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Foto: Johannes Büttner
Die Initiatoren der Aktion Klaudia Mathia und Marina Bierhoff.
NR-Land

Reisebüros bangen um ihre Existenz: Große Demo am Paderborn-Lippstadt Airport

Sonntag, 3. Mai 2020 von Johannes Büttner & Franz Purucker

In der Touristikbranche geht es ums Überleben. Als Folge der Corona-Krise werden kaum noch Reisen gebucht. Das merken auch die Reisebüros in der Region und haben am Paderborn-Lippstadt Airport für einen Rettungsschirm demonstriert.

Aber selbst an bereits getätigten Buchungen verdienen die Reisebüros nichts mehr. „Die Provisionen für die Reisen, die abgesagt wurden und zukünftig noch werden, erhalten wir nicht mehr bzw. müssen sie teilweise sogar zurückzahlen“, sagt Nina Flottmeier, Inhaberin des TUI-Reisecenters Geseke, bei einer gemeinsamen Demonstration der Branche am Mittwoch am Bürener Flughafen.

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Etwa 100 Inhaber und Mitarbeiter von Reisebüros waren teilweise über viele Kilometer angereist, um mit Plakaten, Transparenten, Koffern, Liegestühlen und anderen Reiseutensilien vor dem aktuell leeren Abfertigungsgebäude auf leere Kassen hinzuweisen.

„Wir stehen vor dem Aus, wir haben seit Corona keine Einnahmen mehr, müssen aber unsere Ausgaben, wie Löhne, Mieten und Steuern zahlen. Wir brauchen zum Überleben die Hilfe des Staates“, sagte Organisatorin der Demo, Martina Bierhoff.

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Reisebüro-Demo am Flughafen
Nina Flottmeier (Mitte mit Schild) bei der Demo am Airport. Foto: privat

Zwar hatte die Bundesregierung zunächst versichert, dass für bereits gebuchte Reisen, die aber wegen dem globalen Reisewarnungen nicht angetreten werden können, statt des bereits bezahlten Geldes auch Gutscheine erstattet werden können.

Da dieses aber nicht dem EU-Recht entspricht, kann jeder Reisebucher sein bereits gezahltes Geld zurückverlangen. „Das ist Geld, wovon bereits Mitarbeiter, EDV Gebühren und Miete gezahlt wurden“, ergänzt Flottmeier.
Reisebüros leben von dem Bonus, den sie bei der Anzahlung der Reise vom Veranstalter erhalten. Aktuell bekommen diese aber nicht nur kein Geld, sie haben auch noch die Rückabwicklung kostenlos zu leisten.

Die vom Staat erhaltenen 9.000 Euro Soforthilfe seien zwar hilfreich gewesen, aber sie reichten eben nicht aus, um die Krise zu überstehen.
Die Demonstranten fordern deshalb von der Bundesregierung, dass die Provisionen abgesichert werden oder ein staatlicher Rettungsfonds geschaffen wird, aus dem alle Betroffenen entschädigt werden.
Die Lage ist brenzlig: Kurz nach dem Ende der Demonstration wurde die Reisewarnung bis zum 14. Juni ausgeweitet.

Bis zu diesem Datum kann also kein Reisebüro etwas verkaufen.
„Wenn nicht schnell etwas unternommen wird, werden in den nächsten vier bis acht Wochen die ersten Reisebüros schließen müssen“, prophezeit Flottmeier.

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Dabei können auch die Reisenden, die gezwungenermaßen stornieren müssen, helfen: „Wenn die Kunden satt der finanziellen Rückerstattung einen Gutschein annehmen können, der durch einen Fond gesichert ist, würde uns das helfen, denn dann bekommen wir auch unseren Bonus“, erklärt Martina Bierhoff.

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