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Foto: Stadt Bad Wünnenberg
Bis die Bageger rollen wird es noch ein wenig dauern. Erkennbar ist jedoch bereits, wo das neue Wohngebiet "Auf der Iserkuhle" entstehen wird.
Bad Wünnenberg

Neues Wohngebiet in Bad Wünnenberg: Dann können die ersten Familien bauen

Donnerstag, 12. November 2020 von Franz Purucker

Noch ist nicht viel zu sehen vom künftigen Baugebiet Auf der Iserkuhle. Außer den Baggern, die langsam beginnen, die ersten Gräben auszuheben, deutet noch fast nichts darauf hin, dass hier ein neues Wohngebiet entsteht, wo sich Familien ihren Traum von den eigenen vier Wänden erfüllen können.

Erste Pläne, das Wohngebiet zwischen den Straßen Zum Schlankerberg und Burgstraße/B 480 im Süden der Kernstadt zu entwickeln, wurden im Sommer 2017 im Rat diskutiert. Der überwiegende Teil der gut zehn Hektar großen Fläche ist zu diesem Zeitpunkt eine Wiese, ein Stück im Süden wird als Ackerfläche genutzt. 

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Obwohl das Gebiet überwiegend unbebaut war, ist es schon zum damaligen Zeitpunkt zu einem großen Teil von Bebauungen umgeben, allem voran vom Baugebiet Schlankerberg, welches sich direkt gegenüber der aktuellen B480 befindet.

Schule und Kita um die Ecke

Auch von der Versorgungsinfrastruktur eignet sich das neue Gebiet ideal: Die örtliche Grundschule ist lediglich 700 Meter entfernt, der Kindergarten „Schöne Aussicht“ befindet sich nordöstlich des Wohngebietes in knapp 100 Metern Entfernung. Das Gebiet ist damit gut an das Ortszentrum angebunden.

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Der Rat macht mit einer Änderung des Flächennutzungsplanes 2017 den Weg für eine Bebauung frei, da nahezu alle Baugrundstücke im Stadtteil Bad Wünnenberg veräußert sind. Die Nachfrage nach Bauland ist schon damals riesig. 

Im April 2019 wird zudem entschieden, für das direkt an das Wohngebiet angrenzende Feuerwehrgerätehaus einen eigenen Bauplan aufzustellen. Aktuell ist dies das einzige Gebäude in dem neuen Wohngebiet, dass bereits fertiggestellt ist – nutzbar ist dieses jedoch noch nicht. (mehr dazu auf Seite 13).

Bundesstraße in Zukunft Geschichte

Noch bauen die neuen Eigentümer ihre Häuser direkt an eine Bundesstraße B480, die südöstlich des Gebietes verläuft. Eine verkehrlich hoch belastete Straße, die Lärm mit sich bringen wird. 

Aber: In absehbarer Zeit soll die Ortsumgehungsstraße B480n fertiggestellt werden und die Straße entlasten. 

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Im süd-östlichen Teil grenzt das Wohngebiet an das Landschaftsschutzgebiet „Seitentäler von Alme und Afte“ – bestehend aus Wiesen und Feldern. 

Viel Freiraum bei der Gestaltung

Der Bauplan sieht die Bebauung vor allem mit Einfamilien- aber auch Mehrfamilienhäusern vor.  

Zulässig ist eine offene Bauweise aus Einzel- und Doppelhäusern mit maximal zwei Vollgeschossen. Die geplanten Einfamilienhäuser dürfen dabei die Gebäudehöhe von 9,50 Meter nicht überschreiten, während die Mehrfamilienhäuser maximal 10,50 Meter hoch errichtet werden dürfen. Dementsprechend kann ein drittes Geschoss als Staffelgeschoss errichtet werden.

Pro Baugrundstück beziehungsweise Einzelhaus dürfen zwei Wohnungen errichtet werden, pro Doppelhaushälfte maximal eine Wohnung. Für den Bereich der geplanten Mehrfamilienhausbebauung sind maximal acht Wohneinheiten pro Gebäude zulässig.

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Vorgesehen sind zudem für jedes Einfamilien- und Doppelhaus jeweils zwei Stellplätze und für jede weitere Wohnung mindestens ein weiterer PKW-Stellplatz auf dem jeweiligen Baugrundstück.

Kies- und Schottergärten sind verboten

Bei der Gestaltung selbst ist die Stadt sehr offen: Zulässig sind sowohl geneigte Dächer  wie Sattel-, Pult- und Walmdächer, aber auch moderne Bauweisen mit Flachdächern. 

Doppelhäuser müssen aus gestalterischen Gründen mit derselben Dacheindeckung versehen werden. Vor den Häusern selbst ist ein grüner Vorgarten geplant. Dem Problem zunehmender Schotter- und Kiesgärten, die Pflanzen und Tieren durch die zusätzliche Flächenversiegelung Lebensraum nehmen, hat die Stadt Bad Wünnenberg hier direkt Einhalt geboten. Eine Versiegelung ist nicht zulässig, sofern diese nicht für Zufahrten und Zuwegungen benötigt werden. 

Im Randbereich wird den Bauherren das Anlegen von Baum- und Strauchhecken mit heimischen, standortgerechten Gehölzen auferlegt. Damit soll die Ansiedlung von in Gebüschen lebenden Tierarten gefördert werden.

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Nahversorger und Kita möglich

Die Stadt hat bei der Planung schon etwas weiter gedacht: Im Bauplan ist neben dem Feuerwehr-Gerätehaus als städtische Fläche eine weitere Fläche südlich der Haupterschließungsachse zu sehen (jeweils lila eingefärbt). 

Hier sieht das Konzept den Bau eines Nahversorgers vor. Dieser soll in unmittelbarer Nähe des Kreisverkehrs entstehen, um unnötigen Verkehr im Wohngebiet selbst zu verhindern. Zulässig wären dort – aber wirklich nur dort und nicht im Wohngebiet selbst – auch sogenannte „Schank- und Speisewirtschaften“, also Gastronomie und Kneipen. 

Außerdem ist die Fläche für den Bau einer Kindertagesstätte reserviert. Durch den Zuzug wird mit einem entsprechenden Bedarf gerechnet. 

Die Kita soll an zentraler und somit gut erreichbarer Stelle des Wohngebietes erbaut werden, ohne dass der Hol- und Bringverkehr sich negativ auf das Wohngebiet auswirkt. Noch gibt es dafür aber keine konkreten Planungen.

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Regen geht in den Golmeke-Bach

Um Regenwasser ablaufen zu lassen, ist im Westen des Wohngebietes ein Regenrückhaltebecken geplant, von dem das Wasser in den Golmeke-Bach eingeleitet wird. Die Einleitung erfolgt über das Leitungsnetz. (puru)

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