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Foto: Feuerwehr Geseke
Die neue Drehleiter (links) ersetzt bis Mai den Vorgänger, der inzwischen 28 Jahre auf dem Buckel hat.
Geseke

Neue Drehleiter ersetzt altes Modell aus den 90er Jahren

Sonntag, 2. Mai 2021 von Franz Purucker

Eineinhalb Jahre wurde die Ausschreibung vorbereitet und auf die speziellen Bedürfnisse der Geseker Feuerwehr angepasst. Nun steht neue Drehleiter einsatzbereit an ihrem neuen Einsatzort in der Geseker Feuerwache in der Kernstadt.

Um die Beschaffung so kostengünstig wie möglich zu machen, wurde das 16 Tonnen schwere Fahrzeug gemeinsam mit der Feuerwehr Warstein ausgeschrieben. „Ursprünglich wollten sich vier Kommunen an der interkommunalen Ausschreibung beteiligen, zwei sind jedoch abgesprungen“, berichtet Florian Nagelmeier, Leiter der Feuerwehr, die ausschließlich aus Freiwilligen besteht, die ihre Freizeit investieren, um anderen zu helfen.

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Sechs Kameraden reisten von 14 bis 16. April nach Karlsruhe, um das neue Fahrzeug beim Aufbauhersteller Rosenbauer abzuholen. Vor Ort gab es zudem eine 16-stündige intensive Einweisung in die neue Technik, die es ins sich hat.
Die vorherige Drehleiter, die 1993 angeschafft und durch die neue ersetzt wird, war ein klassischer Leiterwagen. Gerade an engen Stellen mit wenig Platz war der Einsatz oft schwierig. „Das neue Fahrzeug besteht aus einem abknickenden Leiterpark, der unter anderem einen schnelleren Einstieg in den Rettungskorb und eine deutlich bessere Anleiterbarkeit an Gebäuden ermöglicht“, erklärt Nagelmeier.

Feuertaufe für die neue Drehleiter: Beim Dachstuhlbrand Anfang dieser Woche in Störmede wurde das neue Einsatzfahrzeug (hinten) zum ersten Mal neben der alten Drehleiter (vorne) eingesetzt. Foto: Feuerwehr Geseke

Die Drehleiter wird von der Feuerwehr vielseitig eingesetzt: Neben Bränden, wo das Hubrettungsfahrzeug das Löschen von oben und die Ausleuchtung der Einsatzstelle ermöglicht, kommt diese auch immer öfter zur Unterstützung des Rettungsdienstes zum Einsatz, um beispielsweise Patienten aus oberen Etagen schonend nach unten zu transportieren. „Die Drehleiter kommt aber auch bei der Beseitigung von gefährlichen Sturmschäden zum Einsatz oder beim, Klassiker, die Katze vom Dach oder Baum zu holen“, beschreibt der Feuerwehr-Chef mögliche Einsatzszenarien.

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Neu: Die Schwerlasttrage kann nun für die Rettung von Personen bis zu 300 Kilogramm eingesetzt werden. Mit dem Vorgängermodell konnten Personen bis maximal 150 Kilogramm gerettet werden.
Zudem verfügt die Drehleiter nun über einen fernsteuerbaren Monitor zur Abgabe von 1600 Liter Wasser pro Minute, sodass sich nicht mehr zwingend eine Einsatzkraft im Korb und so auch nicht unbedingt im Gefahrenbereich aufhalten muss.

Feuerwehrleute bei der Abnahme: Florian Nagelmeier (v.l.), Frank Kinner, Alexander Beutler, Andre Fara, Andreas Kirse und Daniel Oesterwalbesloh. Foto: Feuerwehr Geseke

Drei Kameras sind angebracht und erleichtern die Bedienung und Übersicht für den Maschinisten.
Zur Ausleuchtung sind mehrere Scheinwerfer mit LED-Technik vorhanden.

Noch wird unter dem Funkrufnamen „Florian Geseke 1-DLK 23-1“ die alte Drehleiter ausrücken. „Zunächst müssen unsere Maschinisten auf dem neuen Fahrzeug ausgebildet werden“, so der Leiter der Feuerwehr. Trotzdem hat die Neue schon ihre Feuertaufe erlebt: Bei einem Dachstuhlbrand am Anfang der Woche in Störmede absolvierten zwei Maschinisten, die bei der Abholung und Einweisung in Karlsruhe dabei waren, gerade eine Ausbildung, sodass der Einsatzleiter entschied, auch die neue Drehleiter an die Einsatzstelle zu holen. „Das kommt sicherlicht nur alle 25 oder 30 Jahre vor“, schmunzelt Nagelmeier.

Bis Mai soll die Ausbildung auf dem neuen Fahrzeug abgeschlossen werden. Das alte Modell wird dann durch die Stadt verkauft.

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Bis auf kleine Details sind die Fahrzeuge von Geseke und Warstein übrigens identisch: „Die Warsteiner haben noch Schneeketten dabei“, erläutert Nagelmeier. Die Chance auf Schneefall ist im Hochsauerland aber auch deutlich höher als in der Hellweg-Stadt.

Die „23“ im Funkrufnamen gibt die Rettungshöhe an. Zwar ist die Leiter 30 Meter lang, kann aber im Abstand von zwölf Metern zum Gebäude maximal bis zu einer Höhe von 23 Metern genutzt werden.

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