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Kommunalwahl im Kreis Paderborn und in Geseke
Thema der Woche

Prognose: So könnte die Kommunalwahl die Ratssitze verändern

Sonntag, 21. Juni 2020 von Franz Purucker

Die Neue Regionale hat auf Grundlage des Wahlergebnisses der Europawahl, die Sitze der einzelnen Parteien in den Kommunalparlamenten hochgerechnet. Direktmandate und daraus ergebende Überhangmandate blieben unbeachtet.

Die Werte sind mit Vorsicht zu genießen, da bei Kommunalwahlen viel nach örtlichen Ereignissen und Vorhaben sowie lokal bekannten Personen gewählt wird. Mehr zur Berechnung der Zahlen im Beitrag im linken Teil dieser Seite.

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Kreis Paderborn: Neue Partei tritt an

Aktuell ist im Kreis eine bunte Parteienvielfalt vertreten: Neben den üblichen größeren Parteien sind dort auch die AfD mit zwei Sitzen und die Bürgerinitiative FBI – zeitweise in einer Koalition mit der AfD – im Parlament vertreten.

So könnte der Kreistag in Paderborn nach der Wahl aussehen. Das Kommunalparlament besteht aus 60 Sitzen + dem Landrat. Aktuell besetzt die CDU 31 Sitze, die SPD 13, die FDP 3, Grüne 7, Die Linke 2, die AfD 2 und sonstige zwei.

Insbesondere die AfD darf auf mehr Sitze hoffen. Wie Kreissprecher Karl-Heinz Tegethoff gegenüber der Neuen Regionalen erklärte, ist es gelungen für alle 30 Wahlbezirke Kandidaten zu finden. Bei der letzten Wahl vor fünf Jahren war die Partei nur in einigen wenigen Orten wählbar.

Hoffnung auf einen Neueinzug ins Parlament macht sich auch die Volt-Partei. Laut dem Spitzenkandidaten Thomas Mertens aus Büren, ist es gelungen für 29 der 30 Wahlkreise Kandidaten aufzustellen. Lediglich im Wahlbezirk Sande tritt die Partei wegen eines Formfehlers nicht an. Der dortige Kandidat wohnt nicht im Wahlkreis. Auch die Linke tritt im gesamten Kreis an an. Die Piraten werden nach NR-Recherchen nicht wieder kandidieren.

Büren: Der Stadtrat wird bunter

In Büren sind aktuell vier Parteien vertreten – nämlich CDU, SPD, FDP und Grüne. Bei der letzten Wahl trat noch ein Einzelkandidat an, der jedoch nur 0,3 Prozent der Stimmen erhielt und damit nicht in den Rat gekommen ist.
Die Stadt besteht aus 19 Wahlbezirken und entsprechend 38 Stadträten. Die AfD hat angekündigt in allen Wahlbezirken anzutreten, um in den Bürener Stadtrat einzuziehen. Auf Grundlage der Europawahl reicht es für vier Sitze.

Die Sitzverteilung im möglichen neuen Bürener Rat, bestehend aus 38 Sitzen + Bürgermeister.

Die CDU könnte ihre absolute Mehrheit verlieren und zur Durchsetzung von Beschlüssen auf die Zusammenarbeit mit einem Partner angewiesen sein.

Das Bürgermeisteramt ist seit 1948 fest in CDU-Hand. Seit 2009 bereits hat das Amt Burkhard Schwuchow inne, der zuletzt fast 70 Prozent der Stimmen holte.

Geseke bleibt wohl einzige Stadt ohne AfD

Das Parlament in der Hellweg-Stadt besteht aus 36 Sitzen und 18 Wahlkreisen. Veränderungen könnte der neu gegründete Ortsverband der Grünen bringen, der angekündigt hat, in allen Wahlkreisen anzutreten. Damit buhlt die Partei wohl um ähnliche Wähler wie die bereits im Parlament vertretene Bürgergemeinschaft (BG).

Da diese nicht zur Europawahl angetreten ist, erscheint diese nicht in der Prognose. Möglich aber, dass sich beide Gruppen die grünen Stimmen teilen.

Das Geseker Lokalparlament besteht aus 36 Sitzen + Bürgermeister und könnte nach der Wahl so aussehen. Bislang hat die CDU 18 Sitze, die SPD 10 Sitze, die FDP 3 und die BG 5.

Einen Ortsverband der Linken war vor einigen Jahren in Gründung, wurde aber nie umgesetzt. Der Kreisvorsitzende Manfred Weretecki erklärte, dass die Partei nicht zu den Stadtratswahlen antreten wird, sondern dort nur für den Kreis wählbar ist.

Der AfD ist es laut Kreissprecher Dr. Wilfried Jacobi nicht gelungen in Geseke einen Ortsverband zu gründen. Zumindest für den Stadtrat tritt die Partei demnach nicht an, allerdings für die Kreistag.

Salzkotten: AfD schiebt Sitzverteilung zusammen

Aktuell dominiert die CDU mit einer absoluten Mehrheit den aus 38 Sitzen bestehenden Rat, der schon heute vergleichsweise bunt ist: FDP, Grüne und sogar die Linke stellen Stadträte.

Im Salzkottener Rat, bestehend aus 38 Sitzen plus Bürgermeister besetzt die CDU aktuell 21 Sitze, die SPD 8, die FDP 3, die Grünen vier und die Linke zwei.

Auch hier will die AfD in den Rat einziehen. Die erst bei der letzten Wahl mit zwei Vertretern eingezogene Linke wiederum sucht händeringend nach Kandidaten. „Wir arbeiten an einer offenen Liste, in der auch Nicht-Parteimitglieder kandidieren können“, kündigte Paul Weitkamp von der Linken an. Es sei schwer, ausreichend Kandidaten zu finden.

Ob es reicht für alle 19 Wahlkreise reicht, soll sich zur Wahlversammlung zeigen. Es würde wohl nur für einen Sitz reichen und damit wohl weniger als die AfD, die nach der Europawahl-Prognose gerechnet auf drei Sitze kommen würde.

Bad Wünnenberg: Ende des 3-Parteien-Systems

Nur drei Parteien dominieren aktuell den Rat von Bad Wünnenberg, der aus 32 Sitzen besteht und wohl nach der Wahl ebenfalls deutlich bunter wird. Seit diesem Jahr gibt es in dem kleinsten der vier NR-Land-Städte einen Ortsverband der Grünen, der sich kämpferisch gibt, aber entsprechend auch für alle 16 Wahlkreise Kandidaten aufstellen muss.

Von den 32 Sitzen plus Bürgermeister im Rat von Bad Wünnenberg besetzt die CDU aktuell 19, die SPD 11 und die FDP zwei.

Gleichzeitig kündigt die AfD an, in allen Wahlkreisen zu kandidieren und der „CDU, Wählerstimmen abzunehmen“, so die Ankündigung von AfD-Sprecher Karl-Heinz Tegethoff auf NR-Anfrage.

An der Verwaltungsspitze von Bad Wünnenberg ist bereits ein Wechsel sicher: Der amtierende Bürgermeister Christoph Rüther kandidiert als Landrat für den Kreis Paderborn. Die CDU hat deshalb Christian Carl als Nachfolger aufgestellt, mit guten Chancen auf eine Wahl.

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