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Volker Neuhoff, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Paderborn
Foto: EKP
Gottes Nähe zu den Menschen lässt sich nicht von einem Virus, nicht vom Tod besiegen, sagte Superintendent Volker Neuhoff in seinem Ostergruß als Videobotschaft.
Kreis Paderborn

Ostergruß des Superintendenten: „Das Licht des Lebens leuchtet“

Sonntag, 12. April 2020 von NR Redaktion

„Ostern 2020 ist geprägt von derCorona-Pandemie“, sagte Volker Neuhoff, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Paderborn, in seinem Ostergruß aus der Abdinghofkirche Paderborn.

Ein Osterfest geprägt von entsetzlichen Bildern aus Krankenhäusern in Spanien und Italien, erschreckenden Nachrichten aus Kliniken und Pflegeheimen in Deutschland und dem Elend in Flüchtlingslagern, Kriegsgebieten und Armutsländern.

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Dennoch falle Ostern nicht aus, betonte der Superintendent. Das gleichzeitige landesweite ökumenische Glockenläuten am Ostersonntag gebe das Signal: „Es ist Ostern! Das Fest der Auferstehung.“ Es sei ein gemeinsames Signal in bedrückender Zeit, ebenso wie das gemeinsame Singen des Chorals „Christ ist erstanden“ von Balkonen und aus Fenstern, das die Menschen quer durch das Land als österliche Gemeinschaft verbinde.

Das Licht der Osterkerze und der Auferstehung leuchte hinein in die Düsternis dieser Tage, beschrieb Neuhoff die österliche Botschaft: „Jesus Christus ist aus dieser Qual auferstanden. Leid und Elend und Tod sollen nicht den Sieg davontragen. Jesus will uns trösten, unsere Sorgen tragen, unsere Tränen trocknen. Die Welt vergeht nicht. Das Licht des Lebens leuchtet.“

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Zurzeit gebe es eine Menge an Fragen um das Leben, so Neuhoff weiter: „Das Leben ist bedroht. Von einem Virus, der nicht zu sehen ist. Dessen Auswirkungen wir aber spüren, auch wenn er uns nicht infiziert hat.“ Die Folgen wie Kurzarbeit, Kündigung,Arbeitslosigkeit, Mietausfall, Insolvenz und Betretungsverbot, Kontaktsperre, Isolation seien nur schwer auszuhalten oder lange durchzuhalten. „Der Coronavirus hat uns längst infiziert, auch wenn er keine körperlichen Symptome hervorruft. Unsere Welt ist im Ausnahmezustand. Das Leben ist bedroht.“

So hätten auch die Jünger Jesu nach seinem Tod empfunden: „Der Virus des Todes hatte sie infiziert. Sie fühlen ihr eigenes Leben bedroht. Ziehen sich zurück. In Quarantäne sozusagen.“

Die Welt der Jünger sei im Ausnahmezustand gewesen, und in dieser Situation zeige ein Engel mit der Botschaft „Jesus ist auferstanden!“den kreisenden Gedanken und gefangenen Gefühlen eine neue Richtung, so der Superintendent. Der Engel richte ihren auf den Tod fixierten Blick neu aus. Erschicke sie von der Stätte des Todes zu den Lebenden. „Die Osterbotschaft von der Auferstehung ist eine Botschaft nicht von dieser Welt. Aber sie zielt in unsere Welt im Ausnahmezustand hinein.“

Ostern falle dieses Jahr nicht aus, es sei schon längst seit einigen Wochen Osterzeit, denn Menschen stünden für das Leben auf. „Es sind viele Engel unterwegs“, erklärte der Superintendent und verwies unter anderem auf die zahlreichen Beispiele von Nachbarschaftshilfe. Für ihn sind es „Osterzeichen, Zeichen des Aufstandes gegen den Tod.“ Gott finde sich nicht mit dem Leiden und Sterben von Menschen ab. „Gottes Nähe zu den Menschen lässt sich nicht von einem Virus, nicht vom Tod besiegen“, betonte Neuhoff.

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Der Ostergruß wurde am Ostersonntag auch als Videobotschaft auf der Internetseite des Kirchenkreises veröffentlicht (hier klicken).

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