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Kommunalwahl im Kreis Paderborn und in Geseke
Thema der Woche

Prognose: So könnte die Kommunalwahl die Ratssitze verändern

Sonntag, 21. Juni 2020 von Franz Purucker

Aufgrund der Corona-Pandemie können sich Parteien und Einzelbewerber noch bis 27. Juli um 18 Uhr für die Kommunalwahl am 13. September zur Wahl stellen. Auch viele kleine Parteien bringen sich in Stellung, haben es aber schwierig, um überall gewählt werden zu können.

Die Grünen stehen in einigen Städten zum ersten Mal auf dem Wahlzettel und auch die AfD will in mehrere Stadträte einziehen. 

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30 Kandidaten müssen Parteien finden, wenn sie an Kommunalwahl im Kreis Paderborn teilnehmen wollen und in allen Kommunen auf dem Wahlzettel stehen wollen. Eine Herausforderung vor allem für Neulinge im Parlament wie die Volt-Partei aus Büren oder kleine Parteien wie Linke, AfD und Grüne.

Das größte Problem: Kandidaten zu finden wird immer schwieriger. „Sie brauchen eine sehr breite Basis, um genügend Kandidaten zu finden“, so Manfred Weretecki, Vorsitzender der Linken im Kreis Soest: „Besonders in dem konservativen geprägten Umfeld hier ist das schwer.“

Warum brauchen selbst kleine Partei so viele Kandidaten?

Am einfachsten lässt sich das Problem an einem fiktiven Beispiel erklären: Bei einer fiktiven NRW-Kommunalwahl gibt es sechs Sitze im Rat. Wie in echt gilt, wird die Hälfte der Sitze durch so genannte Direktmandate besetzt.

In den drei Wahlkreisen, Einskreis, Zweikreis und Dreikreis treten jeweils ein Anton (A-Partei), eine Berta (B-Partei) und ein Clemens (C-Partei) als Kandidaten an.

In allen drei Wahlkreisen erhält jeweils ein Anton 50 Prozent der Stimmen, eine Berta 33 Prozent und ein Clemens jeweils 17 Prozent. Die A-Partei bekommt also drei Sitze, die B-Partei zwei Sitze und die A-Partei einen Sitz (Prozentanteil an sechs Sitzen).

Besonderheit: Die Antons haben in allen drei Kreisen die Mehrheit der Stimmen geholt und ziehen damit „direkt“ in das Kommunalparlament als sogenannte Direktmandaten ein.

Bei Bundes- und Landtagswahlen verfallen die Stimmen von Berta und Clemens. Die Zusammensetzung des Parlaments wird dort nämlich anhand der Zweitstimme errechnet.

Bei der Kommunalwahl gibt es keine Zweitstimmen. Hier zählt, wie viele Stimmen, die Parteien insgesamt geholt haben. Die A-Partei hat 50 Prozent aller Stimmen geholt und Anspruch auf drei der sechs Sitze – belegt durch die drei Antons, die durch die Direktmandate bereits gesetzt sind.

Die Stimmen von Berta und Clemens für die B- und C-Partei zählen zum Gesamtergebnis. Berta und Clemens kommen aber nicht ins Parlament, weil sie die Direktmandate verloren haben.

Allerdings können die B- und C-Partei von einer so genannten „Reserveliste“ Vertreter in den Rat senden. Wenn auch Berta und Clemens auf dieser Liste stehen, könnten sie ebenfalls ins Parlament einziehen. Das Problem der kleinen Parteien: Wenn im Einskreis die B-Partei keinen Kandidaten findet, tritt die B-Partei dort nicht an. Die B-Partei muss also in allen Wahlkreisen auf dem Wahlzettel stehen, selbst wenn Berta kein Direktmandat gewinnen wird.

Die Herausforderung: Kleine Parteien brauchen für jeden Wahlkreis einen Kandidaten, der zudem in dem Wahlkreis wohnen muss.

Wie viele Kandidaten in einzelnen Städten nötig sind, welche Parteien in welchen Städten antreten und wie die Kommunalparlamente aussehen könnten, lesen Sie auf der nächsten Seite

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