Konzepte setzen sich dann in Bewegung und rücken als Einheit zu dem Einsatzort aus.

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