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Foto: Pixabay
Dank couragierter Zeugen und Helfer konnte ein mutmaßlicher Enkeltrick-Betrüger in Salzkotten festgenommen werden.
Salzkotten

Mutiger Zeuge lässt Enkeltrick-Betrüger auflaufen

Freitag, 5. Juni 2020 von Heike Tebbe

Fast schon krimireif ist der Vorfall, der sich am frühen Mittwochabend mitten in Salzkotten ereignete. Dort konnte die Polizei einen mußmaßlichen Enkeltrickbetrüger festnehmen – dank eines couragierten Zeugen sowie weiterer Helfer. Der 47-Jährige steht im Verdacht, kurz vor der Festnahme mehrere tausend Euro von einer 88-jährigen Frau erbeutet zu haben. 

Einem 21-jährigen Salzkottener war die Seniorin mit ihrem Rollator am Eingang des Geldinstitutes an der Lange Straße aufgefallen, weil ein – so der Polizeibericht – „ungepflegt aussehender Mann“ dicht bei ihr stand und ihm die Situation merkwürdig erschien. So sprach er die Seniorin an, die angab, dass sie dem fremden Mann gerade fast 7.000 Euro übergeben habe. 

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Der Zeuge zögerte nicht, sprach sofort einen Passanten (35) an und bat ihn, sich um die Seniorin zu kümmern. Er selbst sprang in sein Auto und folgte dem Verdächtigen. Den mutmaßlichen Täter erreichte er in Höhe einer Eisdiele. Lautstark machte der Zeuge auf die Situation aufmerksam und sprach zwei Gäste der Eisdiele an, ihn zu unterstützen. Die Männer folgten dem Tatverdächtigen und gaben der mittlerweile alarmierten Polizei per Handy Standortmeldungen durch. 

Der Verfolgte riss die Tür eines auf der Lange Straße stehenden Autos auf, stieg ein und forderte den Fahrer auf, Gas zu geben. Der Autofahrer (20) wies den fremden Mann jedoch nachdrücklich auf, den Wagen zu verlassen. Dann verschwand der Tatverdächtige in einer Tankstelle, konnte dort aber von Polizeibeamten vorläufig festgenommen werden. Bei ihm wurde die Beute aufgefunden und sichergestellt. Der Tatverdächtige stritt eine Tatbeteiligung ab. Er kam ins Polizeigewahrsam nach Paderborn. Die Ermittlungen dauern an.

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„Neffe“ meldete sich per Telefon

Die sichtlich betroffene Seniorin musste mit einem Rettungswagen zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht worden. Nachmittags habe sich telefonisch ein Mann bei ihr gemeldet und sich als ihr Neffe ausgegeben, sagte die 88-Jährige später aus. Er habe Schulden, die beglichen werden müssten. Typisch für Enkeltrickbetrüger gab der Täter an, er könne selber aber nicht kommen, sondern schicke einen Freund. Als Treffpunkt wurde das Geldinstitut an der Lange Straße vereinbart, wo es schließlich zur Geldübergabe kam. 

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