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Polizist von hinten bei einem Kontrollgang
Foto: Pixabay (Symbolfoto)
NR-Land

Polizei rückt 36 Mal zur Durchsetzung des Pandemie-Erlasses aus

Dienstag, 24. März 2020 von NR Redaktion

Von Freitag bis Sonntagnacht (20. bis 22. März) hat die Polizei im Kreis Paderborn insgesamt 36 Einsätze absolviert, die im direkten Zusammenhang mit den Regelungen zur Eindämmung der Pandemie standen. Fünf Strafanzeigen wurden dabei aufgenommen.

22 Mal mussten die Polizisten wegen kleinerer Menschenansammlungen einschreiten, die Zeugen gemeldet hatten oder die von den Streifen festgestellt worden waren. Einige Gruppen hatten sich bereits aufgelöst, bevor die Polizei eintraf.

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Auf Sportplätzen, Spielplätzen und in Parks sprachen die Beamten Platzverweise aus, die umgehend befolgt wurden. In einem Fall handelte es sich um eine große Familie, die sich auch nach den neusten Regeln treffen darf.

Vereinstreffen aufgelöst

In einem weiteren Fall musste die Polizei ein Vereinstreffen in einem Vereinsgebäude auflösen und erstattete Strafanzeige wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz.

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Weiterhin unterstützten die Einsatzkräfte das Ordnungsamt bei Kontrollen von Geschäften und Lokalen bezüglich der verkürzten Öffnungszeiten. In einem Kiosk, dessen Besitzer sich nicht daran gehalten hatte, waren noch gut ein Dutzend Kunden. Polizeibeamten fiel im Laden Marihuana-Geruch auf.

Die Polizisten entdeckten eine geringe Menge des Rauschmittels und stellten die Drogen sicher. Gegen den Ladenbesitzer wird jetzt wegen Verdachts des illegalen Drogenhandels strafrechtlich ermittelt.

Nachbar bietet Hilfe an und verschwindet mit dem Geld

In Paderborn hatte ein 72-jähriger Mann am Donnerstag in einem Mehrfamilienhaus einen Zettel aufgehängt und um Hilfe beim Einkaufen gebeten. Ein Nachbar bot sich an, die Einkäufe zu erledigen. Er bekam 20 Euro. Der Senior wartet noch heute auf die bestellten Waren oder seinen Euroschein. Gegen den Nachbarn wird jetzt wegen Unterschlagung ermittelt.

Am Samstag gerieten eine Seniorin (76) und ein Mann (59) in einem Paderborner Supermarkt in Streit um den Sicherheitsabstand beim Einkaufen. Es kam zu Beleidigungen und die Polizei nahm deswegen eine Strafanzeige auf.

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Betrügerin gibt sich als Corona-Infizierte aus

Auf Facebook postete eine Frau am Samstag, sie sei mit Corona infiziert und in häuslicher Quarantäne. Sie bat um Lebensmittel, die man vor ihrer Wohnungstür abstellen solle. Hilfebereite Facebook-Nutzer folgten der Bitte. Später stellte sich heraus, dass es sich um einen „Fake“ handelte. Ein Geschädigter, der einen Korb voll Lebensmittel gespendet hatte, erstattete Strafanzeige wegen Betruges.

Trotz Abstandsgebot: Lokal bewirtet Gäste

Seit Montag gelten verschärfte Regelungen zur Eindämmung der Pandemie. Die Polizei ist gemeinsam mit den Ordnungsämtern im Einsatz, um die Verbote zu überwachen und bei Verstößen einzuschreiten. Bis Montagnachmittag fiel ein Lokal auf, in dem Gäste bewirtet wurden. Die Kunden mussten das Lokal verlassen. Gegen den Besitzer geht jetzt das Ordnungsamt vor.

Insgesamt machten die Einsätze zur Pandemie-Eindämmung aber nur einen Bruchteil der Polizeiarbeit aus. An den drei Tagen hatten die Beamten rund 430 Einsätze zu bewältigen.

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