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Foto: Franz Purucker
Familie Nerüb sucht Bauland in Büren.
Büren

Nach diesen neuen Richtlinien wird nun Bauland in Büren vergeben

Sonntag, 9. Mai 2021 von Franz Purucker

Viele Familien träumen von einem Eigenheim in Büren. Wie dieser Traum Wirklichkeit wird, zeigen wir am Beispiel der fiktiven Familie Nerüb (Büren rückwärts geschrieben). Vater Martin, seine schwangere Frau Claudia und die zwei Kinder im Alter von 10 und 15 Jahren bewerben sich um einen Bauplatz in Büren. Die neue Vergaberichtlinie der Stadt zielt darauf ab, dass vor allem Familien langfristig und nachhaltig in Büren sesshaft werden. Neben sozialen Kriterien wird nun auch gesellschaftliches Engagement belohnt: Mutter Claudia engagiert sich als Trainerin im Sportverein und ist als sachkundige Bürgerin in der Politik tätig.

Zunächst macht der Stadtrat den Weg für neues Bauland mit einem Bauleitverfahren frei. Interessenten wie die Familie Nerüb geben eine Interessensbekundung für eine oder mehrere Ortschaften ab. Sobald die Stadt den Preis festgelegt hat und die Vermarktungsphase eröffnet wurde, können verbindliche Bewerbungen für Bauplätze eingereicht werden. Dabei müssen sich die Bewerber noch nicht auf ein bestimmtes Grundstück festlegen.

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Mit ihrer Bewerbung ist die Familie nicht allein. Um die Bauplätze gerecht zu verteilen, wurde ein Punktekatalog aufgesetzt. Die Nerübs haben gute Chancen: Vater Martin hat seine Kindheit in Büren verbracht – erhält für den Wohnortbezug die Höchstpunktzahl (acht Punkte). Dass er zum Studieren woanders gewohnt hat, spielt keine Rolle.

Soziales Engagement wird belohnt

Auch soziales Engagement zahlt sich aus: Wer mindestens zwei Jahre im Bereich Soziales, Kultur, Bildung, Sport, Kirche oder Politik für mindestens fünf Stunden pro Woche tätig war oder Träger der NRW-Ehrenamtskarte ist, erhält Extra-Punkte. Da Mutter Claudia sich sozial engagiert, gibt es die Höchstpunktzahl von sieben Punkten.

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Abzüge bei bestehenden Eigentum

Bewerber, die bereits Eigentum in Büren besitzen, erhalten Punktabzüge. Wer bereits städtisches Bauland erhalten hat, wird ausgeschlossen.

Punktgleichheit und nun?

Der Bewerber mit der höchsten Punktzahl darf zuerst ein Grundstück aussuchen. Kommt es zur Punktgleichheit, zählen soziale Kriterien. Vorzug erhält die Familie mit mehr minderjährigen Kindern, Pflegebedürftigen oder Schwerbehinderten im Haushalt. Ist diese Zahl gleich, wird derjenige bevorzugt, der seine Unterlagen als erster vollständig eingereicht hat. Ist der Zeitpunkt gleich, entscheidet das Los.

Spekulanten fernhalten: Das steht in den Grundstücksverträgen für das Bauland

Der Fokus liegt auf der Nachhaltigkeit: So sollen Grundstücke nicht gekauft und dann blockiert werden. Deshalb müssen Bewerber innerhalb von drei Jahren nach Vertragsunterzeichnung das Wohnhaus bezugsfertig bauen und darin mindestens fünf Jahre nach Fertigstellung mit Hauptwohnsitz selbst wohnen.

Wer sich nicht daran hält, muss 150 Prozent des Kaufpreises für Grund und Boden an die Stadt Büren als Vertragsstrafe zahlen. Auch bei arglistiger Täuschung, wer sich beispielsweise versucht, Punkte zu erschleichen, kann vom Verfahren ausgeschlossen werden oder mit Vertragsstrafen von bis zu 50 Prozent des Kaufpreises geahndet werden.
Neu sind auch die Sanktionierungen von Verstößen gegen den Bebauungsplan. Neben den üblichen rechtlichen Folgen sind nun Vertragsstrafen in Höhe von 10.000 Euro möglich.

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Weggefallen ist Kinderbonus, mit dem Familien bislang einen Nachlass auf den Grundstückspreis erhalten hatten.
Als erstes Baugebiet werden die Plätze im Bühl und ein Restbauplatz in Hegensdorf nach den neuen Kriterien vergeben, wobei die Stadt in nächster Zeit weiteres Bauland plant.

Bei Fragen stehen bei der Stadt Büren diese Ansprechpartner zur Verfügung:

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