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Symbolfoto des Bankenverbands
Foto: Bankenverband
Besonders ältere Menschen sind von Telefonbetrügern bedroht.
NR-Land

Nach Schockanruf fünfstellige Summe an Betrüger übergeben

Dienstag, 3. August 2021 von NR Redaktion

Montag, 11 Uhr: Bei einer 72-Jährigen in Bad Wünnenberg klingelt das Telefon. Eine männliche Stimme gibt sich als Polizeibeamter aus. Der Mann behauptet, ihre Tochter habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht, bei dem eine Frau und deren zwei Kinder ums Leben gekommen seien. Ihre Tochter befinde sich jetzt in Untersuchungshaft. Damit ihre Tochter wieder freikomme, solle sie 50.000 Euro Kaution zahlen. Das wichtigste sei aber, dass sie mit niemanden darüber sprechen dürfe, sonst mache sie sich selber strafbar. 

So unter Druck gesetzt, machte das Opfer dem Anrufer alle gewünschten Angaben, auch über ihre finanziellen Möglichkeiten. Permanent redete der Täter auf sein Opfer ein. Als diese zur Bank fuhr, musste das Gespräch per Handy weitergeführt werden. Selbst beim Geld abheben hatte der Täter direkten Telefonkontakt zum Opfer. Sie solle in der Bank angeben, das Geld wäre für ein neues Auto, trug der Täter der 72-Jährigen auf. So fuhr das Opfer mit der fünfstelligen Bargeldsumme nach Hause.

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Unter einer Ausrede behauptete der Täter, die Geldübergabe könne nicht zu Hause stattfinden. Sie solle zum Parkplatz am Bad Wünnenberger Freibad kommen. Das Opfer fuhr gegen 15 Uhr zum Parkplatz und wurde dort von einer Frau angesprochen, die das Geld, fast 20.000 Euro, entgegennahm und dann damit verschwand. Der Betrug flog auf, als die Seniorin selbst ihre Tochter anrief. Diese war keineswegs in einen Unfall verwickelt und verständigte sofort die Polizei.

Hier setzt die Warnung der Polizei an: „Wir fordern niemals telefonisch oder auf anderem Weg Kautionen ein oder fragen nach Vermögen und Wertsachen – egal um was für einen Sachverhalt es sich handelt. Da gibt es auch keine Ausnahmen. Wenn jemand so etwas behauptet, handelt es sich um einen Betrüger. Um das kriminelle Vorhaben zu vertuschen, soll das Opfer keine Chance auf einen Kontakt zu einer vertrauten Person bekommen und wird endlos am Telefon gehalten.“

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„Enkeltrick“: Es ging um 10.000 Euro

Nahezu zeitgleich mit dem Daueranruf des falschen Polizisten in Bad Wünnenberg rief eine Täterin eine 78-Jährige in Salzkotten an. Die Frau gab sich als Enkelin aus. Durch geschickte Gesprächsführung gelang es ihr, das Opfer davon zu überzeugen, die echte Enkelin zu sein. Diese war dabei, ein Immobiliengeschäft abzuwickeln und benötigte sofort Geld.

Auch diese Legende konnte die Täterin glaubhaft vermitteln, sodass die Salzkottenerin zur Bank fuhr, um über 10.000 Euro abzuheben. In der ersten Bank bekam sie kein Geld, aber das zweite Geldinstitut zahlte die Summe aus. Zuhause angekommen, kamen der 78-Jährigen Bedenken. Beim Anruf ihrer Enkelin wurde sofort klar, dass hier Betrüger am Werk waren. Auch hier gilt die Warnung: Wenn es am Telefon um Geld oder Wertsachen geht, müssen die Alarmglocken schrillen, egal wer anruft. Sofort auflegen, heißt hier die Devise, auch wenn die Angelegenheit noch so dringlich gemacht wird.

Betrug auch in Bad Wünnenberg

Auch in Bad Wünnenberg-Bleiwäsche und Paderborn-Elsen wurden am Montag Betrugsversuche durch Anrufe falscher Polizisten angezeigt. Die vermeintlichen Opfer, eine 80-jährige Frau und ein 91-jähriger Mann, hatten den Tätern gegenüber angegeben, nicht so viel Geld zu besitzen, sodass die Betrüger aufgaben. 

Eine weitere Betrugsmasche machte am Montag ebenfalls die Runde. Hierbei behauptete ein Täter, Arzt eines Paderborner Krankenhauses zu sein. Er forderte 50.000 Euro für eine dringende Operation eines Angehörigen. Das Krankenhaus hat bereits reagiert und klargestellt, dass Patienten oder deren Angehörige niemals per Telefon zu einer Zahlung aufgefordert werden.

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Die Polizei rät: Was ist zu tun?

Die Polizei warnt eindringlich: Bleiben Sie argwöhnisch am Telefon – gerade wenn es um Geld oder Wertsachen geht.

Bitte beachten Sie diese Ratschläge:

• Die Polizei ruft Sie niemals – wirklich niemals! – an und fragt nach Bargeld oder Wertsachen. Bei solchen Anrufen sofort auflegen!

• Seien Sie immer vorsichtig, wenn Sie jemand telefonisch um Geld bittet.

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• Legen Sie einfach den Telefonhörer auf, sobald ihr Gesprächspartner, häufig ein angeblicher Enkel oder anderer Verwandter, Geld von Ihnen fordert.

• Vergewissern Sie sich, ob der Anrufer wirklich ein Verwandter ist. Rufen Sie ihn unter einer Ihnen bekannten Rufnummer persönlich zurück.

• Übergeben Sie niemals Geld an Ihnen unbekannte Personen.

• Informieren Sie sofort die Polizei, wenn Ihnen ein Anruf verdächtig vorkommt: Notrufnummer 110!

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